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Länderübergreifender Schutz vor Hochwasser

5. Siegener Symposium zu „Sicherung von Dämmen, Deichen und Stauanlagen“. Wissenschaft ist in der Pflicht, leistungsfähigeren Schutz für die Zivilgesellschaft zu entwickeln.

Das Institut für Geotechnik (IfG) und das Forschungsinstitut Wasser und Umwelt (fwu), Abteilung Wasserbau und Hydromechanik, veranstaltete kürzlich im Department Bauingenieurwesen der Universität Siegen das mittlerweile 5. Symposium „Sicherung von Dämmen, Deichen und Stauanlagen“. Die Leitung hatten Prof. Dr.-Ing. Richard Herrmann und Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jensen inne. Das Siegener Symposium zur „Sicherung von Dämmen und Deichen“ ist in seiner Konzeption bereits Ende der 90er Jahre durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit der beteiligten Institute entstanden. Damit beschäftigt sich die Universität Siegen seit über 15 Jahren wissenschaftlich mit diesem Thema und hat damit international – vorwiegend allerdings im deutschsprachlichen Raum – ein Alleinstellungsmerkmal.
In der Eröffnungsrede führte Prof. Herrmann aus, dass „aktuelle Ereignisse, wie z.B. die Hochwasser in England oder Australien im Februar des vergangenen Jahres, uns deutlich machen, dass ein absoluter Schutz gegen Extremereignisse nicht möglich ist. Sie zeigen aber auch, dass dort, wo technischer Hochwasserschutz konsequent umgesetzt wurde, Schäden vermieden werden konnten. Wir sind nach den Ereignissen in den vergangenen Jahren aufgefordert, wissenschaftlich noch leistungsfähigere und duktilere Systeme zu entwickeln. Weiter ist die Wissenschaft in der Pflicht, die Zivile Sicherheit im Hochwasserschutz permanent zu bewerten, zu bearbeiten und ganzheitlich-interdisziplinäre und länderübergreifende Lösungen für die Zivilgesellschaft einzufordern.“
Das 5. Symposium zur „Sicherung von Dämmen, Deichen und Stauanlagen“ bot wieder ein interessantes Programm. Dieses umfasste beispielsweise den Bereich Bemessung und Modellierung, Beiträge zu Neubau- und Sanierungsmaßnahmen, Fluss- und Seedeichen und der Verwendung von Baustoffen. Erörtert wurden in diesem Jahr zudem die Bedeutung der Bauwissenschaften in der zivilen Sicherheit sowie weitere Spezialthemen.
Zum zentralen Thema „Sicherung von Dämmen, Deichen und Stauanlagen“ mit dem Begriff „Sicherung“ wurden interessante Erfahrungsberichte zu aktuellen Ereignissen, wie

  • Juni-Hochwasser 2013 in Sachsen,
  • Talsperren, Hochwasserrückhaltebecken und Stauanlagen mit internationalen Projekten, wie im Königreich Bhutan,
  • die Historie bis zu 5000 Jahre alter Stauanlagen und ihre Sicherung in Sinne des Denkmalschutzes für solche Anlagen,
  • Fluss- und Seedeiche u.a. mit herausragenden Forschungsergebnissen der ETH-Zürich und Promotionsbegleitung durch die Universität Siegen (Prof. R. A. Herrmann), den Bemessungsgrundlagen und Bemessungsmodellen anhand von wasserbaulichen Modellversuchungen in Verbindung mit Modellierungen an der Uni-Siegen (Prof. J. Jensen),
  • neue Ansätze zur wahrscheinlichen Sicherheit von Seedeichen und deren Implementierung als europäische Standards (EUROCODE) von Deltares-Delft,
  • der Quantifizierung von Schutzstandards von Halligwarften (Forschungsprojekt RWTH-Aachen/ Uni-Siegen),
  • den Baustoffen, Geokunststoffen und Materialen als Schwerpunkt der NT-Fakultät der Uni-Siegen,

präsentiert.

Trotz der Vielfalt der Beiträge und der fachlichen Meinungen im Rahmen des Symposiums wurden die Vorträge von einer breiten und fachlich fundierten Diskussion begleitet.
Die Veranstaltung wurde auch in diesem Jahr von einer Fachausstellung der Hersteller von Konstruktionen zum Hochwasserschutz und zur Sicherung von Dämmen und Deichen sowie mobilen Hochwasserschutzsystemen, von Firmen der Geokunststoffindustrie und des Spezialtiefbaues begleitet, die in den Veranstaltungspausen reges Interesse fand.
Ausgewählte Beiträge des Symposiums sollen zeitnah in einem Themenheft publiziert werden. Ebenso ist geplant, die Vorträge des Symposiums und weitere Beiträge zur Sicherung von Dämmen, Deichen und Stauanlagen als Fachbuch Vol. V herauszugeben.

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Foto: Carlo Sörensen (v.l.),  Prof. R. A. Herrmann, Prof. Heinz Brandl, Prof. Jürgen Jensen.