..
Suche
Hinweise zum Einsatz der Google Suche
Personensuchezur unisono Personensuche
Veranstaltungssuchezur unisono Veranstaltungssuche
Katalog plus

„Foto des Monats“ im Stadtarchiv: Vom Standortlazarett zum Universitäts-Campus

In seiner neuen Ausgabe der Ausstellungsreihe „Foto des Monats“ widmet sich das Stadtarchiv Siegen einem stadtbildprägenden Gebäude der Krönchenstadt: dem heutigen Emmy-Noether-Campus auf dem Fischbacherberg. Das Gebäude, das zwischenzeitlich als Standort des Jung-Stilling-Krankenhauses diente, wurde ursprünglich als Lazarett errichtet.

Durch den Einzug des aus Thüringen kommenden III. Bataillons des Infanterieregiments 57 am 16. Oktober 1935 war Siegen Garnisonsstadt geworden. Einhergehend hatte sich die Heeresbauverwaltung frühzeitig Gedanken über eine funktionierende Infrastruktur am neuen militärischen Standort machen müssen. Unterhalb der Sandhalde am Fischbacherberg entstand daher für 3,5 Mio. Reichsmark ein Lazarett für die neue Garnisonsstadt. In den ersten Kriegsmonaten des Jahres 1939 wurde der Bau vollendet und in Betrieb genommen.

Nach Kriegsende wurde das schwer beschädigte Gebäude einer zivilen Nutzung zugeführt. Das evangelische Hilfswerk in Bielefeld beschloss im Jahr 1946, den Komplex in ein Krankenhaus umzugestalten. Die Eigentumsverhältnisse gestalteten sich jedoch als überaus schwierig, sodass es erst Anfang 1947 gelang, das Gebäude für die Dauer von zehn Jahren anzumieten. In dieser Zeit sorgte die Frage „kommunales oder konfessionelles Hospital?“ für politische Streitgespräche und kontroverse Diskussionen in Siegen. Verhandlungen der Inneren Mission mit dem evangelische Hilfswerk Bielefeld wie auch mit den Bundes- und Landesbehörden führten 1952 dazu, dass der bestehende Mietvertrag vom 1. Juli 1952 an vom evangelischen Hilfswerk auf die Innere Mission Siegerland e.V. in Siegen übertragen wurde. Dessen ungeachtet herrschte in den Krankenhäusern der Stadt Siegen nach wie vor Bettennot. Die Folge waren Verhandlungen, ob und wie das ehemalige Standortlazarett modernisiert werden konnte. Eine Sanierung wäre jedoch zu kostspielig gewesen, Alternativen  mussten gesucht werden.

Am 4. April 1962 wurde schließlich von NRW-Ministerpräsident Dr. Franz Meyers der Grundstein für den Neubau des modernen Jung-Stilling-Krankenhauses oberhalb der Leimbachstraße gelegt. Bestärkt worden war die Frage eines Neubaus durch die Untersuchung, dass für Modernisierungs- und Erweiterungsmaßnahmen am Fischbacherberg 5-6 Mio. Mark hätten investiert werden müssen. In Anbetracht dieser Kalkulation wurde auf eine grundlegende Modernisierung des ehemaligen Standortlazaretts verzichtet. Bis 1966 blieb das Jung-Stilling-Krankenhaus dort jedoch noch in Betrieb. Nach einer weiteren Nutzung als Standortverwaltung und Bundeswehrverwaltungsschule wurde das Gebäude dann im Jahre 1995 Bestandteil der Universität Siegen. Durch einen Rektoratsbeschluss vom 26. April 1995 wurde das Gebäude unter dem Namen „Emmy-Noether-Campus“ dem Fachbereich Mathematik und Physik als neues Domizil übergeben; als Namengeberin diente die Mathematikerin Emmy Noether (1882-1935).

Das Stadtarchiv Siegen lädt alle Interessierten herzlich zum Besuch der Vitrinenpräsentation ein, die noch bis zum 3. Dezember 2010 im Lesesaal des Stadtarchivs im KrönchenCenter (3. OG) während der regulären Öffnungszeiten zu sehen sein wird. Informative Hintergrundinformationen über den geschichtsträchtigen Baukomplex runden die Ausstellung ab.