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Ein Hauch von Nobelpreis

Aktivitäten im Bereich Teilchenphysik der Universität Siegen werden im neuen „Center for Particle Physics“ (CPPS) gebündelt.

Die Universität Siegen hat etwas zu feiern: Die Gründung des „Center for Particle Physics Siegen“ (CPPS). Dieses Zentrum für Teilchenphysik am Emmy-Noether-Campus (ENC) ist das erste Zentrum, das von der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät gegründet wurde und bündelt die Aktivitäten im Bereich Teilchenphysik. „Hier wurde mit geballter Energie etwas Hochachtenswertes auf die Beine gestellt, das die internationale Sichtbarkeit der Universität Siegen erhöht und unser aller Anerkennung verdient. Es ist gelungen, die Uni Siegen auf allerhöchstem wissenschaftlichen Niveau zu platzieren“, lobte Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart.

Auf der Eröffnungsfeier wehte auch der Hauch des Nobelpreises für Physik, der Anfang Oktober an den Belgier François Englert und den Briten Peter Higgs vergeben wurde. Die beiden Wissenschaftler hatten die Theorie zum Ursprung der Masse von Elementarteilchen bereits 1964 entwickelt. Im Jahr 2012 schließlich gab die Entdeckung des Higgs-Bosons durch die Experimente ATLAS und CMS am CERN den Ausschlag für die Verleihung des Physik-Nobelpreises. Zwei der Arbeitsgruppen im neuen „CPPS“ um Prof. Dr. Peter Buchholz und Prof. Dr. Ivor Fleck sind am ATLAS-Experiment am CERN beteiligt.

Deshalb stand auch der Festvortrag von Prof. Dr. Norbert Wermes (Universität Bonn) mit dem Titel "Discovering with sophisticated experimentation – the Higgs as an example“ im Zeichen des Nobelpreises, da Prof. Wermes wichtige Technologien beschrieb, die zur Entdeckung des Higgs-Bosons geführt hatten. Prof. Dr. Claus Grupen gab einen Einblick in die Highlights der mehr als 40-jährigen Geschichte der Teilchenphysik in Siegen. „Die Gründung des Zentrums ist Anerkennung für die Forschungsleistungen und zugleich Auftrag für die Zukunft, neue Akzente zu setzen“, sagte Prof. Dr. Andreas Kolb, Prodekan für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Fakultät IV.

Die Forschungsschwerpunkte am neuen CPPS sind die theoretische und experimentelle Teilchen- und Astroteilchenphysik. Eine Besonderheit des Zentrums ist, dass der Anteil von experimenteller und theoretischer Physik nahezu gleich ist. In der experimentellen Teilchenphysik wird mit erdgebundenen und kosmischen Teilchenbeschleunigern geforscht. In der theoretischen Physik wird insbesondere in der sogenannten Flavourphysik und in der Quantenchromodynamik geforscht. Hier beschäftigt man sich ebenso wie in der experimentellen Physik mit den Eigenschaften der schwersten Quarks, also Bausteinen des Protons und anderer Hadronen. In der Astroteilchenphysik besteht eine Beteiligung am Pierre Auger-Observatorium, das in Argentinien steht und die Eigenschaften der höchstenergetischen kosmischen Strahlung untersucht.

Der Gründungsvorstand des CPPS besteht aus neun Wissenschaftlern, vier aus der experimentellen und fünf aus der theoretischen Teilchenphysik. Vorsitzender des Gründungsvorstandes ist Prof. Dr. Ivor Fleck, der Ziele und Aufgaben des CPPS anschaulich darstellte.