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Hochwasserrisiko nimmt zu

Wissenschaftler der Uni Siegen stellen in einer Studie erhöhtes Risiko in US-Küstenstädten fest.

Die Zahl von Hochwasserereignissen in Küstenregionen durch die Kombination von Sturmfluten und starken Niederschlägen hat sich im vergangenen Jahrhundert für viele große US-Küstenstädte signifikant erhöht. Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftler Thomas Wahl und Jens Bender (beide Universität Siegen, Forschungsinstitut Wasser und Umwelt) gemeinsam mit Wissenschaftlern der University of Maine (USA) und der University of South Florida (USA). Die Ergebnisse der Studie wurden am 27. Juli 2015 in der renommierten Zeitschrift „Nature Climate Change“ veröffentlicht.

Nahezu 40 Prozent der US-Bevölkerung lebt in direkter Küstennähe und ist damit der Gefahr durch Sturmfluten und Hurrikans ausgesetzt. „Überschwemmungen in diesen meist niedrig gelegenen, dicht besiedelten und hoch entwickelten Regionen können weitreichende soziale, wirtschaftliche und ökologische Folgen haben“, so Thomas Wahl. Die Problematik wird nochmals verschärft, wenn Sturmfluten von starken Niederschlägen begleitet werden. Solche Wetterlagen führen dazu, dass Sturmfluten zu Überschwemmungen führen und die starken Niederschläge zusätzliches Hochwasser in Form von z. B. Sturzfluten mit sich bringen. „In diesem Fall überlagern sich die see- und binnenseitigen Hochwasser und können zu noch schwerwiegenderen Überschwemmungen in dem betroffenen Gebiet führen“, betont Jens Bender.

Die Forschergruppe hat die Entwicklung der Eintrittswahrscheinlichkeit solcher kombinierter Hochwasserereignisse entlang der US-Küste für das letzte Jahrhundert analysiert. Im Fall von New York City haben die Wissenschaftler festgestellt, dass Sturmflutwetterlagen immer häufiger auch starke Niederschläge auslösen und Wetterlagen, die extreme Niederschläge mit sich bringen, auch häufiger von Sturmfluten begleitet werden. Es wurde weiterhin festgestellt, dass sich die Wahrscheinlichkeit des Auftretens solcher Extremereignisse an der am Atlantik gelegenen Ostküste der Vereinigten Staaten deutlich stärker abzeichnet als an der pazifischen Westküste.

Der langfristige Meeresspiegelanstieg wird für US-Küstenstädte zukünftig das größte Risiko für Überschwemmungen darstellen. Durch die Zunahme der kombinierten Ereignisse aus Sturmfluten und Niederschlägen in Verbindung mit dem Klimawandel wird dieses Risiko in Zukunft allerdings noch zusätzlich erhöht werden. „Unsere Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der kombinierten Hochwassergefahr aus Sturmfluten und Starkniederschlägen sowie den Zusammenhang zum Klimawandel. Wir werden jedoch weitere Untersuchungen durchführen müssen um die Auswirkungen dieser Entwicklung detailliert für einzelne Städte abschätzen zu können“ schließen Thomas Wahl und Kollegen.

Ob der Klimawandel ebenfalls in deutschen und europäischen Küstenstädten zu einem wachsenden Hochwasserrisiko führt, wird auch in weiteren Studien untersucht werden müssen.

Referenz:
Wahl, T., Jain, S., Bender, J., Meyers, S. D., Luther, M. E. (2015): Increasing risk of compound flooding from storm surge and rainfall for major US cities, doi: 10.1038/nclimate2736.