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Uni kommt ins Museum

Das neue Forschungsprojekt „Zeit.Raum Siegen“ hat das Ziel, im Siegerlandmuseum die Geschichte der Stadt mit innovativer Technik erlebbar zu machen.

Im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss soll die Geschichte Siegens auf eine neue Art und Weise erzählt werden. Den Weg dahin gehen die Universität, die Stadt Siegen und der Förderverein des Siegerlandmuseums gemeinsam – mit dem neuen Forschungsprojekt „Zeit.Raum Siegen“. Im Fokus stehen die Entwicklung eines interaktiven Modells der Siegener Innenstadt und eines „Stadtwikis“, das die Erinnerungen von Bürgerinnen und Bürgern an Orte in der Geschichte Siegens sammelt.

Kanzler Ulf Richter, Stadträtin Babette Bammann und Ulf Stötzel (Vorsitzender des Vereins der Förderer und Freunde des Siegerlandmuseums) unterzeichneten die Kooperationsvereinbarungen im Oraniersaal im Oberen Schloss. Seitens der Universität Siegen sind Prof. Dr. Volkmar Pipek (Lehrstuhl für Computerunterstützte Gruppenarbeit und Soziale Medien), Prof. Dr. Bärbel Kuhn (Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte), Prof. Dr. Monika Jarosch (Lehrstuhl für Praktische Geodäsie und Geoinformation) und Oliver Stickel (Fab Lab) beteiligt. „Ein fantastisches Projekt, die gesamte Breite der Uni ist vertreten. Es ist ein praktisches Beispiel für das Engagement der Uni in der Stadt“, sagte Kanzler Richter.

3D-Modell zum Anfassen und mit einem Gedächtnis

Ein dreidimensionales Stadtmodell soll entstehen, das die Siegener Innenstadt abbildet und Tischgröße haben wird. Grundlage ist das virtuelle 3D-Stadtmodell von Siegen, in dem Gebäude, die Form des Geländes ebenso wie der Verlauf von Straßen und Gewässern durch Prof. Jarosch maßstäblich modelliert wurden. Diese Daten ermöglichen es, im Fab Lab (Fabrication Laboratory) ein Modell durch verschiedene 3D-Druckverfahren herzustellen.

Besucherinnen und Besucher können dieses Modell anfassen – und dank Sensorsystemen mehr über die Historie lernen. Unterschiedliche Szenarien der Geschichte Siegens sollen bildhaft auf das Modell projiziert werden. Wie sich die Stadt verändert hat, wo früher Besonderheiten oder Sehenswürdigkeiten zu finden waren, all das soll sich visuell darstellen lassen. „Wir möchten die Geschichte greifbar machen! Das ist ein Pilot-Projekt, ein Leuchtturm, wie Regionalgeschichte auch an anderen Orten erlebbar werden kann. Die neue Technologie stellt das Fab Lab zur Verfügung“, sagte Prof. Pipek. Möglich wäre beispielsweise, auf das Siegener Krönchen zu zeigen und auf einem Bildschirm weiterführende Informationen zu bekommen.

Erinnerungsorte der Bürgerinnen und Bürger

„Zeit.Raum Siegen“ enthält als zentralen Aspekt ein „Stadtwiki“. Diese Plattform ermöglicht es auf einer ersten Ebene, Informationen zur Stadtgeschichte zu sammeln, und sich über ihre je individuelle oder auch kollektive Relevanz auszutauschen. Dafür bietet das Konzept der Erinnerungsorte einen ausgezeichneten Zugang. Im Rahmen des Projekts wollen Prof. Kuhn und ihr Lehrstuhlteam Erinnerungsorte in Zusammenarbeit mit Bürgerinnen und Bürgern identifizieren sowie in der Arbeit mit Schulklassen auf in ihre Bedeutung für Siegenerinnen und Siegener zu untersuchen. Die Aufbereitung von kollektiven Erinnerungen ermöglicht es allen Bürgerinnen und Bürgern, ob vor Ort im Museum oder Zuhause, gemeinsam die „Siegener“ Geschichte zu erforschen und ihre Bedeutung für das eigene Leben und die Region zu diskutieren. „Wir möchten herausfinden, was eine „Siegener Identität“ ausmachen könnte. Erinnerungsorte bieten dafür eine besondere Chance. Was bedeuten Henner und Frieder beispielsweise für die Gesellschaft, welche Verbindung haben die Menschen zu bestimmten Symbolen?“, sagt Prof. Kuhn.

Neue Form der Stadtgeschichte

„Wir möchten über die 08/15 Stadtgeschichte hinausgehen. Die Idee der Computerunterstützung ermöglicht eine ganz andere Dimension, die Stadt im Wandel wird ganz anders präsentiert. Die Veränderungen von Gebäuden und ganzen Vierteln wird einfacher und gründlicher erfahrbar“, sagt Prof. Dr. Ursula Blanchebarbe, Leiterin des Siegerlandmuseums.  Anlass für die Kooperation ist die für den Herbst 2016 geplante Eröffnung der stadtgeschichtlichen Abteilung des Siegerlandmuseums. In fünf sogenannten „Jahrhunderträumen“ soll die Chronologie der Stadt vom Mittelalter bis zur Gegenwart anhand von Dokumenten und Objekten dargestellt werden.

Uni und Förderverein investieren

Das Forschungsprojektes „Zeit.Raum Siegen“ ist auf insgesamt zwei Jahre angelegt. Das wissenschaftliche Personal, verbunden mit Kosten in Höhe von 180.000 Euro, wird aus Hochschulmitteln finanziert. Die Freunde und Förderer des Siegerlandmuseums unterstützen das Projekt mit insgesamt 70.000 Euro. Neben eigenen Mitteln will der Förderverein zur Deckung dieser Kosten Sponsorengelder einsetzen, für die die Akquise angelaufen ist. „Für unseren Verein wird ein Traum wahr. Die Stadt- und Regionalgeschichte stiftet Identität, das brauchen wir“, sagte Ulf Stötzel.