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Erfolgsmotor für die Wirtschaft

Universität Siegen richtete Konferenz der deutschsprachigen Forschungszentren und Institute für Familienunternehmen 2016 aus.

Die Mehrheit der deutschen Unternehmen sind Familienunternehmen. Sie sind der Jobmotor der deutschen Wirtschaft, gelten als krisenfest, werteorientiert und standorttreu. Wie das Erfolgsmodell funktioniert und wo die Herausforderungen der Zukunft liegen, waren Themen, die bei der Konferenz der deutschsprachigen Forschungszentren und Institute für Familienunternehmen 2106 an der Universität Siegen diskutiert wurden. Ausgerichtet wurde die Tagung von Prof. Dr. Petra Moog (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, Entrepreneurship and Family Business) und ihrem Team. Fast 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kamen zu der zweitägigen Veranstaltung am Campus Unteres Schloss.

Es wurden neueste Untersuchungen zur Nachfolge, Führung und Finanzierung in Familienunternehmen vorgestellt. „Durch die internationale Zusammensetzung der Teilnehmer war es sehr interessant zu sehen, wie die Positionierung und Bewertung von Familienunternehmen in anderen europäischen Ländern vorgenommen werden“, berichtet Petra Moog. Selbst in den USA zeichne sich ein Trend ab, der eine höhere Wertigkeit von Familienunternehmen im Abgleich zu Großkonzernen für Job-Suchende, Kunden, Regionen und die Wissenschaft anzeigt. Trotz dieser positiven Trends sei die Lobbyarbeit für Familienunternehmen nach wie vor problematisch, so die Siegener Wissenschaftlerin: „Viele Familienunternehmen werden gar nicht als solche erkannt und deren besonderen Stärken deshalb nicht entsprechend wahrgenommen.“

Zu diesen Stärken gehört die hohe Krisenfestigkeit von Familienunternehmen. „Weil sie meist nicht auf den kurzfristigen Erfolg aus sind“, erläutert Moog. Man spricht davon, dass Familienunternehmen „enkelfähig“ sein wollen und deshalb langfristiger und vorausschauender planen und handeln. Das wiederum verschafft ihnen zunehmend Vorteile bei der Rekrutierung von Mitarbeitern. „Das wird sicherlich ein spannendes Thema für die nächsten Jahre“, betont Moog. „Denn im Wettbewerb um die Besten haben Familienunternehmen erkannt, dass sie aufgrund ihrer Unternehmenskultur über ein attraktives Branding verfügen; dies muss aber noch besser genutzt und ausgespielt werden.“ Modern und dennoch traditionsbewusst, international agierend und dennoch regional verwurzelt; Arbeitgeber, die auf Vertrauen, langfristige Arbeitsverträge und Eigenverantwortung setzen aber auch starke Verantwortung gegenüber Kunden übernehmen.

In diesem Kontext kennt man zwar vor allem die Großen, bei denen Produkt und Familienname eins geworden sind, so wie bei den Hipps, Faber-Castells oder Miele, und deren Brand für Produktqualität und Kontinuität stehen. Aber in der Tat prägen Familienunternehmen den gesamten deutschen Mittelstand und vor allem die Region in und um Siegen. Moog: „Von den sogenannten Hidden Champions in Deutschland sind etwa 150 in unserer Region angesiedelt – was einen großen Anteil an diesen erfolgreichen Firmen ausmacht.“

Zwei Beispiele lernten die Konferenzteilnehmer vor Ort kennen. So besuchten die Wissenschaftler die Siegener Firmen Dango& Dienenthal, den international tätigen Hersteller von Spezialmaschinen für die metallurgische Industrie, und die Erich Utsch AG, den weltweit führenden Produzenten von Autokennzeichen. Die Resonanz auf diese Programmpunkte war sehr positiv. „Die Gelegenheit zum Austausch zwischen Theorie und Praxis wurde von beiden Seiten sehr begrüßt“, betont Moog.

Zum Abschluss der Konferenz wurde Alexandra Michael von der Universität St. Gallen für ihre Arbeit über Berater von Familienunternehmen und deren Einfluss auf den betriebswirtschaftlichen Erfolg und die Zufriedenheit nach der Firmenübergabe mit dem Best Paper Award ausgezeichnet. Im kommenden Jahr wird die Tagung in Berlin stattfinden.