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MWTEST

Ein Portait im Videoformat finden Sie am Ende

Alexander Weiß und Martin Waizmann heißen die Gründer von MWTEST. Die GmbH wurde im Februar 2019 gegründet. MWTEST ist ein Ingenieurbüro, das seine (Dienstleistungen) im Bereich der Funktionsentwicklung im Fahrwerk anbietet. Doch was kann man darunter genau verstehen? Alexander erklärt in einem anschaulichen Beispiel, worum es bei ihrer Softwareentwicklung geht.

„Man kennt ja zum Beispiel das ESP beim Auto. Wenn man zu schnell um eine Kurve fährt und das Heck ausbricht, dann bremst das ESP eins der Vorderräder um das Heck wieder einzufangen. Dafür nutzt das ESP verschiedene Sensoren, die ständig den Lenkradwinkel und die Längs- und Querbeschleunigung betrachten. Nun stell dir vor einer dieser Sensoren würde falsche Informationen liefern, dann kann es passieren, dass das ESP das Heck herum reißt, während man gerade auf freier Strecke einen LKW überholt. Um solches Fehlverhalten zu verhindern gibt es eben Sicherheitsmechanismen, die die Sensoren überwachen. Diesen Bereich nennt man Funktionale Sicherheit, Spezialgebiet.“

Alexander kommt aus Siegen und hat dort Maschinenbau studiert. Sein Mitgründer Martin hat in Bayern an der FH Kempten Maschinenbau studiert und kommt ursprünglich aus Stuttgart. An den beiden Wurzeln der Gründer finden sich heute die zwei Standorte des Unternehmens. Die Siegener Stätte ist für die Entwicklung diverser Softwarekomponenten eines Fahrwerks verantwortlich. In Stuttgart werden Steuergeräte getestet und Fahrzeugprototypen in Betrieb genommen. An beiden Standorten sind je 5 Mitarbeiter tätig.

Die Gründer greifen in ihren Eigenschaften wie zwei Zahnräder ineinander. Was der eine nicht hat, hat der andere und umgekehrt. „Ich bin zum Beispiel ein Perfektionist und Martin ist ein Macher. Zusammen bilden wir das perfekte Team“, erklärt Alexander. Die Gründer sind Vollzeit in ihrem Unternehmen tätig. Die Gründung stemmten sie aus eigenen (finanziellen) Mitteln heraus. Das Thema Fahrwerksentwicklung wird gerade, wenn es um automatisiertes Fahren geht, noch relevanter. In diesem Bereich versuchen die Gründer in Zukunft Fuß zu fassen.

Wie seid ihr auf die Idee zu MWTEST und damit verbunden auf die Idee der Softwareentwicklung für Fahrwerkssicherheit gekommen?

Während meines Masterstudiums habe ich mich vermehrt in die Richtung der Automobilbranche orientiert. Ich war als Praktikant bei einem Automobilhersteller tätig und habe dort ebenfalls später meine Abschlussarbeit geschrieben. In dieser Zeit habe ich Martin kennengelernt, der bereits seit einiger Zeit in diesem Bereich selbstständig tätig war. Ich bin damals immer zwischen Siegen und Stuttgart hin und her gependelt und habe immer wieder nach einer Möglichkeit gesucht, wieder in Siegen zu arbeiten. Leider gab es in Siegen keine Stellen, die fachlich und inhaltlich in diese Nischentätigkeit, der ich bei dem Automobilhersteller nachgegangen bin, passten. Unsere Gründungsgeschichte resultiert insofern aus unserem Kennenlernen und unseren individuellen Wünschen, die Anstellungsart beziehungsweise den Standort zu ändern.

Was hat euch daran gereizt, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Mich persönlich hat an der Selbstständigkeit zunächst gar nichts gereizt. Das war erst einmal eine Möglichkeit für mich wieder nach Siegen zurück zu kehren. Martin war da anders, er war jahrelang selbstständig gewesen und konnte demnach sehr schnell in diese Rolle zurückkehren. Mir gefällt jetzt aber vor allem, dass man sich von den festen Strukturen lösen und mehr Freiheiten genießen kann. Außerdem bringt mich alles, was ich mache, weiter. Egal welche Aufgabe ich mache, sei es organisatorischer oder technischer Art, ich mache es für mich und mein Unternehmen und nicht für andere.

Wann habt ihr den Entschluss gefasst, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Als seitens des ehemaligen Arbeitgebers auch Interesse und Offenheit gegenüber unserer Idee gezeigt wurde, war für uns klar, dass das so funktionieren kann und wir die Gründung in Angriff nehmen werden.

Was ist/war das Innovative an eurem Unternehmen?

Es gibt einige Aspekte, die uns von anderen Dienstleistern in der Branche unterscheiden. Zum einen sind wir mit unserem Tätigkeitsfeld relativ einzigartig in Siegen und damit ein sehr attraktiver Arbeitgeber. Da also die Konkurrenz hier in Siegen nicht so hoch ist wie in Stuttgart, haben wir sehr gute und hoch qualifizierte Mitarbeiter. Außerdem sind wir ein recht kleines Unternehmen und können dadurch recht agil handeln. Wir kennen uns sehr gut in der OEM-Welt aus, sodass wir sehr selbstständig arbeiten können und man uns nicht erst anlernen muss.

Was war die größte Herausforderung, der ihr bei MWTEST gegenüberstandet?

Zum einen ist es schwierig mit den großen Fischen mit zu schwimmen. Wir wurden daher bis vor Kurzem durch einen größeren Dienstleister unterbeauftragt. Inzwischen haben wir aber auch dieses Ziel verwirklicht direkt für einen Hersteller arbeiten zu können.

Zum anderen ist es in unserer Branche üblich, dass wir von unseren Kunden pro Quartal bezahlt werden, unsere Mitarbeiter bekommen aber ein monatliches Gehalt. Diese Gradwanderung ist auch sehr herausfordernd.

Für mich persönlich war es zudem schwierig zu lernen Aufgaben abzugeben und mehr zu delegieren. Ich hatte/habe immer in allen Projekten meine Finger im Spiel, jedoch wird das irgendwann zu viel.

Inwieweit hat euch das Gründerbüro der Uni unterstützt?

Wir bekamen Büroräume, in denen wir vor allem seriös Bewerbungsgespräche führen konnten. Außerdem waren die Kontakte und das Netzwerk von großer Bedeutung. Man bekam Beratung und neue Impulse von Menschen, die selbst schon Erfahrung mit Gründungen haben und das Ganze kritisch von Außen betrachten.

Was rätst du jungen Gründern?

Das Wichtigste ist, dass man sich Beratung von außerhalb sucht, wenn man eine Idee hat. Außerdem ist es hilfreich im Team zu gründen, allerdings sollt man auch gut zusammenpassen. Man sollte sich dann über wichtige Punkte wie zum Beispiel die Gewinnverteilung vor der Gründung einigen, damit kein Konfliktpotenzial entsteht.

Würdest du nochmal gründen?

Jetzt wo ich weiß wie es geht, würde ich auf jeden Fall noch einmal gründen. Ich glaube vom organisatorischen her sind wir jetzt gut beraten, allerdings würde ich nur gründen wenn ich auch eine coole Idee hätte. Und wenn, dann auch nur mit Martin wieder zusammen.


Dieses Porträt basiert auf einem Interview mit Alexander Weiß im Juli 2020 und wurde von Janice Gust verfasst.





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