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Erfahrungen mit und Effekte des konfessionell-kooperativen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen (Eval_KoKoRU_NRW)

 

Das Projekt evaluiert den konfessionell-kooperativen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen. Dazu misst es die Effekte dieser Organisationsform konfessionellen Religionsunterrichts und erhebt die Erfahrungen mit ihr in einem Mixed-Methods-Design.

Projektteam

Problemkontext

Fragestellung

Methode

Bedeutung des Projekts

Finanzierung

Publikationen

 

Projektteam

Evangelische Theologie: Mirjam Zimmermann & Benedict Totsche

Katholische Theologie: Ulrich Riegel & Oliver Hohenschue



Problemkontext

Der Religionsunterricht in Deutschland ist gemäß Art. 7 Abs. 3 GG ein ordentliches Unterrichtsfach, das in konfessioneller Gebundenheit zu erteilen ist, wenn auch schon lange das Bemühen erkennbar, dass dieser „im ökumenischen Geist erteilt wird“. Angesichts der sozio-demographischen Entwicklung steht diese Form des Unterrichts jedoch stark unter Druck. Mit dem Konzept eines konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts wird versucht, die konfessionelle Gebundenheit des Fachs in konfessioneller Zusammenarbeit zu verwirklichen. Ziel dieses Konzepts ist es, in der Auseinandersetzung mit der anderen christlichen Konfession das Besondere der eigenen Konfession zu entdecken, einen eigenen religiösen Standpunkt zu entwickeln und einen respektvollen Umgang mit Menschen anderer religiöser Haltung einzuüben.

Mit dem Schuljahr 2018/19 können Schulen auch in Nordrhein-Westfalen (NRW), in denen Religionsunterricht beider Bekenntnisse eingerichtet ist einen konfessionell-kooperativen Religionsunterricht beantragen. Um den konfessionellen Charakter beider beteiligter Konfessionen zu gewährleisten, ist dazu ein fachdidaktisches und methodisches Konzept zu erstellen, das die konfessionsverbindenden und konfessionsspezifischen Themen aus beiden Lehrplänen abbildet und in einen schlüssigen Jahresplan integriert. Außerdem ist ein unterjähriger Wechsel der Lehrperson verpflichtend vorgeschrieben, damit  die Schülerinnen und Schüler die Perspektive beider Konfessionen  in authentischer Sprache kennenlernen und reflektieren können. Gemeinsame verpflichtende kirchliche Fortbildungsveranstaltungen werden hierbei als Gelingensbedingung für die hochwertige Qualität des Unterrichts formuliert. Mit diesen Rahmenvorgaben setzt das für NRW gültige Konzept relativ starke Standards, um den konfessionellen Charakter des Fachs und konfessionell-kooperatives Lernen zu gewährleisten.

Fragestellung

Angesichts des eigenständigen Charakters des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts in NRW liegt es nahe, diese spezifische Form zu evaluieren. Das vorliegende Projekt erfasst sowohl die Lerneffekte des Unterrichts als auch die Erfahrungen mit ihm, und zwar bei allen Beteiligten, d.h. den Schülerinnen und Schülern, den Lehrpersonen, den Schulleitungen und den Eltern. Damit beantwortet das Projekt die folgenden Forschungsfragen

  • Welche Lerneffekte ergeben sich bei den Schülerinnen und Schülern hinsichtlich Wissen über und Einstellung zu beiden christlichen Konfessionen sowie ihrer konfessionellen Identität innerhalb eines Schuljahres und welche Erfahrungen machen sie mit dem Unterrichtsgeschehen (z.B. Organisationsform, Positionalität der Lehrpersonen)?
  • Wie beurteilen die Lehrpersonen die Vorbereitung und Durchführung der konfessionellen Kooperation an ihrer Schule, welche Erfahrungen berichten sie z.B. bzgl. ihrer Qualifikation für das neue Modell und welche Verbesserungsvorschläge haben sie?
  • Wie beurteilen die Schulleitungen die Umsetzung der konfessionellen Kooperation an ihrer Schule, welche Erfahrungen haben sie bzgl. institutioneller Unterstützung von außen und wo sehen sie Optimierungspotential?
  • Wie schätzen die Eltern den konfessionell-kooperativen Unterricht ihres Kindes ein, welche Erfahrungen können sie berichten und wo sehen sie Potential für Verbesserungen?

Methode

Angesichts der Komplexität des Projekts wird ein Mixed-Methods-Design gewählt, in dem sich quantitative und qualitative Verfahren ergänzen. Lerneffekte des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts werden in einem non-equivalent group design mit Prä- und Post-Test erhoben. Die Einschätzung dieser Organisationsform durch die Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen, Schulleitungen und Eltern geschieht mittels Fragebögen. Schließlich werden die Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge der Lehrpersonen durch Gruppendiskussionen erfasst, welche inhaltsanalytisch ausgewertet werden.


Bedeutung des Projekts

Das Projekt stellt zu einem Thema, das gegenwärtig stark in der Religionspädagogik diskutiert wird und bei dem bei kirchlichen und staatlichen Verantwortlichen ein gewisser Handlungsdruck vorliegt, seriöse empirische Befunde zur Verfügung. Die Anlage des Projekts ist dabei so breit, dass ein umfassender Blick auf ein konkretes Modell konfessioneller Kooperation möglich ist. Außerdem bietet das Projekt zum ersten Mal Einblick in die Lerneffekte des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts, die im Rahmen eines psychometrisch anspruchsvollen Designs erfasst werden. Die Befunde des Projekts sind nicht nur geeignet, den konfessionell-kooperativen Religionsunterricht in NRW weiterzuentwickeln, sondern tragen auch dazu bei, dass die religionsdidaktische Diskussion um diese Form des Religionsunterrichts stärker evidenzbasiert geführt werden kann.


Finanzierung

Evangelisches Büro NRW & Katholisches Büro NRW


Publikationen

Still to come