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BiSuArgu

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Projektbeschreibung

Die Grundschule, als Schule für alle Kinder, zählt zu den größten Handlungsfeldern sprachlicher Bildung (vgl. Becker-Mrotzek/Roth 2017) und Lehrkräfte aller Fächer stehen in der Verantwortung fachspezifische sprachliche Anforderungen und sprachliche Voraussetzungen von Kindern wahrzunehmen und mittels sprachanregender Lehr- und Lernprozesse in Einklang zu bringen. Insbesondere der Sachunterricht stellt diesbezüglich in seiner thematischen Breite, seiner vielperspektivischen Ausrichtung, seinem hohen Vorkommen an kommunikativen Lernformen sowie der sprachlichen Verfasstheit spezifischer Aufgaben, Materialien und Textsorten hohe sprachliche Anforderungen (vgl. Stimming i.V.). Gleichermaßen besitzt er damit reichhaltig sprachbildendes Potenzial und legt den Grundstein der Entwicklung fachsprachlicher Kompetenzen für zahlreiche Fächer weiterführender Schulen. Damit ist er als ein wichtiges Handlungsfeld der sprachbezogenen Bildungsforschung zu betrachten (vgl. ebd.) und bildet das Forschungsfeld von BiSuArgu. Die Entwicklung und Förderung (mündlicher) argumentativer Kompetenzen im fächerverbindenden Deutsch- und Sachunterricht stehen dabei im Fokus des Forschungsinteresses, weil das Argumentieren als sprachlich-kommunikative Praktik (vgl. Morek et. al 2017), sprachliche Kompetenzen umfasst, deren Erwerb und Förderung unabdingbar mit den Bildungsansprüchen des Sachunterrichts (vgl. GDSU 2013) in Zusammenhang stehen. Dazu zählen u.a. ...

1. ... ein reflexiver und kommunikativer Aufbau neuen Wissens sowie die Weiterentwicklung der Persönlichkeit durch die Auseinandersetzung mit den Sachen. Denn beim Argumentieren werden Weltwissen und Erfahrungen abgerufen, versprachlicht sowie ausgehandelt und neu konstruiert. Argumentieren besitzt also epistemisches Potenzial (vgl. Morek et. al 2017).

2. ... das verantwortungsvolle Handeln durch die Partizipation an der Gestaltung der Umwelt. Denn wer als eigenständiges Mitglied der Gesellschaft diese mitgestaltet, muss seine Perspektiven und Ansprüche aushandeln und zudem Räume, Zugänge und Gelegenheiten haben diese zu entwickeln und zu äußern (vgl. Stimming i.V.).

3. ... das Beschreiten (individueller) Wege von einer Alltags- zur Bildungssprache. Denn das Argumentieren stellt besonders herausfordernde sprachliche Anforderungen, die im Kontext der Bildungssprachlichkeit verortet werden können (vgl. Morek et al. 2017; Morek/Heller 2012).

4. ... das Bilden einer Schnitt- und Anschlussstelle der Interessen und Fragen von Kindern und den zu vermittelnden Wissensbeständen der Fachkulturen (vgl. GDSU 2013, 10): Beim Argumentieren im Sachunterricht entstehen dafür authentische sowie funktionsorientierte Kontexte und Gelegenheiten zur sprachlichen und fachlichen Auseinandersetzung und folglich zur Partizipation an gesellschaftlich und individuell relevanten (Unterrichts-)Diskursen. Das Argumentieren besitzt nach Krelle (2014: 26) dann motivierenden Charakter, wenn den Kindern der (individuelle) Nutzen dieser Sprachhandlung explizit in der Anwendung deutlich wird.

Vor diesem Hintergrund wird im Projekt BiSuArgu der Frage nachgegangen, inwiefern das mündliche Argumentieren als sprachliches Werkzeug zur Partizipation aller Kinder innerhalb des Unterrichts (und außerhalb) dienen kann und welchen Beitrag zur Entwicklung und Förderung nötiger Kompetenzen der Sachunterricht zu leisten vermag.

Dazu soll im ersten Schritt eine Bilanz in Bezug auf folgende Aspekte gezogen werden:

• Stellenwert des Argumentierens im Sachunterricht

• mögliche Themengebiete und Sprachanlässe zur Förderung argumentativer Kompetenzen

• Methoden und Aufgabenformate zur Förderung argumentativer Kompetenzen

• die Relevanz argumentativer Kompetenzen für den fachlichen Lernerfolg

• die Relevanz argumentativer Kompetenzen für das spätere Leben 

Dazu werden zum einen curriculare Anforderungen des Deutsch- und Sachunterrichts zum Ende der Grundschule und mit Blick auf die ausdifferenzierten Sachfächer nach dem Schulübergang offengelegt (Analyse der Kerncurricular NRW). Zum anderen werden Perspektiven aus der aktuellen Unterrichtspraxis eingeholt (Leitfadengestützte Interviews mit Lehrkräften im Rahmen des Projektes BiSu).

Ausgehend von diesen Ergebnissen und der Berücksichtigung aktueller fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Befunde sollen im zweiten Schritt entsprechend aufbereitete, argumentationsanregende Unterrichtssettings im Sachunterricht der vierten Klasse durchgeführt und videographiert werden. Ziele dieser videobasierten Unterrichtsforschung sind zum einen die Deskription der kindlichen Partizipation an der Unterrichtskommunikation anhand typischer Kontexte und Schlüsselsituationen und dort gezeigter argumentativer Fähigkeiten unter den besonderen Bedingungen der aufbereiteten Settings. Zum anderen wird ein Konzept zur integrativen Förderung argumentativer Kompetenzen im fächerverbindenden Deutsch- und Sachunterricht entwickelt.