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Eine Innovation ist „gut“, wenn…

Neues Kompetenzzentrum CRID der Universität Siegen ist Ansprechpartner für ethische und gesellschaftliche Fragen in Forschung und Innovation.

Der Kühlschrank der Zukunft kann mehr als nur kühlen. Er kann Milch nachbestellen, bevor keine mehr vorrätig ist. Er kann aber auch die Tür blockieren, weil eine Heißhunger-Attacke in der Nacht ungesund ist. Eine Innovation wie dieser Kühlschrank kann den Alltag vereinfachen – und gleichzeitig die Selbstbestimmung einschränken. Ein neues Kompetenzzentrum an der Universität Siegen beschäftigt sich mit der Frage, wann Innovationen wirklich „gut“ sind. Das Center for Responsible Innovation & Design, kurz CRID, bearbeitet ethische und gesellschaftliche Aspekte in gestaltungsorientierten Forschungs- und Innovationsprozessen. Gründer des CRID sind der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und das Forschungskolleg Siegen (FoKoS).

Gut 50 Teilnehmer aus der Region waren dafür zur Gründungsveranstaltung mit Fachvorträgen und einer offenen Paneldiskussion gekommen, um sich einen Einblick in das Forschungsfeld, die Ziele und die Projekte des CRID zu verschaffen. Beispielsweise geht es im Forschungsprojekt „INEMAS“ um die Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen der nächsten Generation. Intelligente Systeme können Emotionen des Fahrers analysieren, seinen Zustand bewerten und daraus Handlungen ableiten. Ist der Fahrer nach der Arbeit stark gestresst und unkonzentriert, erkennt das System die Situation und bietet passende Unterstützung. Was aber, wenn solch sensible Daten über den Fahrer nach einem Unfall an die Versicherung des Wagens weitergeleitet werden könnten?

„Gerade im Rahmen der Digitalisierung sind viele Fragen entstanden. Was passiert mit meinen Daten, wie steht es um meine Privatsphäre, kann ich noch selbständig Entscheidungen treffen? Diese Fragen müssen wir am Anfang eines Entwicklungsprozesses stellen und beantworten“, sagt Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik sowie Leiter und Gründer des CRID. Die Gestaltung und Evaluation einer Innovation sollen eng miteinander verzahnt werden – und nicht nacheinander erfolgen. Dieser Ansatz verfolgt das Ziel, negativen Auswirkungen von Forschung und Innovation vorzubeugen und ihre Chance bestmöglich zu nutzen.

„Das Leitmotiv der Universität Siegen lautet ‚Zukunft menschlich gestalten‘. Wir möchten Antworten geben auf globale Herausforderungen unter der Berücksichtigung ethischer und gesellschaftlicher Aspekte in der Forschung. Diese Perspektive soll das CRID befördern. Es steht beispielhaft für die Aktivitäten des FoKoS“, erklärte Prof. Dr. Carsten Hefeker, Direktor des FoKoS.

Das CRID möchte deshalb den Austausch zwischen Forscherinnen und Forschern fördern, Synergie-Potenziale heben, konkrete Unterstützung bieten und praktische Methoden in und für interdisziplinäre Forschungsprojekte entwickeln. Wie lassen sich ethische und gesellschaftliche Aspekte in die Forschung integrieren? Dafür bietet sich das CRID als Ansprechpartner an.

cridteam2