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NRW ein Brennglas der Klimapolitik

Umweltminister Remmel referierte bei der Zukunftsinitiative Wirtschaft Siegen-Wittgenstein 2025 über „Regionale Chancen durch Klimaschutz“.

„Wenn wir keinen Planeten mehr haben, geht es der Wirtschaft nicht gut“, zitierte Landrat Andreas Müller den ehemaligen US-amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore in seiner Begrüßungsrede zur jüngsten Veranstaltung der Zukunftsinitiative Wirtschaft Siegen-Wittgenstein 2025 (KM:SI, Forschungskolleg Siegen, Universität Siegen).  Das Thema lautete „Regionale Chancen durch Klimaschutz“. Zu Gast war NRW-Umweltminister Johannes Remmel. Der Landrat verwies auf die Chancen, die der Klimaschutz auch den Unternehmen biete: „Das ist ein Geschäftsfeld, mit dem man gutes Geld verdienen kann.“ Diese Chance sei in der heimischen Region erkannt worden und werde genutzt: „Viele Unternehmen in der Region sind auf diesem Gebiet unterwegs.“

Vielleicht stellte Minister Remmel vor diesem Hintergrund zu Beginn seiner Ausführungen die Frage in den Raum, ob er nicht Butter nach Friesland trage. Südwestfalen, so Remmel, sei eine „starke Industrieregion im Grünen“, stark im Eisen- und Metallbau, der Stahlindustrie, dem Handwerk, geprägt vom Mittelstand und versehen mit einer guten Universität. Veränderungsprozesse auch im Rahmen der industriellen Entwicklung hätten heutzutage auch immer mit dem Thema Energie zu tun, so Remmel. Das Thema stehe in engem Zusammenhang mit dem Klimaschutz. Der Kohlendioxidausstoß solle bis 2050 drastisch gesenkt werden. Derzeit liege er in NRW bei rund 16 Tonnen pro Kopf und Jahr. Ein Inder indes bringe es auf 1,5 Tonnen pro Jahr und Kopf. Im industriell geprägten Nordrhein-Westfalen solle der Ausstoß um etwa 80 Prozent im Planungszeitraum gesenkt werden. Der Minister: „Wenn wir das in NRW nicht schaffen, schaffen wir es auch national und auf europäischer Ebene nicht.“ Von daher sei NRW „ein Brennglas der Klimapolitik“. Die Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes gehe nur mit technischen Lösungen. Remmel: „Es besteht die Chance, diese Lösungen im internationalen Wettbewerb anzubieten.“ Eine Region, die sich an Nachhaltigkeit und Klimaschutz orientiere, sei Teil dieser Lösung. Es gelte, Kräfte abzustimmen, Ressourcen zu bündeln und den Netzwerkgedanken zu stärken.

Deutschland strebe seit 2011 eine umfassende Energiewende an. Allerdings seien die Grundlagen dafür noch nicht geschaffen worden. Vor allem in die Infrastruktur müsse investiert werden. In Sachen Energie und Klimaschutz würden Initiativen vor Ort in Netzwerken benötigt, Systemlösungen, Qualifikation und Ausbildung. Remmel: „Wir brauchen eine ökologische industrielle Revolution. Und diese braucht Revolutionäre.“ In diesem Sinne habe NRW eine gute Zukunftsperspektive, nicht zuletzt wegen der engen Hochschullandschaft auch im Bereich Energie.

Text: Katja Knoche | Foto: Jonas Pees