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"Maschinenhaus - Campus für Ingenieure" an der Uni Siegen gestartet

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) berät mit Vertretern des Departments Maschinenbau der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität Siegen gemeinsam über Strategien für mehr Erfolg im Ingenieurstudium.

Mit dem Transfer-Projekt an der Universität Siegen geht die Maschinenhaus-Initiative des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in das zweite Jahr. Seit dem 9. Januar 2014 beraten Vertreter des Departments Maschinenbau der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität Siegen gemeinsam mit dem VDMA über Strategien für mehr Studienerfolg im Ingenieurstudium und darüber, wie die Qualität der Lehre weiterentwickelt werden kann. „Wir freuen uns über das Engagement nordrhein-westfälischer Hochschulen“, sagt Projektleiter Dr. Norbert Völker vom VDMA. Neben der Universität Siegen nehmen auch die RWTH Aachen und die Fachhochschule Aachen sowie die Fachhochschule Köln an Maschinenhaus-Transferprojekten teil. „Mittelgroße Hochschulen wie die Uni Siegen bieten für Unternehmen abseits der Ballungsräume gute Chancen, sich über Hochschulkooperationen die Fachkräfte von morgen zu sichern“, stellt Axel E. Barten, Vorstandsmitglied des VDMA und geschäftsführender Gesellschafter der Achenbach Buschhütten GmbH aus dem nördlich von Siegen gelegenen Kreuztal, fest.

In den kommenden sechs Monaten dreht sich in Siegen alles um die Themen Studienqualität und Qualitätsmanagement: Experten des VDMA werden gemeinsam mit Lehrenden und Studierenden den Status quo an der Hochschule analysieren und anhand der vom VDMA entwickelten Maschinenhaus-Toolbox, eines Werkzeugkastens mit bewährten Instrumenten guter Lehre, Empfehlungen für Verbesserungen geben und deren Umsetzung bewerten.

maschinenhaus3Doppelter Abiturjahrgang als Herausforderung

Die Universität Siegen hat sich angesichts der doppelten Abiturjahrgänge in den Jahren 2012 und 2013 darauf vorbereitet, die Qualität der Lehre und eine entsprechende Betreuung auch bei hohen Studienanfängerzahlen sicherzustellen. Nach der „Generalprobe“ im Wintersemester 2012/13 hat die Uni ihr Angebot erweitert, um den Studierenden die bestmöglichen Studienbedingungen zu bieten. So wurden zusätzliche Stellen geschaffen, Kapazitäten erweitert und das Veranstaltungsangebot ausgebaut. Es gibt zusätzliche Lehrräume und eine verbesserte Bus-Anbindung. Zudem erfolgte im September 2013 die Vorstellung der Pläne für den neuen Uni-Campus in Siegens Mitte, der Bau dieses zentralen Projekts hat bereits begonnen.

Gute Vorbereitung der Studienanfänger ist das A und O

Um die besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Ingenieurstudium zu schaffen, kooperiert die Universität Siegen mit Gymnasien in der Region. Denn die Weichen für den Studienerfolg werden bereits vor Studienbeginn und erst recht im ersten Studienjahr gestellt. „Eine gute Vorbereitung und eine gute Begleitung der Studienanfänger sind essenziell“, weiß Prof. Dr. Karsten Kluth, Prodekan für Lehre und Finanzen der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität Siegen.

Dieses Bemühen hat an der Uni Siegen Erfolg, was sich an der niedrigen Quote von Studienabbrechern im Maschinenbau zeigt. "Mit 17 Prozent liegt die Abbrecherquote im Bereich Maschinenbau signifikant unter dem bundesweiten Durchschnitt, der 53 Prozent beträgt", erklärt Prof. Dr. Franz-Josef Klein, Prorektor für Lehre, Lehrerbildung und lebenslanges Lernen. Die niedrige Abbrecherquote relativiert sich zusätzlich dadurch, dass hier auch jene Studierende eingerechnet werden, die Fach oder Hochschule wechseln, die also die Hochschule gar nicht verlassen. Die Universität Siegen setzt auf eine intensive Betreuung der Studierenden, unter anderem im Rahmen des LINUS-Projekts. Auch die Relation zwischen der Zahl der Studierenden und Zahl der Lehrenden ist in Siegen für ein erfolgreiches Studium förderlich. Prof. Dr. Klein: "Trotzdem: Nichts ist so gut, dass man es nicht noch verbessern könnten. Deshalb arbeiten wir intensiv an einer Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements." Neue Einrichtungen wie die Steuerungsgruppe Lehre oder das Qualitätszentrum treiben Verbesserungen voran.

Vor diesem Hintergrund will die Hochschule im Rahmen des Projekts „MINToringSi“ gemeinsam mit der Bezirksregierung Arnsberg und dem Verband der Siegerländer Metallindustriellen (VdSM) junge Menschen für die MINT-Fächer begeistern, ihr Interesse an den Natur- und Technikwissenschaften festigen und sie in den ersten Semestern ihres MINT-Studiums begleiten. Der zentrale Baustein sind „MINToren“, Studierende und Doktoranden der MINT-Fächer, die die Schüler und Studienanfänger über insgesamt drei Jahre beraten und unterstützen. Das Vorläuferprojekt „MINToring“ war von 2008 bis zum Sommer 2013 unter Federführung der Berliner Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) sehr erfolgreich an Gymnasien in Siegen-Wittgenstein gelaufen.

„Diese Form des Mentorings ist ein gutes Praxisbeispiel für unsere Maschinenhaus-Toolbox und inspiriert vielleicht andere Hochschulen, ihre Angebote auszubauen und Kooperationspartner in den Schulen und in ihrer Region zu suchen“, hofft Völker. „Wir müssen dafür sorgen, dass sich junge Menschen so früh wie möglich mit MINT-Themen beschäftigen und mit möglichen Berufswegen auseinandersetzen“, sagt Barten. Deshalb bringt sich auch der VDMA-Landesverband intensiv in die Maschinenhaus-Initiative ein.

„Maschinenhaus – Campus für Ingenieure“ geht ins zweite Jahr

Maschinenhaus-Transfer-Projekte laufen bereits seit April 2013 an 18 deutschen Hochschulen, erste Projekte wurden bereits abgeschlossen. Insgesamt soll es im Rahmen der Maschinenhaus-Initiative 32 Beratungsprojekte an Hochschulen in ganz Deutschland geben. Alle teilnehmenden Hochschulen erhalten zum Abschluss das „Maschinenhaus-Teilnahmezertifikat“ und werden damit in den Kreis der Transfer-Hochschulen aufgenommen.

Ein vorläufiger Höhepunkt des Projekts war im vergangenen Jahr die Verleihung des mit 100.000 Euro dotierten VDMA-Hochschulpreises. Gefragt waren zukunftsweisende Hochschulkonzepte zur Verbesserung des Studienerfolgs im Bachelorstudium Maschinenbau und Elektrotechnik. Eine Jury aus hochrangigen Vertretern von Unternehmen, Hochschulen, Verbänden und Studierende kürte am 20. November 2013 die Fakultät für Maschinenbau des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zum „Besten Maschinenhaus 2013“.

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