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Rückblick 2. Forum Bildungsforschung

Rückblick 2. Forum Bildungsforschung

„Forschung zu praxisbezogenen Lerngelegenheiten in der Lehrerbildung: Intentionen, Strukturen, Gestaltung und effektive Nutzung“ - dieses Thema stand am 01. Juli 2015 im Fokus des 2. Forums Bildungsforschung, zu dem als Experte Herr PD Dr. Alexander Gröschner von der TUM School of Education in München eingeladen war.

In seinem Vortrag beleuchtete Alexander Gröschner zunächst die Intentionen, die mit praxisbezogenen Lerngelegenheiten in der Aus- und Fortbildung von Lehrpersonen verfolgt werden. Praxiserfahrungen werden demnach als Element des professionellen Kompetenzaufbaus verstanden und sollen Studierende in ihrer Fähigkeit fördern, Studieninhalte mit praktischen Erfahrungen zu verknüpfen, diese theoriegeleitet zu reflektieren sowie erste praktische Erfahrungen in der Gestaltung von Lehr-Lernprozessen ohne Bewertungsdruck zu sammeln. Alexander Gröschner gab weiterhin einen Überblick über bereits implementierte Strukturen zur curricularen Einbettung von Praxisphasen verschiedener Bundesländer und zeigte dabei auf, dass dabei sowohl der Umfang als auch die grundsätzliche Anzahl der Praktika sehr unterschiedlich ausfallen. Er betonte, dass Studierende vor allem in verlängerten Praxisphasen wie dem Praxissemester in einem Spannungsfeld unterschiedlicher Erwartungen und Anforderungen agieren. Auch alle anderen beteiligten Akteure, wie etwa die betreuenden Mentorinnen und Mentoren an den Schulen sowie die Dozentinnen und Dozenten der Universitäten, sehen sich im Zuge verlängerter Praxisphasen bei der Betreuung der Studierenden vor ganz neue Herausforderungen gestellt. Gröschner verdeutlichte dies anhand von Ergebnissen einer von ihm durchgeführten Längsschnittstudie an der Universität Jena: Im Rahmen des Forschungsprojekts „Kompetenzentwicklung und Lernerfahrungen im Praktikum (KLiP)“ untersuchte er nicht nur die Kompetenzentwicklung und die Lernerfahrungen von Studierenden im Praxissemester auf der Grundlage der Lehrerbildungsstandards der Kultusministerkonferenz. Im Rahmen der Untersuchung wurden zudem Konzepte zur Unterstützung der Studierenden durch Praktikumslehrpersonen sowie deren Einstellungen in den Blick genommen und ein Rahmenmodell zu prädiktiven Faktoren der wahrgenommenen Betreuungszeit und Unterstützung entwickelt. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts unterstreichen die Bedeutsamkeit der Einstellungen der Praktikumslehrpersonen für den Lernertrag der Studierenden sowie die Notwendigkeit einer intensiven Vorbereitung und Schulung der die Studierenden begleitenden Lehrpersonen an Schulen und Hochschulen. Geschlossen wurde der Vortrag mit einem Ausblick auf ein von Alexander Gröschner entwickeltes Rahmenmodell zu Angebot und Nutzung praxisbezogener Lerngelegenheiten in der Lehreraus- und -fortbildung.

Siegener Nachwuchswissenschaftlerinnen, die sich im Rahmen ihrer Qualifizierungsarbeiten mit der Erforschung (der Begleitung) von Praxisphasen beschäftigen, hatten im Anschluss an Vortrag und Plenumsdiskussion die Möglichkeit, Alexander Gröschner ihre Projekte zu präsentieren und diese gemeinsam mit ihm zu diskutieren. Gröschner zeigte sich beeindruckt von den präsentierten Forschungsansätzen und gab in der Diskussion mit den Doktorandinnen viele anregende Hinweise.

Impressionen