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„Ja“ zum Medizin-Studium

Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart zeigt auf dem Geburtstags-Symposium von Prof. Dr. Joachim Labenz den Weg zu einer Mediziner-Ausbildung in Siegen auf.

Medizin studieren in Siegen – was bisher eine Vision war, soll Realität werden. „Ja, wir trauen es uns zu“, sagte Prof. Dr. Holger Burckhart, Rektor der Universität Siegen, während des Symposiums „Medizin im Wandel“ im Artur-Woll-Haus. „Ja, wir schaffen das – mit jeder Aktion kommen wir dem Ziel näher“, sagte auch der Mann, der im Mittelpunkt des Symposiums stand und seinen 60. Geburtstag feierte: Prof. Dr. med. Joachim Labenz, Medizinischer Direktor des Diakonie Klinikums und Dozent an der Universität Siegen.

Mediziner aus ganz Deutschland waren nach Siegen gereist, um über den Wandel in der Medizin zu sprechen. Über das Krankenhaus der Zukunft, über Medizin als Business und individuelle Behandlungsmethoden. Und über den Wandel der Stadt Siegen und der Universität. „Wir müssen attraktiv sein für junge Menschen, für medizinischen Nachwuchs. Deshalb sollten wir alle Kräfte bündeln“, sagte Bürgermeister Steffen Mues in seinem Grußwort.

Bereits seit 2012 kooperiert die Universität mit Kliniken und Ärzten der Region im Rahmen des Schwerpunkts „Medizinische Informatik“ im Studiengang Informatik. Dieser Informatik-Studiengang stellt eine neue Disziplin dar, die Medizin mit Technik verbindet und bereits in vielen Forschungsprojekten umgesetzt wird. Anerkannte Fachärzte aus unterschiedlichsten Gebieten bilden ein Netzwerk aus Dozentinnen und Dozenten, das die Lehre an der Universität enorm bereichert. „Diese Zusammenarbeit ist wunderbar“, sagte Prof. Labenz. Und diese Zusammenarbeit soll für die Etablierung eines Medizin-Studiengangs ausgebaut werden.

„Es muss getragen sein von der gesamten Region, die sagt: ‚Ich will!‘ Mit ihrer Unterstützung kann es gelingen“, sagte Prof. Burckhart. Der Rektor erläuterte in seinem Vortrag mit dem Titel „Medizinische Fakultäten – ein Plädoyer für eine Regionalisierung“ den Weg, die Ausbildung der Ärztinnen und Ärzte der Zukunft an regionalen Standorten anzubieten: „Eine regional ansetzende Mediziner-Ausbildung ist möglich – mit dem Mut zu neuen Ideen und einem zeitgemäßen Studienmodell.“

Bereits an einigen Standorten in Deutschland bilden sich regional motivierte, aber internationalen Standards entsprechenden Standorte. Der Vorteil dieser Standorte ist, ein Forschungs-, Lehr- und Organisationsangebot aus einem Guss zu entwickeln, das modernen Lehr- und Lernorganisation sowie teambasierter, inter- und transdisziplinärer Forschung gleichermaßen genügt und damit nahe an der medizinischen Praxis in Lehre und Forschung gleichermaßen ist. An solchen Standorten können junge Menschen gezielt im Studium auf das gesamte Spektrum medizinischen Handelns und Forschens vorbereitet werden.

Für einen solchen neuen Weg sieht Prof. Burckhart in Siegen die Möglichkeiten. Der Rektor setzt auf Vertrauen, Stärke und Vielfalt eines Kollektivs starker Kooperationspartner. Rektor Burckhart: „Es ist sinnvoll, die Mediziner-Ausbildung regional aufzustellen, wenn es für die Menschen und die Region einen Mehrwert gibt. Es ist notwendig, wenn die Region und die Menschen sich dazu bekennen. Wir haben in Siegen alles beisammen.“

Doch nicht nur die Mediziner-Ausbildung war ein Thema des Symposiums. Jubilar Prof. Labenz sprach über „kluge Entscheidungen“ und gab Empfehlungen zu den „Do’s“ und „Don’ts“ im medizinischen Alltag. „Wir müssen nicht alles machen, sondern sinnvolle Dinge“, sagte Prof. Labenz. Über maßgeschneiderte Behandlungen statt einer Pauschaltherapie sprach Prof. Dr. Matthias Ebert. Und über die Frage, ob Medizin Business sei, stritten Prof. Dr. Martin Hill und Prof. Dr. Frank Willeke.

Prof. Dr. Holger Burckhart (l.) und Kanzler Ulf Richter (r.) gratulierten Prof. Dr. Joachim Labenz. Fotos: Daniel Helmes