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Katalog der UB Siegen

Uni stößt regionale Forschungspartnerschaften an

Zwölf Kooperationen sind bereits genehmigt. Breites Spektrum von Inklusion über Carsharing bis hin zur Bakteriensuche.

In der Region und darüber hinaus fungiert die Universität Siegen als gewichtiger Innovationsmotor. Jüngstes Beispiel ist ein fakultätsübergreifendes Programm zu regionalen Forschungspartnerschaften. WissenschaftlerInnen der Hochschule greifen in Ihrer Forschung Problemstellungen aus der Praxis eines regionalen Partners auf. Die Mittel (rund 820.000 Euro) für die Partnerschaften stammen aus dem Hochschulpakt II. Die Projekte laufen zum 1. März 2015 an. Insgesamt gingen 24 Anträge für regionale Forschungspartnerschaften ein. Zwölf davon wurden bereits genehmigt, zwei befinden sich in der abschließenden Prüfung. Univ.-Prof.in Dr. Hanna Schramm-Klein, Prorektorin für Industrie, Technologie- und Wissenstransfer: „Die Vielfalt der eingereichten Anträge zeigt, dass unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf den unterschiedlichsten Gebieten mit der Region verknüpft sind.“ Die Partnerschaften werden zunächst für ein Jahr gefördert. Die Verlängerungsoption auf ein weiteres Jahr besteht. Die Projektmittel sollen überwiegend verwendet werden, um wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte einzusetzen. Für die mittelfristige Weiterführung erfolgreicher Projekte und zukünftige Ausschreibungen ist eine Finanzierung durch einen Spendenfonds regionaler Akteure denkbar. Rudolf König, IHK, Leitung Geschäftsbereich II Standort und Infrastruktur: „Die regionalen Forschungspartnerschaften zeigen, dass wichtige Impulse für die Forschung aus der Praxis kommen und regionale Partner einen für wissenschaftliche Untersuchungen unverzichtbaren Beitrag liefern können.“ Univ.-Prof. Dr.-Ing. Peter Haring Bolívar, Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs ergänzt: „Wir freuen uns mit dieser Investition aus unserer Universität, den Grundstein für eine Intensivierung der regionalen Kooperation mit der Wirtschaft, der Kultur und der Gesellschaft in Südwestfalen legen zu können."
Landrat Andreas Müller, der ebenfalls an den Auswahlgesprächen teilnahm, begrüßte insbesondere den grundlegenden Ansatz nachdrücklich, praxisrelevante Problemstellungen in regionalen Partnerschaften wissenschaftlich zu bearbeiten und zeigte sich davon überzeugt, dass damit die Bedeutung der Universität für die Region nachhaltig unterstützt wird.

Übersicht der bislang genehmigten Forschungspartnerschaften:

  • Prof. Dr. Christoph Strünck (Politikwissenschaft – Sozialpolitik): „Was macht Regionen attraktiv?“ Inhalte des Projekts: Entwicklung und Erprobung eines Online-Erhebungsinstruments, um die Attraktivität von Regionen und Kommunen mittels Befragungen messen und vergleichen zu können.
  • Prof. Dr.-Ing. Torsten Leutbecher (Lehrstuhl für Massivbau), Prof. Dr. Reinhard Trettin (Institut für Bau- und Werkstoffchemie) und das Unternehmen Fertigbau Lindenberg, Otto Quast GmbH & Co. KG: „Entwicklung eines Flachdeckensystems in Betonfertigteilbauweise unter Einsatz von ultrahochfestem Beton“.  
  • Prof. Dr.-Ing. Kerstin Weinberg (Lehrstuhl für Festkörpermechanik) sowie Berleburger Schaumstoffwerke:  „Dämpfungseigenschaften von Regufoam“. Experimentelle Untersuchung und mechanische Modellierung der schalldämpfenden Eigenschaften von Polyurethan-Schaum der Reihe Regufoam.
  • Jun.-Prof. Dr. Bernd Wagner (Schulpädagogik) und Karin Puck (Museum für Gegenwartskunst): „Kulturelle Bildung und ästhetische Sachlernprozesse in den Sammlungen des Museums für Gegenwartskunst“. Das Museum für Gegenwartskunst möchte sein Angebot für Grundschulklassen in Siegen und den benachbarten Landkreisen ausbauen. Bereits entwickelte Themenführungen zum ästhetischen Lernen sollen aufgegriffen und neue pädagogische Vermittlungsformen angestrebt werden.
  • Prof. Dr. Holger Burckhart, Dr. Jörg Siewert und Bertha-von-Suttner-Gesamtschule: „Bertha inklusive“. Die Fakultät II der Universität Siegen hat einen Schwerpunkt „Inklusion“ entwickelt und implementiert. Ein Ziel dieses Schwerpunktes ist es, die Studierenden zu befähigen, „in Theorie und Praxis reflektiert mit den Problemen der Ausgrenzung umzugehen und Strategien zur Inklusion zu entwickeln“. Dafür sind inklusive Schulen als Kooperationspartner unverzichtbar.
  • Prof. Dr. Roland Wismüller (Betriebssysteme und verteilte Systeme), Prof. Dr.-Ing. Marcin Grzegorzek (Pattern Recognition) sowie Dipl.-Ing. Uwe Latsch (INVERS GmbH): „Multimodale Interpretation von Sensordaten zur automatischen Ereigniserkennung in Carsharing-Flotten“. Der zentrale Punkt für Carsharing-Anbieter ist die Frage, wann und wo ein Fahrzeug für den Kunden zur Verfügung steht. Der Anbieter muss seine Flotte so verwalten, dass er die Kernanforderungen der Kunden – nämlich Zeit und Ort – möglichst gut erfüllen kann.
  • Prof. Dr. Bärbel Kuhn (Didaktik der Geschichte), Prof. Dr. Angela Schwarz (Neuere und Neueste Geschichte), Steffen Mues (Bürgermeister Stadt Siegen), Lutz Burwitz (Leiter des Stadtarchivs), Thomas Wolf (Leiter des Kreisarchivs), Klaus Dietermann (Aktives Museum Südwestfalen): „Forschungs- und Ausstellungsprojekt ,Weltkrieg – Kriegswelt(en). 1917 in Stadt und Land Siegen‘“. 1917 wird häufig als „Epochenjahr“ bezeichnet. Der Kriegseintritt der USA und die Russische Oktoberrevolution gelten in diesem Zusammenhang als Ereignisse von weltgeschichtlicher Bedeutung. Das Jahr 1917 markiert aber in vielerlei Hinsicht auch einen tiefen Einschnitt in die zu der Zeit bereits seit Jahren vom Krieg betroffenen Gesellschaften in Stadt und Land, was vielfältige Forschungsperspektiven auf die regionalen Dimensionen des „Großen Krieges“ eröffnet.
  • Prof. Dr. Rainer Brück (Mikrosystementwurf), Prof. Dr. Erwin Pesch (Wirtschaftsinformatik), Prof. Dr. Marcus Schweitzer (Technologiemanagement), Dr.-Ing. Michael Wahl (Mikrosystementwurf) sowie Thomas Lehner (Elmos): „TEBA: Test Economics im Backend“. Elmos fertigt eine Produktpalette von rund 250 verschiedenen Schaltungen. Diese stellen an die Fertigung und den Test sehr unterschiedliche Anforderungen.
  • Prof. Dr. Ulrich Seidenberg (Lehrstuhl für Produktions- und Logistikmanagement), Prof. Dr.-Ing. Madjid Fathi (Institut für wissensbasierte Systeme und Wissensmanagement) sowie Dr.-Ing. Hans-Hermann Wiendahl (SMS Siemag AG): „OntoLog“. Seit 2010 existiert eine Kooperation zwischen den Beteiligten, die der Integration von Wissensmanagement und Methoden der künstlichen Intelligenz mit dem Ziel gewidmet ist, die Qualität von Prozessen und die Leistung von Produktionssystemen zu verbessern. Mit dem nun genehmigten Projekt soll die Zusammenarbeit zwischen Theorie und Praxis fortgesetzt und auf breitere Beine gestellt werden.
  • Prof. Dr. Ulrike Buchmann, Prof. Dr. Stefanie Marr, Katharina Gimbel, Sonja Köhler (Fakultät II Bildung•Architektur•Künste) sowie Berufskolleg Olpe, Kreis Olpe, Jugendkunstschule kunsthaus alte mühle: „Jugend inklusiv im Kreis Olpe – Entwicklung und Erprobung eines potentialgenerierenden Curriculums für Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber im Kreis Olpe“. Ein Gesamtkonzept vor allem zur Bildungs- und Ausbildungs-Inklusion von Kriegsflüchtlingen und Asylbewerbern soll erarbeitet werden. Ein solches Konzept kann nur mit Hilfe einer breiten gesellschaftlichen Beteiligung entwickelt und in der Folge umgesetzt werden. Mit diesem dringlichen Anliegen haben sich die Integrationsbeauftragten des Kreises Olpe und das Berufskolleg Olpe an die Arbeitsgruppe Berufs- und Wirtschaftspädagogik gewandt.
  • Prof. Dr. Holger Schönherr (Physikalische Chemie I), Jun.-Prof. Dr. Carsten Engelhard (Analytische Chemie) sowie Dr. Martin Frettlöh (Quh-Lab Lebensmittelsicherheit): „Ausspionieren Biofilm-bildender Bakterien in Rohren. Schnellnachweis von verborgenen Bakterien in Rohrleitungen durch Abfangen von Signalmolekülen der interbakteriellen Kommunikation“. Gesundheitsgefährdende Bakterien wie Legionellen können in wasserführenden Rohrleitungen unentdeckt bleiben, vor allem, wenn sie sich in sogenannten Biofilmen ansiedeln und dort vor Reinigungsverfahren und Entdeckung geschützt verbergen. Um die Gefährdung durch schlummernde Bakterien in Rohrleitungen zuverlässig beurteilen zu können, sind neue, hochsensitive Analyseverfahren und innovative Ansätze notwendig, die in diesem multidisziplinären Projekt entwickelt werden sollen.
  • Prof. Dr. Thomas Coelen sowie Kreis Olpe: „Besuch von Jugendfreizeitanlagen im ländlichen Raum“. Die demografische Entwicklung wird in den nächsten Jahren auch im Kreis Olpe erhebliche Auswirkungen auf die Kinder- und Jugendarbeit haben. Betroffen sind sowohl Vereine, Verbände als auch Jugendfreizeitstätten. Insbesondere die Offene Kinder- und Jugendarbeit muss sich als ein zentraler Ort für informelle Bildungsprozesse in Zukunft neu definieren – auch im Kontext zunehmender Ganztagsschulen.