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2+1 Atelier UG - Herr Westermann H.WM

„Das größte Risiko ist, es nicht zu versuchen.“
Herr Westermann
Gründer: Tobias Strelow
Studium an der Uni Siegen: Entrepreneurship und SME-Management

Schon der Name des Herr Westermann - weckt Interesse und man fragt sich, was dieser eigentlich zu bedeuten hat. Er entstand zunächst aus der Not heraus, einer Räumungsklage zu entgehen, gesteht Tobias Strelow, Gründer von Herr Westermann (H.WM). Die mit dieser Namensgebung einhergehende Personifizierung seiner App hat sich jedoch auch als besonders passend für seine Idee herausgestellt, da sie den humorvollen Charakter seiner Gamification-App in den Vordergrund rückt.

Erste Ideen für ein Start-up hat Tobias Strelow schon 2015 entwickelt und skizziert. Als er 2017 dann seinen Masterstudiengang Entrepreneurship und SME-Management an der Universität Siegen begann, spezifizierte er sein Konzept und entwickelte einen Businessplan. Als er 2018 die Chance bekam, am Accelerator Förderprogramm für Start-ups in Köln teilzuhaben, verlagerte er seinen Arbeitsschwerpunkt nach Köln und beendete von dort sein Studium an der Uni Siegen. Seine ursprüngliche Geschäftsidee hat er mit der Zeit immer weiter entwickelt bis hin zu dem Konzept, dass er und sein siebenköpfiges Team heute verfolgen. Direkt nach dem Studium ist Tobias mit 3 Co-Foundern gleich Vollzeit in sein Business gestartet.

Das 2019 gegründete Start-up Herr Westermann ist in Köln am Mediapark (Co-Working-Space mit mehreren Star-ups) ansässig und firmiert inzwischen unter dem Unternehmensnamen 2 + 1 Atelier UG mit der App Herr Westermann.


Was ist der Nutzen, den ihr heute verkauft und wie funktioniert H.WM?

Herr Westermann ist eine Bonus-App, man /br>kann sie sich im Grunde so ähnlich vorstellen wie Payback. Der Nutzer sammelt Punkte und kann mit anderen in der App um diese Punkte „zocken“, zum Beispiel in Form einer Runde virtuellem Schnick Schnack Schnuck. Man kann auch an Umfragen teilnehmen und auf diese Art mehr Punkte sammeln. Was uns also von Payback und dem klassischen Bonussystem unterscheidet, ist der Gamification-Faktor. Später kann man die Punkte dann gegen Prämien einlösen. Uns ist es wichtig, dass diese Prämien alle nachhaltige „Produkte“ sind oder nachhaltig-gesellschaftliche Projekte fördern. Man kann durch das Einlösen seiner Punkte zum Beispiel einen Baum in Köln pflanzen lassen. Zuletzt wollen wir mit unserer App auch eine Art Communiy und ein Zugehörigkeitsgefühl schaffen.

Unsere Kunden sind Unternehmen, die wollen, dass ihre Mitarbeiter oder Kunden Punkte für etwas sammeln. Unsere Kunden entscheiden dabei selbst, wofür sie wie viele Punkte vergeben und auch wofür die Punkte eingelöst werden können. Ob fürs Händewaschen oder Bahnfahren, das ist ganz egal. Unsere App funktioniert mit sogenannten Bluetooth Beacons, die sich mit der App verbinden und Signale senden, wo und wie lange sich eine Person in einem entsprechenden Umfeld aufhält. Punkte können aber auch über QR Codes oder NFC-Sensoren gesammelt werden. Wie Punkte gesammelt werden, entscheidet unser Kunde selbst.

Wie hat sich das Unternehmen seit der Gründung entwickelt und wohin soll es weiter gehen?

Ursprünglich verfolgte ich mit Herr Westermann eine ganz andere Idee. Als ich mit einem Freund im Urlaub war, fragten wir uns, warum es eigentlich noch keine Spiele und Challenges auf Toiletten gibt. Gerade abends, wenn man unterwegs ist, hat man Lust sich mit anderen zu messen. So kam ich auf die Idee Toilettengänge in der Gastronomie spaßiger zu machen. Zum Beispiel entwickelte ich ein Urinalmodul, dass misst wie viel Wasser man gelassen hat. Wer viel uriniert, bekommt umso mehr Punkte und kann diese wiederum in der Bar für Getränke einlösen.

Mittlerweile hat sich die Initialidee komplett von den Toilettenspielen weg entwickelt. Die Bonus-App haben wir Anfang des Jahres mehrfach getestet, aber solange Corona ist und wir die App noch nicht wirklich an den Markt bringen können, probieren wir viel aus. Ich habe zudem auch ein zweites Start-up gegründet. Aber wo es jetzt wirklich hingegen wird, kann ich selbst gar nicht so richtig sagen.

Was war die größte Herausforderung bei der Gründung?

Für mich war die größte Herausforderung die Zusammenstellung des richtigen Teams. Ein IT-Start-up braucht in jedem Fall Entwickler und es ist immer recht schwierig Entwickler zu finden, die sich in die Unsicherheit eines sich noch entwickelnden Start-ups begeben, obwohl sie sehr leicht gutbezahlte sichere Anstellungen überall annehmen könnten.

Corona ist gerade natürlich auch eine große Herausforderung, da in dieser besonderen Zeit, viele Unternehmen ihre Kooperationen mit Start-ups fürs Erste auf Eis legen. Durch Corona konnten wir auch wenige unserer Entwicklungen im Einzelhandel oder in Fitnessstudios oder ähnlichem ausprobieren, da diese ja alles schließen mussten.

Was treibt dich an? Was ist dein Leitspruch?

„Das größte Risiko ist, es nicht zu versuchen“. Ich denke, wenn man jung ist und noch nicht so viel Verantwortung hat, sollte man seine Ideen auf jeden Fall ausprobieren. Es gar nicht erst zu versuchen, ist für mich schon der erste Schritt, gescheitert zu sein.

Gab es finanzielle Unterstützung in Form von Stipendien, Preise oder ähnliches?

Wir erhielten zum einen das Start-up Förderprogramm des „Start-up Inkubator und Accelerator“ in Köln im Mediapark. Dort erhielten wir für 6 Monate Mentoring, Coaching und Arbeitsplätze. Außerdem erhielten wir das NRW Gründerstipendium sowie das EXIST Gründerstipendium. Zudem erreichten wir den zweiten Platz im NUK Businessplan Wettbewerb.

Führen solche Preise zu mehr Motivation?

Am Anfang freut einen das natürlich schon sehr. Wenn man so gut abschneidet, dann gibt einen das auch Bestätigung, dass man auf dem richtigen Weg ist. Das hilft auf jeden Fall schon bei der Motivation. Aber es bringt einen irgendwann auch nicht weiter, sich immer wieder auf Start-up-Programme zu bewerben, sondern man muss mit dem eigenen Geschäftsmodell weiterkommen. Letztendlich ist das Netzwerk, das man durch solche Events aufbaut, sehr wichtig.


Dieses Porträt basiert auf einem Interview mit Tobias Strelow und wurde von Janice Gust verfasst.

 

Hier zur Homepage des Start-ups.