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Literaturdidaktik

Die Literaturdidaktik erforscht die Lehr- und Lernprozesse, die sich auf die Vermittlung von Literatur in verschiedenen medialen Formen beziehen. Als Fachdidaktik ist sie eine Teildisziplin der Literaturwissenschaft. An der Universität Siegen liegen die Schwerpunkte in Forschung und Lehre in den folgenden Bereichen:

Themenorientierte Literaturdidaktik

Es gehört zum Grundbestand jeder kulturellen Bildung, der Literatur, ihrer Geschichte, ihren vielfältigen Erscheinungen, Themen und Motiven intensiv begegnen zu können. Unter dem Begriff der Themenorientierten Literaturdidaktik – TOLD – stellen wir aktuelle und traditionelle Themen der Literatur fachwissenschaftlich fundiert, aber mit einem spezifisch literaturdidaktischen Blick vor. Dabei liegt der Fokus auf der Vermittlung literarisch-kultureller Bildung bei gleichzeitiger Medienkompetenzentwicklung und Leseförderung.

Literaturdidaktik und Kulturökologie

Einer kulturökologisch ausgerichteten Literaturdidaktik geht es um den spezifischen Erkenntniswert literarischer Fiktionen mit Blick auf die Themen Kultur, Natur und Umwelt, die nicht nur Wissen generieren, sondern auch Einsicht in ethische und politische Dimensionen gewähren, welche menschlichem Handeln zugrunde liegen, das auf Zukunft gerichtet ist. Die Literaturdidaktik erfüllt in diesem Kontext eine wichtige Funktion als entscheidende Verbindung zwischen den Erkenntnissen kulturökologischer Forschung und deren Vermittlung und Reflexion in der schulischen Praxis.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist eine ganzheitliche und transformative Bildung, die in Bezug auf den Deutsch- und Literaturunterricht die Inhalte des literarischen Lernens daraufhin untersucht, inwiefern sie zu einer Transformation der Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit beitragen können. Wir arbeiten daran, dass Studierende nach den Grundsätzen der BNE befähigt werden, informierte Entscheidungen zu treffen und verantwortungsbewusst zum Schutz der Umwelt, für eine bestandsfähige Wirtschaft und eine gerechte Gesellschaft zu handeln. Seit 2019 gehört BNE laut Kernlehrplan in NRW zu den fachübergreifenden Querschnittsaufgaben des Deutsch- und Literaturunterrichts.

Literatur und Leseforschung

In diesem Forschungsbereich untersuchen wir prototypische Verlaufsformen der Lese- bzw. literarischen Sozialisation, indem wir u.a. nach den biografischen Einflussfaktoren (Familie, Peers, Schule, Medien usw.) auf Leseverhalten, Lesemotivation, Lesestoff und Lesekompetenz fragen. Methodisch wird hier v.a. an empirisch-qualitative Untersuchungsdesigns aus der Forschung angeknüpft, die ergiebige Erkenntnisse über die Bedeutung des Lesens für junge Generationen versprechen. Insbesondere die Arbeit mit sogenannten schriftlich fixierten „Leseautobiographien“ spezifischer Probandengruppen stellt innerhalb der literaturdidaktischen Sozialisationsforschung einen wichtigen methodologischen Ansatz dar (vgl. v.a. Erich Schön und Werner Graf) und wird von uns weiterentwickelt.

Digitales Lesen und Verstehen

Digitalisierung verändert das Lesen grundlegend. Dies betrifft die Gegenstände, Medien und Institutionen des Lesens. Digitalisierung eröffnet den Lesenden neue Gestaltungsräume hin zu gewandelten kommunikativen Strukturen. Im Rahmen des Forschungsverbundprojekts ComeIn – Communities of Practice NRW für eine Innovative Lehrerbildung beteiligen wir uns an der Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie für die Lehrerbildung mit dem Schwerpunkt Germanistik / Literaturdidaktik.

Historische Kanonforschung

Hier konzentrieren sich unsere Arbeiten auf Fragestellungen und Erkenntnisinteressen, die sich unter der Perspektive einer historischen Kanonforschung mit der Geschichte des Literaturunterrichts, der Literaturvermittlung und dem schulischen Lektürekanon befassen. Damit stellt dezidiert auch die fachhistorische Perspektive, die bislang immer noch eher stiefmütterlich behandelt wird, eine wichtige Forschungsperspektive innerhalb der literaturdidaktischen Disziplin dar. Historische Fragestellungen mit Blick auf den Gegenstand der Vermittlung von Literatur verstehen wir damit als einen selbstverständlichen Teilbereich der Literaturdidaktik.

Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Berbeli Wanning