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Katalog der UB Siegen

Exzellente Strukturen für Forschung, Lehre und Campus

Uni Siegen stellt bei zweiter Hochschulkonferenz neue Großprojekte vor – Im Herbst rollen die Bagger am Adolf-Reichwein-Campus an.

Kaum ist die offizielle Einweihung des Campus Unteres Schloss über die Bühne gegangen, rücken neue Projekte nach. Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart warf bei der 2. Hochschulkonferenz den Blick bis ins Jahr 2025. Bei der Veranstaltung im Audimax, zu der alle Angehörige der Uni, Studierende, Beschäftigte und die Öffentlichkeit eingeladen waren, ging es um die im Herbst anstehenden Sanierungsarbeiten am Adolf-Reichwein-Campus, die Erweiterung des Karstadt-Gebäude zu einem Hörsaal-Komplex, den Bau einer Mensa in der Innenstadt, aber auch um einen möglichen Umzug der Fakultäten I und II in die Innenstadt, sowie die Ausweitung des Adolf-Reichwein-Campus am Gipfel des Haardter Berges.

Für Rektor Prof. Burckhart sind die baulichen Veränderungen Zeichen und Ergebnis der an der Hochschule geleisteten Arbeit. „Die Uni Siegen ist im Konzert der Großen angekommen. Sie wird ernst genommen, wertgeschätzt und als Konkurrent von anderen Universitäten beobachtet“, erklärte er. Das nehme auch die Landesregierung wahr. „Deshalb hat man sich in Düsseldorf entschlossen, nicht nur 35 Millionen Euro in Reparaturen, sondern fast 150 Millionen in die Modernisierung zu stecken.“ Wofür das Geld ausgegeben werden soll, darüber informierten neben dem Rektor auch Kanzler Ulf Richter, Dekanin Prof. Dr. Hildegard Schröteler-von Brandt (Fakultät II), Siegens Bürgermeister Steffen Mues und Jörg Münker vom Flächen- und Liegenschaftsmanagement der Uni Siegen.

Sanierung Campus Adolf-Reichwein-Straße

Münker stimmte die Hochschulangehörigen auf das ein, was sie ab Oktober 2017 am Adolf-Reichwein-Campus erwartet. Wo normalerweise das Herz des Uni-Lebens pulsiert, werden Bagger und Kräne das Geschehen bestimmen. Und zwar bis Ende 2019. Bis dahin soll die Sanierung der Bibliothek, der Mensa und der Gebäudeteile K und H abgeschlossen sein. Münker stellte die Übergangslösungen vor: Die Bibliothek wird zum Teil ins Hölderlin-Gebäude und zum Teil in das ehemalige Möbelhaus Bald in Weidenau verlagert. Die Haardter-Berg-Schule kann ab April von der Uni genutzt werden. Die Mensa zieht in einen Modulbau um, und die Cafeteria wird im Hölderlin-Gebäude weiter betrieben. „Wir müssen deshalb neue Wege und Verbindungen zwischen den Gebäuden schaffen“, erklärte Münker. Das universitäre Leben werde sich auf die andere Seite des Campus verlagern, ergänzte Hildegard Schröteler-von Brandt. „Und es wird eng werden.“

Drei Jahre Baustelle? Da legte so manch einer im Publikum die Stirn in Falten. „Der Beginn einer Zumutung“, räumte der Rektor unumwunden ein. „Aber es ist auch der Beginn von Zukunft. Bitte helfen Sie dabei alle mit“, lautete sein Appell.

Masterplan für den Haardter Berg und die Innenstadt

Während das Sanierungsprojekt unter der sperrigen Überschrift „Hochschulbaukonsolidierungsprogramm“ (HKoP) läuft, werden alle weiteren Optionen für die Zukunft unter dem vielversprechenden Titel „Masterplan“ zusammengefasst. Für dessen Umsetzung ist ein Zeitraum bis ins Jahr 2025 vorgesehen. Bis dahin soll sich am Haardter Berg der Campus in Richtung Norden ausweiten. „Wir möchten eine Campus-Universität mit grüner Mitte schaffen“, skizzierte Kanzler Ulf Richter die Pläne. Dazu würde dann ein Studierenden-Wohnheim genauso gehören wie ein Science Campus für Unternehmen, die sich aus der Universität heraus gründen.

Verschiedene Immobilien zur Auswahl

„Wir werden das eine tun, ohne das andere zu lassen“, erklärte Richter und meinte damit die zweite Stoßrichtung des Masterplans. Diese zielt nämlich Richtung Innenstadt. „Die Fakultäten I und II, die mit den meisten Studierenden, gehören in die Stadt“, sagte Rektor Burckhart. Eine Verstärkung in der Universität im Zentrum wünscht sich auch Bürgermeister Steffen Mues: „Es kann noch viel mehr Uni in die Stadt kommen“. Um die passenden Flächen für den Umzug zu finden, führt die Universität Gespräche mit verschiedenen Immobilien-Eigentümern. „Es gibt mehrere Alternativen und Angebote“, erklärte Kanzler Richter.

Hörsaal und Mensa am Campus Unteres Schloss

Konkrete Maßnahmen stehen bereits für den Campus Unteres Schloss an. Die Entwürfe für den Hörsaal- und Seminarkomplex auf dem Karstadt-Gebäude liegen vor. Im Sommersemester 2019 soll hier der Betrieb starten. Eine Cafeteria zum Schlosshof hin ist ebenfalls vorgesehen. Eine zweigeschossige Mensa soll entstehen. Eine Parkfläche zwischen Obergraben und Schlossplatz ist als Standort gefunden worden. Detlef Rujanski, Geschäftsführer des Studierendenwerks, wünscht sich die Inbetriebnahme zum Wintersemester 2018. „Die Entwürfe sind auf dem Tisch. Nun ist es an den kommunalen Entscheidungsgremien, möglichst schnell Baurecht zu schaffen“, sagte er mit Blick auf Bürgermeister Mues und die anwesenden Mitglieder des Stadtrats.

Exzellente Strukturen für fokussierte Forschung und individualisierte Lehre

Für Rektor Burckhart sind all die baulichen Entwicklungen verbunden mit den inhaltlichen Zielen der Universität. „Wohin führt die Zukunft die Uni Siegen? Nur, wenn diese Frage beantwortet ist, kann Beton, Holz, Glas und Stahl angemessen verplant und verbaut werden“, sagte der Rektor. Der verwobene Prozess von Forschung und Lehre bleibe die Basis. „Wir werden neugierig suchen, fragen und Wege erproben. Wir werden in der Lehre gewonnenes Wissen im Dialog mit den Studierenden diskutieren und weiterhin der Gesellschaft die notwendigen kritischen Fragen stellen.“ Die Universitäten müssten das Rückgrat und das pulsierende Herz immer neuer Generationen, hoffentlich politisch aufgeklärter, demokratisch engagierter, aber auch fachliche exzellenter junger Menschen sein. Burckhart: „Fokussierte Forschung und individuelle Lehre benötigen aber auch exzellente Strukturen. Sie entstehen da, wo sozialer Lebensraum, Forschungscampus und Ort des Studierens verbunden sind.“

Diskussion und Nachfragen

Die Hochschulkonferenz ist ein Diskussionsforum. Die TeilnehmerInnen nutzten die Gelegenheit für Nachfragen.

Werden während der Bauzeit am AR-Campus Veranstaltungen ausfallen?
Nein. Alle Seminare und Vorlesungen werden durch die Schaffung von Interimslösungen stattfinden können.

Wird die Container-Mensa den mittäglichen Ansturm bewältigen können?
Detlef Rujanski, Geschäftsführer des Studierendenwerks, versicherte, dass die Mensa ihre Qualität halten werde. Man habe natürliche weniger Platz. Wenn die Verweildauer der Gäste etwas kürzer werde, könnten alle in den üblichen Öffnungszeiten Essen gehen. „Wir bitten daher alle, die fertig gegessen haben, ihre Plätze zügig für die nächsten Gäste freizugeben“, sagte Rujanski.

Sind die Übergangslösungen barrierefrei?
Nicht vollständig. In der Haardter-Berg-Schule ist Barrierefreiheit nur bis zum ersten Geschoss garantiert.

Wie werden die sanierten Gebäude aussehen?
Sie haben aus energietechnischen Gründen keine Balkone mehr und bekommen eine Blechfassade. Die Farbe steht noch nicht fest.

Bietet die neue Bibliothek mehr Lese- und Arbeitsplätze?
Ja, die neue Bibliothek soll kein reiner Bücherturm sein. Geplant sind auch Räume, in denen Gruppen arbeiten können.

Wenn so viel gebaut wird, kann man dann nicht auch noch einmal über eine Seilbahn nachdenken?
Ein klares „Nein“ von Bürgermeister Mues. Eine schöne Idee, die auch intensiv geprüft worden sei. Aber der Betrieb sei zu teuer und scheitere daran, dass eine Trasse über Privatgrundstücke führen würde.

Text: Sabine Nitz, Foto: Björn Bowinkelmann