Vortragsreihe Held*innen
Die Vortragsreihe nähert sich dem Faszinosum Held:innen auf unterhaltsame Weise.
Helden scheint es immer gegeben zu haben, Literatur und Geschichte sind voller Heldengeschichten. Und auch in der Gegenwart sehnen sich Menschen nach außergewöhnlichen Figuren, die herausstechen und besondere Taten vollbringen und dadurch zur Inspiration dienen. Doch wie wird man eigentlich zur Held:in? Warum? Welche Geschichten erzählen wir über Held:innen? Und mit welchen Eigenschaften verbinden wir Heldentum? Welche Rolle spielt Gender dabei?
Veranstaltungsort: US-C 109, 18.15-19.45 Uhr
- 26.11.2025:
Dorna Safaian: Heroisierung: Zur Fabrikation des Außerordentlichen - 17.12.2025:
Svenja Reiner: „Darling, I'm a nightmare dressed like a daydream“ – ambivalente Held*innenerzählungen am Beispiel von Taylor Swift - 28.01.2026:
Daniel Stein: Wonder Woman: Zur problematischen Popularität einer feministischen Ikone
Daniel Stein: Wonder Woman: Zur problematischen Popularität einer feministischen Ikone
Superheld:innen zählen zweifellos zu den populärsten Phänomenen unseres Planeten. Sie sind aus unserer Welt kaum mehr wegzudenken und begegnen uns alltäglich in Comics, Filmen oder Videospielen, und auch online sind sie fast omnipräsent. All das macht sie zu Figuren, deren Werte, Auftreten und Aktivitäten immer auch politisch gelesen werden. Wonder Woman, die 1941 von dem Psychologen und Feministen William Moulton Marston geschaffene und Dienstälteste Superheldin es DC-Universums, hat in ihrer über 80-jährigen Geschichte viele Wandlungen durchgemacht und dabei unterschiedliche Gender-Vorstellungen verkörpert. Dieser Vortrag erzählt die Geschichte dieser Transformationen von ihren ersten Auftritten als Kriegerin in einer matriarchalen Gesellschaft in den 1940er Jahren und ihrer Bedeutung als feministisches Vorbild für den Feminismus der 1970er Jahre bis hin zu ihrer Neuorientierung als queere Heldin seit den 2010er Jahren. Im Fokus des Vortrags steht auch das Spannungsfeld, das sich aus der Ernennung von Wonder Woman als Ehrenbotschafterin der Vereinten Nationen (UN) für die Stärkung von Frauen und Mädchen (2016) und den neusten Debatten über die politischen Ansichten der israelischen Schauspielerin Gal Gadot, die Wonder Woman seit 2016 spielt und die Figur seit Anfang der 2020er Jahre in Kontroversen über den Krieg in Gaza verwickelt, die ihre Popularität politisch problematisch werden lassen und die es sich auch aus gendertheoretischer Perspektive zu betrachten lohnt.
Svenja Reiner: „Darling, I'm a nightmare dressed like a daydream“ – Ambivalente Held*innenerzählungen am Beispiel von Taylor Swift
Geschichten haben uns den Himmel erklärt, die Furcht vor der Dunkelheit genommen, die Raumfahrt lange vor dem Bau der ersten Rakete imaginiert. Geschichten lehren uns, wie man lebt, wie man liebt. Sie ordnen Erfahrungen, schaffen Bedeutung, kurz: Sie sind essenziell für Gemeinschaften. In ihrem Mittelpunkt stehen häufig Held*innen, die für etwas kämpfen, sich Widersachern entgegenstellen und bereit sind, alles zu riskieren.
Der Vortrag untersucht die unterschiedlichen medialen Erzählungen über Taylor Swift als Popstar, Underdog und Feminist Icon, und zeigt, welche Narrative diesen Geschichten zu Grunde liegen. Damit verknüpft ist die grundsätzliche Überlegung: Werden Stars durch narrative Zuschreibungen zu Held*innen - oder prägen Held*innenerzählungen unsere Wahrnehmung von Stars?
