..
Suche
Hinweise zum Einsatz der Google Suche
Personensuchezur unisono Personensuche
Veranstaltungssuchezur unisono Veranstaltungssuche
Katalog plus

Standortinformationen Siegen

Die Erhebungsregion des Siegener Standorts untersucht den Südosten des DMW-Gebiets und umfasst die Kreise Altenkirchen (Westerwald), Hochsauerlandkreis, Koblenz, Märkischer Kreis, Mayen-Koblenz, Neuwied, Oberbergischer Kreis, Olpe, Rheinisch-Bergischer Kreis, Rhein-Lahn-Kreis, Rhein-Sieg-Kreis, Siegen-Wittgenstein und Westerwaldkreis sowie die kreisfreien Städte Bonn und Leverkusen (vgl. Abb. 1).

abb1

Abbildung 1: Das Siegener Untersuchungsgebiet mit Bezeichnung der Landkreise

Wir befassen uns aufgrund der räumlichen Gegebenheiten sowohl mit hochdeutschen als auch mit niederdeutschen Dialekten/Varietäten, da durch das Siegener Untersuchungsgebiet im oberen Drittel die Benrather Linie verläuft, die zentrale Dialektgrenze für das deutsche Sprachgebiet (vgl. Abb. 2). Nördlich davon finden sich niederdeutsche Dialekte, südlich davon hochdeutsche Dialekte. Genauer handelt es sich um Ripuarisch im Westen, Moselfränkisch sowie Rheinfränkisch im Süden, Hessisch im Osten (alles hochdeutsche Dialekte) und Westfälisch im Norden (niederdeutscher Dialekt).

abb2

Abbildung 2: Das Siegener Untersuchungsgebiet mit der Benrather Linie

Zudem sind in diesem Gebiet weitere Dialektgrenzen anzutreffen, die den sog. Rheinischen Fächer bilden.


abb3

Abbildung 3: Das Siegener Untersuchungsgebiet mit Bezeichnung der Landkreise und dem Rheinischen Fächer

Das Siegener Untersuchungsgebiet zeichnet sich insgesamt durch viele Übergangsgebiete aus, was die Untersuchung der sprachlichen Gegebenheiten besonders spannend gestaltet. Was den Rheinischen Fächer angeht, so sind typische Differenzierungsmerkmale die Auswirkungen der Zweiten Lautverschiebung (ca. 500-800 n.Chr.). Sie zeigen sich vor allem bei den Unterschieden zwischen erhaltenen Plosiven und verschobenen Frikativen, das heißt zum Beispiel zwischen „altem“ t und „neuem“ s in dat/das, zwischen „altem“ p und „neuem“ f in dorp/dorf sowie zwischen „altem“ k und „neuem“ ch in maken/machen, ik/ich und sik/sich.

Mit umfassenden Erhebungen anhand eines sehr umfangreichen Fragebuchs (ca. 800 Fragen) will der DMW die standardfernste Sprache in den einzelnen Regionen aufzeigen. Neben der Ermittlung phonologischer, morphologischer, syntaktischer und lexikalischer Merkmale der Varietäten wird auch untersucht, wie Dialektsprecher*innen ihre Sprache wahrnehmen, und durch eine Abfrage der so genannten Wenker-Sätze (https://regionalsprache.de/wenkerbogen.aspx) eine historisch ausgerichtete Analyse ermöglicht.

Für die Erhebungen werden Orte/Ortsteile bis 8.000 Einwohner ausgewählt, in denen bereits andere linguistische Projekte (vor allem die Erhebungen Wenkers im Rahmen des Deutschen Sprachatlas) durchgeführt wurden. Um den Sprachwandel und den Sprachgebrauch zu erfassen, werden in einem Ort jeweils zwei Personen der ältesten Generation (ab 70 Jahre) und in etwa einem Drittel der Orte jeweils zwei Personen der jüngeren Generation (30 bis 40 Jahre) befragt, um generationsübergreifenden Wandel bestimmen zu können.

Bei den Dialektsprecher*innen, die an den Interviews teilnehmen und so zu dem Gelingen des DMW beitragen, möchten wir uns schon jetzt herzlich bedanken. Ebenso danken wir den Personen, die uns bei der Suche nach Sprecher*innen unterstützen und unterstützt haben. Ohne deren Engagement ist und wäre die flächendeckenden Erhebungen nicht möglich.

Das DMW-Team Siegen

dmw_team

Abbildung 4: Pia Winkel (wiss. Mitarbeiterin), Ludmilla Ox (stud. Hilfskraft), Emily Reeh (stud. Hilfskraft), Kai-Uwe Carstensen (techn./computerling. Koordination), Aynalem Misganaw (ZIMT), Marius Albers (wiss. Mitarbeiter), Petra M. Vogel (Projektleitung), Joline Schmallenbach (stud. Hilfskraft), Nicole Palliwoda (Projektkoordination), Marie-Christin Freischlad (stud. Hilfskraft), Petra Solau-Riebel (wiss. Mitarbeiterin), Alex Clemens (stud. Hilfskraft), Katrin Kuhmichel (wiss. Mitarbeiterin), Ambra Ottersbach (stud. Hilfskraft).