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UKUS: Steuerentlastung durch Energiemanagementsysteme

UKUS befasste sich mit einem zukunftsweisenden Thema

Gesetzliche Rahmenbedingungen stellen neue Herausforderungen an die strukturierte und nachhaltige Erfassung von Umweltdaten. Großunternehmen müssen von Dezember 2015 an eine entsprechende Zertifizierung nachweisen (DIN 50001) bzw. erhalten die Gelegenheit, die notwendigen Mechanismen im Jahr 2016 zu etablieren. Auch kleine und mittelständische Unternehmen mit hohem Energieverbrauch stehen perspektivisch vor der Herausforderung, Umweltdaten systematisch zu erfassen und darauf aufbauend Prognosen und Handlungsempfehlungen für die Zukunft abzuleiten - eine Voraussetzung für die Realisation steuerlicher Vergünstigungen.

Was sich kurz unter "Energiemanagement" zusammenfassen lässt, schlüsselte jetzt Dr. Jan Heß vom Institut für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien der Universität Siegen im Rahmen des fünften Unternehmerkolloquiums der Universität Siegen (UKUS) des Jahres 2015 auf.

Der Einsatz von Energiemanagementsystemen (EMS) in Unternehmen erfolgt aus vielerlei Gründen - neben der "Schaffung von Transparenz und der Identifikation von Lastspitzen spielen auch Möglichkeiten der Steuerentlastung eine wichtige Rolle", erläuterte Dr. Heß. Er stellte die Relevanz des Themas "Energiemanagement" vor allem vor dem Hintergrund des Kostenfaktors Energie (steigende Strompreise) und des Umbruchs der Energiewirtschaft (erneuerbare Energien, smart Metering in Unternehmen) heraus.

Dass im Bereich der EMS noch Optimierungspotenzial herrscht, belegte Heß anhand der Ergebnisse einer in Kooperation mit der IHK durchgeführten Umfrage. Hier geben rund 60 Prozent der befragten Unternehmen an, kein EMS zu besitzen, jedoch halten 80 Prozent dieses Thema für wichtig (32 Prozent) bzw. sehr wichtig (48 Prozent).

Im über das vom NRW-Energieministerium geförderten Forschungsprojekt "Living Lab Energy & Environment" entwickelt das Team um Dr. Heß ein integriertes System, das Energiedaten nicht nur automatisch erfasst, sondern auch unterschiedliche Funktionen für Live-Darstellung, Reporting und Prozessoptimierung bietet. In Kooperation mit Partnern aus Industrie und Forschung erfolgt im Rahmen des Projekts die Konzeption und Entwicklung eines integrierten Umweltinformationssystems für Privathaushalte und Unternehmen. Heß betonte die Wichtigkeit, "möglichst früh die Anforderungen der Partner zu gewährleisten." Das Projekt besteht aus drei Säulen: Privathaushalte, Büro & Verwaltung sowie Produktion & Dienstleistung. Die Motivation von Unternehmen zur Einführung des EMS ist neben Aspekten der Steuerentlastung vor allem durch die Möglichkeit eines integrierten Energiemanagements basierend auf Live-Daten und einer Unterstützung beim Reporting begründet. Die gewonnenen Daten des Systems werden sodann aufbereitet und anschaulich dargestellt.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die Vorstellung der studentischen Unternehmensberatung der Universität Siegen, "study & consult", die einen Kurzvortrag zum Thema "Stromerzeugung durch Abwärme" beinhaltete.

Der Vortrag des Referenten ist hier zu finden.

Weiterführende Informationen zu dem Thema finden Sie auf unserem Themenflyer Energiemanagement

Die nächste UKUS-Veranstaltung findet am 17. Februar 2016 zum Thema "semi-automatisierte Produktionsplanung für den Mittelstand - Möglichkeiten und Erfahrungen" statt.