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Region in Fahrt

Forscher der Uni Siegen zeigen in einem Vortrag die Möglichkeiten und Spannungsfelder bei der Vernetzung unserer Fahrzeuge auf.

Tagtäglich fahren Millionen Fahrzeuge über die Straßen, eine Person sitzt dabei immer hinter dem Steuer. Dass dies in Zukunft der Vergangenheit angehören könnte, zeigten Prof. Dr. Rainer Brück und Dr. Michael Wahl bei einem Vortrag im Foyer der Sparkasse Bad Berleburg im Rahmen der Reihe „Region im Dialog“. Prof. Brück und der Lehrstuhl für Mikrosystementwurf der Universität Siegen beschäftigen sich neben dem Anwendungsfeld Automotive auch mit Sensoren, beispielsweise für die Sicherung von Baustellen, sowie mit dem Bereich Medizinische Informatik.

Prof. Brück und Dr. Wahl stellten anhand treffender Praxisbeispiele dar, dass die zunehmende Vernetzung im Auto „Fluch und Segen“ zugleich bedeuten kann – wenn sich Sicherheit, Kommunikation und Komfort an Transparenz und Überwachung stoßen. Anhand zweier Schaltpläne unterschiedlicher Epochen wurde deutlich, wie viele Systeme mittlerweile im Fahrzeug Zugriff auf die Fahrzeugdaten haben und diese auswerten. Als ein Beispiel führte Dr. Wahl die Emergency Call Funktion „e-Call“ an, die sich in zwei Jahren in jedem Neuwagen befinden soll. Diese Funktion kann im Falle eines Unfalls Hilfe rufen und den Insassen so das Leben retten.

Hierzu greift das System aber nicht nur auf die aktuellen Standortdaten zurück, sondern auch auf Informationen, wie viele Personen sich im Wagen befinden. Die Drucksensoren der Sitze, welche das Anschnall-Warnsignal bedienen, sammeln Informationen darüber, wie viele Sitze besetzt sind und wie schwer die Personen sind. Zudem kennt das Auto die Anzahl der Airbags, die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Strecke sowie die Außentemperatur, die Musiklautstärke, das Fahrverhalten des Fahrers und vieles mehr. All dies sind Daten, die das Fahrzeug benötigt, um den Notruf abzusetzen, Insassen zu schützen und die Assistenzsysteme zu steuern. Dies sind aber auch Daten, an denen Versicherungsgesellschaften Interesse hätten, um Unfälle bewerten oder die Beiträge je nach Fahrer und Fahrverhalten festzulegen zu können.