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Berufsperspektive Fahrzeuge bauen!

Gemeinsam mit den Speeding Scientists Siegen e.V. und Alumni Maschinenbau Siegen e.V. waren für diesen Career Talk mit Alumni Gäste geladen, um sich über die Berufsperspektive „Fahrzeuge bauen!“ auszutauschen. Zu Gast waren Alumni aus der Automobilbranche, vom Zulieferer bis zum OEM, dem Automobilhersteller.

Gerade 4 Tage vor der studio:A Veranstaltung, fand am 18. Juni das 24-Stunden-Autorennen in Le Mans statt – Fans versprachen sich ein fesselndes Rennen und wurden belohnt: Kurz vor dem Ziel wird der führende Toyota immer langsamer, bis er schließlich stehen bleibt. Porsche nutzt die Chance gekonnt und überholt – gewinnt schlussendlich ein Rennen, welches Toyota eigentlich schon für sich entschieden hatte. Grund genug der Faszination Automobile auf den Grund zu gehen. Gemeinsam mit den Speeding Scientists Siegen e.V. und Alumni Maschinenbau Siegen e.V. waren für diesen Career Talk mit Alumni Gäste geladen, um sich über die Berufsperspektive „Fahrzeuge bauen!“ auszutauschen. Zu Gast waren Alumni aus der Automobilbranche, vom Zulieferer bis zum OEM, dem Automobilhersteller: Dipl.-Ing. Peter Hesse, Dipl.-Ing. Michael Morr und Dr.-Ing. David Müller.


Peter Hesse ist heute als General Manager, Supply Chain Management, bei Toyota Motorsport GmbH in Köln tätig. Er war quasi direkt aus Le Mans angereist und beschreibt das Rennen als „emotionale Geschichte“. Michael Morr hingegen ist als Fachreferent für Fahrwerk, Fahrdynamik und Berechnung bei der Porsche AG, Entwicklung, in Weissach und ist zwar kein direkter Teil des Rennteams in seinem Unternehmen, hat aber durch die Simulation der auslegungsrelevanten Lasten auch zur Entwicklung des Rennfahrzeugs beigetragen und freut sich daher über den Sieg von Porsche. Der dritte in der Talk-Runde, David Müller ist Leiter Entwicklung Faserverbundfedern bei dem Automobilzulieferer Mubea Fahrwerksfedern GmbH in Attendorn. Mit der Tätigkeit in seinem Unternehmen hatte er nicht direkt mit dem Rennen zutun und betont, dass er persönlich zwar Rennsport begeistert sei, dies aber kein Einstellungskriterium für eine Tätigkeit bei Mubea sei.

Die drei Gäste studierten in Siegen Maschinenbau und verweisen, dass das im Studium erworbene Wissen auch weiterhin im Beruf wichtig ist und gerade die Grundlagenfächer wie Mathematik, Physik oder Werkstofftechnik nicht unterschätzt werden dürfen. „Mein Wissen wird täglich gefordert und weiterhin gefördert“, erklärt David Müller gerade aus der Sicht des Entwicklers von wichtigen Komponenten für den Fahrzeugbau, der selbst nach seinem Master of Science in Siegen an der TU Darmstadt noch promovierte. „Es ist so, dass ich während meines Studiums die analytische Herangehensweise an Sachverhalte gelernt habe. Im beruflichen Alltag muss man jedoch oft auch etwas pragmatischer vorgehen“, so Michael Morr. 1994 begann er sein Studium in Siegen – die Wahl des Studienfaches kam dabei nicht von ungefähr: „Mein Vater hat schon in Siegen Maschinenbau studiert, da war schnell klar – das will ich auch“, so der Alumni. Nach dem Studium war er noch für eine Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt, was er rückblickend als gute Entscheidung bezeichnet. Er konnte dadurch berufliche Erfahrungen sammeln, welche ihm beim Einstieg bei Porsche enorm geholfen hat. „Ich habe in meiner Freizeit zwar nie viel an Autos geschraubt oder ähnliches“, so Morr, aber durch seine vorhandene Begeisterung für Fahrzeuge und den Rennsport habe es ihn in die Automobilindustrie gezogen. Peter Hesse konnte sich als großer Formel1 Fan nichts Besseres vorstellen, als in der Automobilbranche zu arbeiten und schon während seines Studiums erfüllte sich dieser Traum in Form eines Praktikums bei Toyota.


Ein Student fragt nach: Wie sieht denn eigentlich der typische Arbeitstag aus? Die drei Alumni sind sich einig – Langeweile kommt keine auf. Hesse berichtet, dass sein Arbeitsalltag auch von kurzfristigen Änderungen geprägt sein kann, etwa wie beim 24-Stunden-Autorennen in Le Mans. „Durch derartige Ereignisse bleibt der Arbeitsalltag dynamisch. Sonst beschäftige ich mich mit vielen unterschiedlichen Aufgaben und bin mit vielen anderen Abteilungen eng verknüpft.“ Auch Michael Morr schätzt die Abwechslung, die sein Beruf ihm ermöglicht. Auch wenn sein Arbeitsalltag nach außen oft sehr rechnerlastig wirkt, ist es zur Durchführung von Gesamtfahrzeugsimulation für ihn unerlässlich die mechanischen Zusammenhänge und Funktionen aller Komponenten eines Fahrzeuges zu verstehen. Durch die Einführung von immer neuen Systemen zur Fahrerunterstützung oder zur Steigerung von Performance und Fahrkomfort ergibt sich für ihn ein stetiger und interessanter Lernprozess im Beruf.

Moderator Tom Kellmann, Teamleiter der Speeding Scientists Siegen e.V. für die Saison 2016 und Student des Wirtschaftsingenieurwesens bringt das Thema E-Mobilität auf, welches derzeit ein großes Thema in der Automobilbranche ist. So entwickelt Porsche aktuell ein Elektrofahrzeug, an das hohe Erwartungen gestellt werden. Auch bei Toyota kommt das Thema auf. „Toyota war mit dem Toyota Prius Vorreiter in der Hybridtechnologie. Reine Elektrofahrzeuge erfordern noch weitere Entwicklung und Standardisierung. Es ist immer fraglich, ob es zum Beispiel sinnvoll und nachhaltig wäre, wenn der Strom, mit dem die Autos betrieben werden, aus nicht regenerativen Quellen kommt“, erklärt Peter Hesse. Es sei wichtig sich zu fragen, wohin der Trend geht und wo ebendieser herkommt.


Um in Siegen auf das Berufsleben vorbereitet zu werden und schon während des Studiums erste Erfahrungen abseits von Praktika machen zu können, gibt es die Formula Student Rennteams, in Siegen das Team Speeding Scientists Siegen e.V.. Derzeit arbeiten die Studierenden an einem Allradkonzept, welches zwar diverse Herausforderungen birgt, jedoch auch den Teamzusammenhalt stärkt, erzählt Moderator Kellmann. Dass eine Mitarbeit durchaus Sinn macht, um somit rechtzeitig Praxiserfahrungen in Teamarbeit zu sammeln, unterstreichen die Alumni. Michael Morr betont, dass z.B Praktika oder Abschlussarbeiten beim jeweiligen Wunscharbeitgeber oft die Stellensuche und den Berufseinstieg erleichtern. Denn auch die Unternehmen schließen Kooperationen mit Universitäten oder den Formula Student Teams. Müller verweist darauf, dass Mubea verschiedene Wege der Zusammenarbeit fördert und zum Beispiel Forschungsprojekte in Kooperationen mit Universitäten durchführt oder aber Stiftungsprofessuren ermöglicht. Bei Porsche und Toyota sieht dies ähnlich aus. Hesse ergänzt, dass Berufseinsteiger häufig Erfahrungen aus der Formula Student mitbringen.

Um einen optimalen Einstieg in die Automobilbranche zu schaffen, müssen die Studierenden einiges beachten – Grundlagenwissen im Studium aneignen und im Beruf umsetzen, physikalische und mechanische Zusammenhänge zu verstehen ist Know-How, das unersetzbar ist. Fließend Englisch zu sprechen ist durchaus hilfreich, da bei vielen Unternehmen die Firmensprache Englisch ist. Die Noten sind zwar nicht immer ausschlaggebend für eine Einstellung, sollten aber nicht zu sehr aus dem Rahmen fallen. Mit einem Quäntchen Begeisterung, Selbstständigkeit und Motivation steht dann dem erfolgreichen Berufseinstieg in der Automobilbranche nichts mehr im Wege.

Kathrin Wagner, Redaktion Alumni-Team