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Neuer Preis für Erstlesebücher

Das Germanistische Seminar der Universität Siegen vergibt einen neuen Literaturpreis für Erstlesebücher. Der „Siegener Preis für Erstlesebücher – SPELL“ zeichnet literarisch wertvolle Bücher für Leseanfänger aus.

„Für kleine Kinder gibt es wunderschöne Bilderbücher, für etwas Ältere tolle Kinder- und Jugendromane. Die Lücke dazwischen füllen die so genannten Erstlesebücher, die in der literarischen Welt leider immer noch eher ein Schattendasein fristen“, sagt Dr. Jana Mikota vom Germanistischen Seminar der Uni Siegen. Dabei seien die Erstlesebücher enorm wichtig: Häufig handelt es sich um die ersten Bücher, die Kinder im Alter zwischen sechs und acht Jahren selbstständig lesen. Gerade diese Bücher sollen Spaß machen und die Lust am Lesen wecken, findet Mikota: „Es gibt bei den Erstlesebüchern strikte Vorgaben, zum Beispiel was die Schriftgröße angeht. Neben diesen formalen Kriterien sollte aber auch die literarische Qualität stimmen. Deshalb haben wir den Preis ins Leben gerufen.“ Jeden Monat zeichnen Mikota und ihr Team zwei wertvolle Erstlesebücher als „Leseknirpse“ aus. Aus den 24 Leseknirpsen soll dann einmal jährlich das „Erstlesebuch des Jahres“ ausgewählt und prämiert werden.

Neben inhaltlichen und sprachlichen Kriterien berücksichtigt der Siegener Preis für Erstlesebücher besonders auch die Text-Bild-Qualität der Bücher. Gerade für junge Leserinnen und Leser spielen Illustrationen eine große Rolle, sagt Mikotas Kollegin und Mitinitiatorin des Preises, Dr. Nadine Schmidt: „Während manche Erstlesebücher leider eher lieblos illustriert sind, gibt es auch wunderbare Beispiele, bei denen die Bilder den Inhalt auf eine ganz tolle Weise ergänzen und unterstützen.“ Als monatliche Leseknirpse werden ein Buch der Lesestufe 1 (ab 5-6 Jahren) und ein Buch der Lesestufe 2 (ab 7-8 Jahren) ausgewählt. Als Orientierung für Studierende, Eltern und LehrerInnen erstellt das Team um Mikota und Schmidt zu jedem Buch eine ausführliche Beschreibung. Das erste „Erstlesebuch des Jahres“ soll im Juli 2020 im Rahmen einer Tagung zur Erstlese-Literatur prämiert werden, an der auch die bekannte Autorin Kirsten Boie teilnehmen wird. Der Preis wird vom Germanistischen Seminar gestiftet und ist mit 1000 Euro dotiert.

Durch die Einrichtung des neuen Literaturpreises soll die Erstleseliteratur auch stärker in den Fokus von Forschung und Lehre rücken. Am Germanistischen Seminar organisieren die Literaturdidaktikerinnen Dr. Jana Mikota und Dr. Nadine Schmidt ein Forschungsprojekt zum Thema: „Wir möchten zusammen mit den Studierenden untersuchen, wie Erstlesebücher von Kindern rezipiert werden und welche Bedeutung sie für sie haben. Dazu werden wir eng mit den Grundschulen in Siegen und Umgebung zusammenarbeiten.“ Die Auseinandersetzung mit Erstleseliteratur ist schon länger Bestandteil der Seminare im Grundschullehramt der Universität Siegen. Die Forschung zum Thema sei bisher aber noch lückenhaft, bedauert Mikota, die sich für den Literaturzweig mehr öffentliche Beachtung wünscht: „Mit unserem Preis und entsprechenden Forschungsprojekten möchten wir dazu beitragen, dass die Erstleseliteratur als Genre mehr gewürdigt wird.“

Hintergrund der Initiative ist auch die Tatsache, dass jedes vierte Kind die Grundschule mit mangelnden Lesekompetenzen verlässt und damit nicht erfolgreich am Unterricht in den weiterführenden Schulen teilnehmen kann. „Lesen als Schlüsselkompetenz muss ab der ersten Klasse in den Grundschulen geübt, eine Lesefreude gefördert und der Zugang zu Literatur allen Kindern eröffnet werden“, erklärt Mikota.

Weitere Informationen zu SPELL sowie die bisher als „Lesekrönchen“ ausgezeichneten Erstlesebücher finden Sie unter www.spell.phil.uni-siegen.de.

Kontakt:
Dr. Jana Mikota (Seminar für Germanistik)
E-Mail: mikota@germanistik.uni-siegen.de
Tel.: 0271-740 2099

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Dr. Nadine Schmidt (l.) und Dr. Jana Mikota mit den ersten "Leseknirpsen". Im Juli 2020 wird daraus das Erstlesebuch des Jahres ausgewählt.