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Ratgeber-Seite für gelungene Inklusion

Die Universität Siegen dokumentiert im „Inklusionskataster NRW“ auf einer Internetplattform Praxisbeispiele und Planungsaktivtäten zur Entwicklung inklusiver Gemeinwesen.

Um Barrieren abzubauen, baut Nordrhein-Westfalen ein Inklusionskataster auf. Diese neue Internetplattform dokumentiert online Praxisbeispiele, Projektideen und Planungsaktivtäten zur Entwicklung inklusiver Gemeinwesen. Das Zentrum für Planung und Evaluation Sozialer Dienste (ZPE) der Universität Siegen wurde vom NRW-Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales (MAIS) beauftragt, die Internetplattform aufzubauen und zu pflegen. Beispiele aus den Bereichen Wohnen, Arbeit, Freizeit, Bildung, Kultur, Politik und Gesundheit dienen ab sofort als Ratgeber für gelungene Inklusion.

Sozialminister Guntram Schneider stellte das Inklusionskataster am 1. April in Düsseldorf vor. „Wer die Welt verändern will, muss überzeugend argumentieren. Und für den Fortschritt bei der Inklusion ist nichts so überzeugend wie die gelungene Praxis“, sagte Schneider. Das Inklusionskataster liefert zum einen Informationen für Menschen mit Behinderungen und listet zum anderen gelungene Beispiele für erfolgreiche Inklusionsprojekte auf.

Die ersten Vorbild-Projekte sind bereits online. Beispielsweise „Eifel barrierefrei“, eine Initiative des Deutsch-Belgischen Naturparks Hohes Venn – Eifel. Dargestellt werden mehr als 70 Angebote, mit denen Menschen mit Behinderungen den Naturpark barrierefrei erleben können. Ein anderes Beispiel ist die „Künstlergruppe Nebelhorn“ in Schermbeck (Kreis Wesel). Menschen mit und ohne Behinderungen finden hier ein offenes Atelier, in dem sie sich unter Anleitung eines Künstlers kreativ betätigen können.

Das Projekt „Inklusionskataster NRW“ knüpft an das abgeschlossene Forschungsprojekt des ZPEs „Inklusive Gemeinwesen Planen“ an, das im vergangenen Frühjahr in Siegen mit einer großen europäische Konferenz abgeschlossen wurde. Aus diesem Projekt entstand eine Arbeitshilfe, die den Kommunen konkrete Anregungen zur Gestaltung einer planerischen Herangehensweise an die Umsetzung der UN-Konvention zum Schutz der Rechte von Menschen mit Behinderung bietet. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass die Frage der Umsetzung der Konvention auf kommunaler Ebene mit Unsicherheiten verbunden ist. Das Inklusionskataster NRW leistet an dieser Stelle Unterstützung durch Beispiele praktischer Inklusion. Die Projektgruppe möchte unterschiedliche Praktiken und Aktivitäten zusammenführen, um ein Forum zu bieten und alle Akteure zu ermutigen, den Weg in Richtung Inklusion zu gehen.

Von besonderer Wichtigkeit ist, dass die Inklusionsprojekte umfassend analysiert werden, bevor sie auf der Homepage dargestellt werden. Hierfür kommt ein Kriterienraster zum Tragen. Es werden nur Projekte aufgenommen, die diesen Kriterien entsprechen, um das nötige Maß an Qualität zu gewährleisten. Neben Bildern, Videos und weiteren Infomaterialien wird den Projektverantwortlichen ebenfalls die Möglichkeit gegeben, ein Feedback mit ihren Erfahrungswerten bezüglich der Planung und Durchführung ihres Projektbeispiels abzugeben. Diese Planungs- und Erfahrungsperspektive und das „Know-how“ der Umsetzung wird im Inklusionskataster NRW stark berücksichtigt.

Die Website soll zusammen mit einer Reihe von regelmäßigen Veranstaltungen und Projektforen zu verschiedenen Themenschwerpunkten wie z.B. „Kultur“, „Freizeit“ oder „Wohnen“ der Vernetzung lokaler Akteure dienen und Impulse zum Austausch geben, um so gegenseitige Lernprozesse anzuregen. Am 13. August 2015 wird das erste Projektforum zum Themenbereich ‚Kultur’ im Reinoldinum (Haus der Evangelischen Kirche, Schwanenwall 34) in Dortmund stattfinden.

Durchgeführt wird das Projekt im Rahmen der Landesinitiative „NRW inklusiv“ von Prof. Dr. Albrecht Rohrmann und den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Miriam Düber und Eva Konieczny. Die Projektlaufzeit beträgt insgesamt drei Jahre. Das Forschungsteam verspricht sich von dem Projekt Erkenntnisse darüber, wie unterschiedliche Akteure den Auftrag zur Gestaltung einer inklusiven Infrastruktur aufnehmen und zur Weiterentwicklung ihrer Programme und Angebote nutzen.

Weitere Informationen und die Kontaktdaten finden sich auf der Projekthomepage.