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Katalog der UB Siegen

SoSe 2017

25. April 2017, dienstags von 18:00 (s.t.) – 19:30 Uhr, Raum AR – NB 0103

Ina Kaplan, M.A., Fakultät I

„Sprachliche und kulturelle Vielfalt in Schulklassen – eine empirische Studie zu Einstellungen und Selbstwirksamkeitserwartungen von Lehramtsstudierenden nach Abschluss des DaZ-Moduls“

2009 wurde im Lehrerausbildungsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen verankert, das Lehramtsstudierende aller Fächer Leistungen in „Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte“ (im Weiteren DaZ-Modul genannt) zu erbringen haben. Hier sollen die Studierenden auf den Unterricht in sprachlich und kulturell heterogenen Lerngruppen vorbereitet werden. Doch wie schätzen die Studierenden das DaZ-Modul ein? Und welche Einstellungen und Selbstwirksamkeitserwartungen haben sie im Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit Deutsch als Zweitsprache? Diesen Fragen widmet sich mein Promotionsprojekt, welches innerhalb des vom Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache geförderten Projektes „Deutsch als Zweitsprache in der Lehrerausbildung: Lernaufgaben entwickeln, Kompetenzen bewerten und beurteilen, Perspektiven für das weitere Lernen entwickeln“ verortet ist (siehe www.uni-siegen.de/phil/ako). Das Forschungsdesign der Studie ist qualitativ ausgerichtet, um eine möglichst genaue und tiefgehende Analyse des Untersuchungsgegenstandes zu gewährleisten und Erkenntnisse über Einstellungen und Selbstwirksamkeitserwartungen der Studierenden zum Unterricht in sprachlich und kulturell heterogenen Klassen und zum DaZ-Modul zu generieren. Den Kern der empirischen Studie bilden problemzentrierte Interviews (Witzel 2000) mit Lehramtsstudierenden nach Absolvieren des DaZ-Moduls. Es wurden 42 Interviews mit Studierenden des Lehramtes aller Schulformen und Fächer an drei Universitäten – Siegen, Dortmund und Köln – durchgeführt. Berücksichtigt wurde zudem, ob die Interviewpartner Deutsch oder Sonderpädagogik mit Förderschwerpunkt Sprache studieren und ob sie selbst Deutsch als Zweitsprache sprechen. Die Auswertung der Interviews wird mithilfe des Analyseprogramms MaxQdA durchgeführt und richtet sich nach der typenbildenden Inhaltsanalyse (Kuckartz 2012).

09. Mai 2017, dienstags von 18:00 (s.t.) – 19:30 Uhr, Raum AR – NB 0103

Stephan Schmitz, M.A., Fakultät II

„Studium für den Beruf? (Un)Spezifische Qualifizierung im Studium der Erziehungswissenschaft“

Ein Studium der Pädagogik/ Erziehungswissenschaft wird nicht zwingend von seinen Studierenden als selbstverständlich erachtet. Die Einstellungen der Studierende gegenüber der hochschulischen akademischen (Aus-)Bildung reichen dabei von wertschätzend und anerkennend bis hin zum Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Studiums und einer völligen Ablehnung desselben bzw. dem überwiegenden Teil seiner Inhalte. Diskussionen um dieses Thema sind nicht neu, vielmehr zeichnet es sich vor allem durch seine Permanenz aus.

Um das Problem angemessen beurteilen und bearbeiten zu können, ist das Wissen um das Ausmaß dessen jedoch unbedingt notwendig, so die These. Insbesondere in der stets wiederkehrenden Klage von Studierenden über zu wenig Praxisbezug des Studiums kristallisiert sich die Diskussion immer wieder aufs Neue, an einem für Lehrende und Lernende neuralgischen Punkt. Der Vortrag widmet sich diesem Problem, indem Auszüge einer Studierendenbefragung vorgestellt werden, welche vor allem die Erwartungen an das Studium fokussiert, auf dessen Grundlage werden die Einstellungen der Studierenden problematisiert. Ferner bilden die präsentierten Ergebnisse, im Sinne einer Vorstudie, den Ausgangspunkt für darüber hinausgehende Thesen, welche Gegenstand eines Dissertationsprojektes sind und zur Diskussion gestellt werden sollen.

23. Mai 2017, dienstags von 18:00 (s.t.) – 19:30 Uhr, Raum AR – NB 0103

Chris Kattenbeck, Fakultät II

„Looking for the perfect beat. Eine Exploration der Lernwelten von Beatmaker_innen“

Verschiedene gesellschaftliche, kulturelle sowie technologische Entwicklungen haben in den letzten Jahren sowohl zu einer Flexibilisierung, Pluralisierung und Entgrenzung von Lernorten geführt als auch neue Formen des Umgangs mit Musik entstehen lassen. Ungeachtet ihres Einflusses auf heutige Lebens- und Lernwelten wird diesen Entwicklungen in der Musikforschung allerdings nur wenig Beachtung geschenkt. Insbesondere hinsichtlich der Auseinandersetzung mit den komplexen Lernwelten von Musiker_innen, deren musikalisches Handeln eng mit technologischen Entwicklungen verbunden ist, besteht noch Forschungsbedarf.

Mit meiner Arbeit möchte ich dazu beitragen, diese Forschungslücke zu schließen. Dazu konzentriere ich mich auf die Lernwelten von sogenannten Beatmaker_innen. Diese praktizieren mit dem Beatmaking eine Form des Musikmachens, die durch Technologien ständig neue Impulse erhält und ihre Verbreitung maßgeblich immer günstiger werdender Hard- und Software sowie den Kommunikations-, Vernetzungs- und Distributionsmöglichkeiten des Internets verdankt. Angeleitet durch die Grounded Theory Methodology untersuche ich u.a. mithilfe von qualitativen Interviews sowie teilnehmenden Beobachtungen, an welchen Orten und in welchen sozialen Räumen und Gemeinschaften sich auf welchen Ebenen Gelegenheitsstrukturen für musikbezogene Lernprozesse eröffnen und inwiefern diese von Beatmaker_innen genutzt werden. Außerdem frage ich danach, inwiefern sie Verbindungen zwischen den verschiedenen Orten, Räumen und Gemeinschaften in ihrer Lernwelt herstellen sowie Übertragungen vornehmen und wodurch diese gegebenenfalls begünstigt oder behindert werden. Darüber hinaus interessiert mich, wie sich die spezifischen Aspekte des Beatmakings auf die Wahrnehmung und Gestaltung der Lernwelt sowie auf die Lernprozesse in den verschiedenen Kontexten auswirken. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse sollen schließlich zur Entwicklung einer Grounded Theory über die Lernwelten von Beatmaker_innen führen.

20. Juni 2017, dienstags von 18:00 (s.t.) – 19:30 Uhr, Raum AR – NB 0103

Helena Kliche, Fakultät II

„Lern- und Übungszeiten in stationären Wohngruppen der Kinder- und Jugendhilfe“

Formale Bildung im Kindes- und Jugendalter fasst insbesondere schulische Bildung, welche durch Lern- und Übungsaufgaben (Hausaufgaben o.ä.) ins häusliche Setting übertragen wird. Ansätze der Bildungsforschung betrachten bisher die Familie als Sozialisationsinstanz dieser Bildungsprozesse. Das hier vorzustellende Dissertationsprojekt möchte - aufbauend auf den bisherigen Forschungserkenntnissen - die Lern- und Übungszeiten nicht im familiären Kontext, sondern in stationären Wohngruppen der Kinder- und Jugendhilfe untersuchen. Ausgangspunkt dafür ist, dass Kinder und Jugendliche, welche in stationären Wohngruppen der Kinder- und Jugendhilfe nach §34 SGB VIII leben, gleichen schulischen Anforderungen ausgesetzt sind wie ihre AltersgenossInnen, die in Familien aufwachsen. Trotz der gleichen Anforderungen gerät die auf die schulischen Leistungen ausgerichtete häusliche Lern- und Übungszeit der Heimerziehung nur marginal in den Blick der Forschung. Die wenigen diesbezüglichen Forschungsprojekte können eine organisationale Ausgestaltung von Hausaufgabenbetreuung als Kernelement schulischer Bildung in Heimerziehung konstatieren, welcher – begründet durch den institutionellen Kontext – eine starke zeitliche Rahmung zugrunde liegt (Planungsgruppe Petra 1987). Mittels des Projektes soll die Einbettung und Ausgestaltung von häuslichen Lern- und Übungszeiten im Alltag stationärer Wohngruppen nach § 34 (SGB VIII) mittels zweier ethnographischer Studien und insgesamt sechs Gruppendiskussionen mit Fachkräften des Settings untersucht werden. Ziel der Untersuchung ist die Ausgestaltung der Hausaufgabenbetreuung und der gesamten häuslichen Lern- und Übungszeiten in stationären Wohngruppen aufzuzeigen. Dabei sollen sowohl die erzieherischen Intentionen wie auch motivationalen Anreize der Hausaufgabenbetreuung, welche in vorherigen Forschungen ebenfalls von der Familie ausgehend betrachtet und als bedeutsam herausgestellt werden konnten, thematisiert werden (vgl. Exeler/Wild 2003).

04. Juli 2017, dienstags von 18:00 (s.t.) – 19:30 Uhr, Raum AR – NB 0103

Dr. Lena Decker und Dr. Sonja Hensel, Fakultät I

„Förderung von Text-/Schreibkompetenzen im Fachunterricht der gymnasialen Oberstufe (mit einem besonderen Fokus auf Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte)“

Text-/Schreibkompetenzen, zu denen Fähigkeiten und Fertigkeiten zur schriftlichen Auseinandersetzung mit fachlichen Texten zählen (vgl. Decker/Siebert-Ott 2016), gehören zu den Schlüsselkompetenzen für den Bildungserfolg in Schule und Hochschule. Die Entwicklung dieser komplexen Kompetenzen bedarf einer gezielten institutionellen Förderung. In unserem Forschungsprojekt, welches im Rahmen der „Regionalen Forschungspartnerschaft 2016/17" mit dem Gymnasium Netphen und der Clara-Schumann-Gesamtschule kooperiert, fokussieren wir SuS, die die Oberstufe einer Gesamtschule oder eines Gymnasiums besuchen. Dabei interessieren wir uns besonders für SuS mit Zuwanderungsgeschichte.

Zunächst wird – anknüpfend an das Methodendesign und die Untersuchungsergebnisse des bereits abgeschlossenen und vom BMBF geförderten Projektes „AkaTex“ – untersucht, welchen Stellenwert das Verfassen von Texten und die Förderung von Text-/Schreibkompetenzen curricular (Analyse der Kernlehrpläne) und unterrichtspraktisch (Fragebogenstudie, Unterrichtsbeobachtungen, Dokumentenanalyse) im Fachunterricht in der gymnasialen Oberstufe hat. Im Zentrum der Untersuchung stehen die Fächer Deutsch, Religion, Biologie und Geschichte. Wir gehen dabei von der Annahme aus, dass dem Schreiben als Medium des Lernens im Fachunterricht gegenwärtig keine zentrale Bedeutung beigemessen wird (vgl. auch Schmölzer-Eibinger/Thürmann 2015) und dass damit auch Gelegenheiten für die Förderung bildungs- und fachsprachlicher Kompetenzen im Fachunterricht ungenutzt bleiben.

Nach dieser „Bestandsaufnahme“ wird die Fragestellung fokussiert auf SuS mit Zuwanderungsgeschichte (Interviewstudie): Welche Unterstützung benötigen sie, um den schulischen und damit bildungssprachlichen Anforderungen beim Verfassen von Texten in der gymnasialen Oberstufe genügen zu können?

Ziel des Projektes ist es, ein didaktisches Konzept zur Förderung der Text-/Schreibkompetenzen zu entwickeln, welches auch SuS mit Zuwanderungsgeschichte einschließt.

18. Juli 2017, dienstags von 18:00 (s.t.) – 19:30 Uhr, Raum AR – NB 0103

Ricarda Rübben, Fakultät II

„Inklusion als berufsbiografisches Ereignis? Berufliche Identitätserhaltung und -erneuerung von erfahrenen Gymnasiallehrkräften“

Durch die UN-Behindertenrechtskonvention wurde die nach PISA einzige – vom Ausbau des Ganztagsschulwesens abgesehen – Strukturreform des deutschen Bildungswesens in allen Bundesländern angestoßen, nach der sonderpädagogische Förderung im Regelfall an der allgemeinbildenden Schule stattfinden soll. Die Umsetzung respektive Verwirklichung dieses Anspruchs stellt u.a. auch das Schulsystem sowie die Einzelschulen vor komplexe Herausforderungen. Insbesondere für Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen werden für den Auf- und Ausbau inklusiver Bildungssysteme weitreichende Verschiebungen und Veränderungen ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeit diskutiert. Sie erfahren die Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf derzeit überwiegend als Novum; die inklusive Förderung wird offenbar – zumal an Gymnasien und bei sog. zieldifferent unterrichteten Schülerinnen und Schülern – nicht einfach nur als eine weitere Dimension von Heterogenität der Schülerschaft wahrgenommen, sondern scheint das ‚Selbstverständnis’ vieler Professioneller tiefer zu berühren. Dieses ‚Selbstverständnis’ steht im Zentrum der geplanten Studie.

Im Abgleich mit zahlreichen Überlegungen zu Einstellungen, Wissens- und Handlungsfacetten, die programmatisch darauf verweisen, wie sich der Lehrerberuf verändern muss, um den Anforderungen der Inklusion gerecht zu werden, stellt sich die Frage, wie Lehrerinnen und Lehrer die von inklusiven Schulentwicklungsprozessen ausgehenden Ansprüche tatsächlich subjektiv erfahren und inwiefern diese sich in ihrer beruflichen Identitätsentwicklung niederschlagen. Die geplante Studie ist damit in die berufsbiografische Lehrerforschung einzuordnen.

Mit dieser Studie sollen Befunde zu Identitätsentwicklungs- und -veränderungsprozessen von Lehrerinnen und Lehrern an Gymnasien, die sich in der mittleren Berufsphase befinden und zu einem Umlernen im Beruf angehalten sind, im Kontext von inklusiver Schulentwicklung vorgelegt werden. Ziel ist die Rekonstruktion von Wahrnehmungs-, Deutungs- und Bearbeitungsmustern, anhand derer sich der fallspezifische Umgang mit den spezifischen beruflichen Anforderungen inklusiven Unterrichts beschreiben lässt.