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Zweites Maschinenhaus-Transfer-Projekt an der Uni Siegen beginnt

Realistische Erwartungen an ein Studium wecken und es erfolgreich durchführen: Universität Siegen berät gemeinsam mit dem VDMA über Strategien für mehr Studienerfolg im Ingenieurstudium.

Mit dem Department Elektrotechnik und Informatik nimmt nach dem Maschinenbau ein zweites Department der Universität Siegen an einem Transfer-Projekt der Maschinenhaus-Initiative des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) teil. Universitätsvertreter beraten in den kommenden Monaten gemeinsam mit dem VDMA über Strategien für mehr Studienerfolg im Ingenieurstudium und darüber, wie die Qualität der Lehre weiterentwickelt werden kann. „Dass wir zwei Departments für unser Maschinenhaus-Projekt gewinnen konnten, freut uns sehr und motiviert, die Transferprojekte weiter engagiert voranzutreiben“, sagt Projektleiter Dr. Norbert Völker vom VDMA. „Dass an der Universität Siegen Elektrotechnik und Informatik in einem Department verbunden sind, ist nicht nur für die Unternehmen der Region ein wahrer Glücksfall“, erklärt Axel E. Barten, Vorstandsmitglied des VDMA und geschäftsführender Gesellschafter der Achenbach Buschhütten GmbH & Co.KG. „Beide Fachrichtungen geben wichtige technologische Impulse für den Maschinenbau – Industrie 4.0 ist ein herausragendes Beispiel für diese thematische Verzahnung.“

Wie am Department Maschinenbau der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät, wo bereits seit Anfang Januar ein Transfer-Projekt läuft, dreht sich in den kommenden sechs Monaten auch am Department Elektrotechnik und Informatik alles um die Themen Studienqualität und Qualitätsmanagement: Experten des VDMA werden gemeinsam mit Lehrenden und Studierenden den Status quo an der Hochschule analysieren und anhand der vom VDMA entwickelten Maschinenhaus-Toolbox, eines Werkzeugkastens mit bewährten Instrumenten guter Lehre, Empfehlungen für Verbesserungen geben und deren Umsetzung bewerten.

Anforderungen und Erwartungen in Einklang bringen

vdma2„Vom Transfer-Projekt erhoffen wir uns Anregungen, wie wir unsere Erstsemester zielgenauer ansprechen und die Betreuung unserer Studierenden noch verbessern können“, so Prof. Dr. Karl Christoph Ruland, Sprecher des Departments Elektrotechnik und Informatik der Universität Siegen. Zurzeit brechen ungefähr 24 Prozent der Studierenden am Department ihr Studium ab, wofür es aus Sicht der Verantwortlichen verschiedene Ursachen gibt: Viele Studienanfänger würden die Anforderungen an ein Studium der Elektrotechnik nicht erfüllen, andere wiederum würden falsche Erwartungen an den Studiengang stellen und den Aufwand für ein Studium unterschätzen. Um den Studienerfolg in diesem Spannungsfeld sicherzustellen, hat die Naturwissenschaftlich-Technische Fakultät der Universität Siegen bereits berufs- und studienorientierende Maßnahmen entwickelt und durchgeführt. Dabei setzt sie vor allem auf die Kooperation mit Schulen. So begleiten im Rahmen des Projekts „MINT on Tour“ Uni-Dozenten regelmäßig Projektwochen für 7. und 8. Klassen an Gymnasien der Region. In der „Autumn School“ können an Technik und Informatik interessierte Schüler, die sich in der Berufs- und Studienorientierungsphase befinden, für vier Tage ein Probestudium absolvieren. „Nur wenn wir mit den Schulen der Region zusammen Ideen entwickeln, können wir schon vor Studienbeginn die Weichen für den Studienerfolg stellen“, weiß Ruland. „Mit kreativen Maßnahmen und hohem Engagement schaffen wir es, dass unsere Studierenden gut vorbereitet und mit angemessenen Erwartungen ins Studium kommen und dort im weiteren Verlauf erfolgreich sind.“

Betreuung im Studienverlauf sicherstellen

Damit die Studierenden im weiteren Studienverlauf den Anforderungen gerecht werden und den Aufwand bewältigen können, haben sich an der Fakultät unter anderem Mentoring-Systeme bewährt. So hat die Hochschule gemeinsam mit der Bezirksregierung Arnsberg und dem Verband der Siegerländer Metallindustriellen (VdSM) das Projekt „MINToringSi“ ins Leben gerufen, um junge Menschen für die MINT-Fächer zu begeistern, ihr Interesse an den Natur- und Technikwissenschaften zu festigen und sie in den ersten Semestern ihres MINT-Studiums zu begleiten. Der zentrale Baustein sind „MINToren“, Studierende und Doktoranden der MINT-Fächer, die die Schüler und Studienanfänger über insgesamt drei Jahre beraten und unterstützen. Das Vorläuferprojekt „MINToring“ war von 2008 bis zum Sommer 2013 unter Federführung der Berliner Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) sehr erfolgreich an Gymnasien in Siegen-Wittgenstein gelaufen.

„Das ist ein gutes Praxisbeispiel für unsere Maschinenhaus-Toolbox und kann andere Hochschulen inspirieren, ihre Angebote auszubauen und Kooperationspartner in den Schulen ihrer Region zu suchen“, hofft Völker. „Unsere Branche hat für die jungen Menschen in allen Bereichen von MINT etwas zu bieten. Interessante Praktikums- und Ausbildungsangebote ermöglichen eine optimale Vorbereitung auf die vielfältigen Berufswege im Maschinen- und Anlagenbau.“, sagt Barten. Deshalb bringt sich auch der VDMA-Landesverband NRW intensiv in die Maschinenhaus-Initiative ein.

„Maschinenhaus – Campus für Ingenieure“ im zweiten Projektjahr

Maschinenhaus-Transfer-Projekte laufen seit April 2013 an 18 deutschen Hochschulen, erste Projekte wurden bereits abgeschlossen. Neben der Universität Siegen nehmen in Nordrhein-Westfalen auch die RWTH Aachen und die Fachhochschule Aachen sowie die Fachhochschule Köln an Maschinenhaus-Transfer-Projekten teil. Insgesamt soll es im Rahmen der Maschinenhaus-Initiative 32 Beratungsprojekte an Hochschulen in ganz Deutschland geben. Alle teilnehmenden Hochschulen erhalten zum Abschluss das „Maschinenhaus-Teilnahmezertifikat“ und werden damit in den Kreis der Transfer-Hochschulen aufgenommen.

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