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Den Kampf gegen Rassismus nie aufgegeben

Der Südafrikaner Denis Goldberg stellte sich zusammen mit Nelson Mandela gegen die Apartheid. Mit 83 Jahren besuchte er nun die Universität Siegen.

Er war 22 Jahre unschuldig hinter Gittern und hat die Apartheid mitbesiegt. Freiheitskämpfer Denis Goldberg besuchte mit 83 Jahren nun die Universität Siegen. Der Arbeitskreis Internationale Entwicklungszusammenarbeit und Soziale Dienste hatte den Südafrikaner nach Siegen eingeladen. Goldbergs Lebensgeschichte ist geprägt vom Rassismus und seinem Kampf gegen das Apartheid-Regime, das mehr als 90 Jahre Rassentrennung und Diskriminierung in Südafrika nicht nur lebte, sondern gesetzlich vorschrieb: Die Vorherrschaft der „weißen Rasse“. Goldbergs Rasse, denn der Sohn jüdischer Einwanderer ist selbst weiß. „Die Regierung hatte die absolute Kontrolle über das Leben der Schwarzen“, erzählte Goldberg auf Deutsch den Siegener Studierenden. Diese Kontrolle umfasste den kompletten Alltag und das Familienleben. „Nur den schwarzen Männern war es erlaubt, in den Städten zu arbeiten. Frauen und Kinder mussten in ländlichen Gegenden bleiben“, nannte Goldberg als eines von vielen Beispielen für die Unterdrückung.

Statt die Diskriminierung zu akzeptieren, schloss er sich der kommunistischen Partei Südafrikas und später auch dem African National Congress (ANC). An der Seite Nelson Mandelas kämpfte er in den 1960er Jahren gegen die Apartheid. Ein Kampf der 1963 sowohl für Mandela und Goldberg hätte vorbei sein können. Beide wurden zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt und Goldberg schließlich 1985 begnadigt und ins Exil verbannt. Doch sein Wille, sich gegen Ungerechtigkeit und Rassismus zu stellen, war nicht gebrochen. Und ist es auch heute nicht. Obwohl die Apartheid vorbei ist, sind Goldbergs Worte mehr als ein Bericht der Vergangenheit. Sie sind auch eine Warnung und ein Aufruf an die Gegenwart, nicht nur an die Zuhörer und Zuhörerinnen im gut gefüllten Seminar-Raum.

Wann Goldberg das erste Mal den Rassismus gespürt hat? Schon als Kind. In seiner Schulklasse war ein kleiner Junge, dessen Mund ein bisschen schief hing und der deswegen von den anderen Schülern der Klasse gehänselt wurde. Wenn an jemandem nur eine Kleinigkeit anders ist, beginnt die Ausgrenzung und Diskriminierung. Spätestens dann sollte auch der Kampf gegen die Diskriminierung beginnen – wie bei Goldberg.

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Foto: Denis Goldberg an der Universität Siegen.