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Strategien für einen erfolgreichen Berufseinstieg. Von Erfahrungen der Alumni profitieren. Alumni Career Day 2019 mit Workshops für Studierende aller Fakultäten

Im November 2019 stand der Alumni Career Day wieder unter dem Vorzeichen „Strategien für einen erfolgreichen Berufseinstieg – Von den Erfahrungen der Alumni profitieren“ statt.

In Kooperation mit dem international Office der Universität Siegen, dem Projekt SieguVer, dem Gründerbüro der Universität Siegen und dem Programm Forscher-Alumni hatte der Alumniverbund für die Studierenden aller Fakultäten ein Programm mit insgesamt 11 verschiedenen Workshops, Trainings und Tipps rund um das Thema Bewerbung erstellt.

Das Besondere an diesem Tag war wieder, dass die Workshopleiter und Trainer Alumni der Universität Siegen sind. Mit verschiedenen Studienhintergründen sind sie heute als Personalverantwortliche oder im Bereich der Human Resources tätig. In unterschiedlichen Unternehmen kommen sie täglich mit Bewerbungen in Berührung, sitzen häufig Berufseinsteigern gegenüber und treffen Entscheidungen über Einstellungen und Karriereentwicklungen. Als Selbstständige haben sie Erfahrungen in Unternehmensgründungen, als Forscher-Alumni sind sie Ansprechpartner für Fragen zur Entwicklung einer internationalen wissenschaftlichen Karriere.

Die Teilnehmer des Alumni Career Day hatten somit Gelegenheit, in Workshops gemeinsam mit erfahrenen Alumni zu Themen für den Berufseinstieg und die internationale und wissenschaftliche Karriereentwicklung zu arbeiten und Strategien für den individuellen Werdegang zu entwickeln. Im direkten Austausch mit den Expert*innen profitierten die Studierenden, in dem sie ihre Sichtweisen kennenlernten und einen authentischen Einblick hinter die Kulissen des Bewerbungsprozess gewannen.

Berufseinstieg meistern, branchenspezifische Anforderungen verstehen, Bewerbungstipps, Vorstellungsgespräch trainieren, Hands-on my international scientific career, mein eigenes Unternehmen gründen, Berufseinstieg international, job interview training, Auswahlprozesse verstehen, Assessment Center. Mit dieser Vielfalt von Workshopthemen wurden Studierende aller Fakultäten zu Fragen des Berufseinstiegs allgemein oder auch eines branchenspezifischen Einstiegs sowie zur eigenen Unternehmensgründung, internationale Studierende zu Fragen des Berufseinstiegs in Unternehmen in Deutschland sowie Nachwuchswissenschaftler*innen in Hinblick auf eine internationale wissenschaftliche Karriere angesprochen.

Vom Bewerbungsschreiben über das Vorstellungsgespräch bis hin zur Vorbereitung für ein Assessmentcenter.

Der Titel „Bewerbungsschreiben leicht gemacht - Bewerbungstipps für den Einstieg in den ersten Job“ fasst bereits prägnant zusammen, worum es bei diesem Workshop ging. Als Mitarbeiterinnen im Personalmarketing und Recruiting von der Friedhelm Loh Group in Haiger konnten Alexandra Nordmann und Kerstin Gotthard den Studierenden zahlreiche Tipps geben und persönliche Fragen zu ihren aktuellen Bewerbungen beantworten. Anhand von anonymisierten Bewerbungen und Lebensläufen, die bei den Workshopleiterinnen täglich „über den Schreibtisch gehen“, wurden zunächst gemeinsam die positiven und negativen Aspekte dieser „Real-Life-Examples“ herausgearbeitet. Wer seine Bewerbung oder seinen Lebenslauf dabei hatte, konnte diese sogar von den beiden Expertinnen gegenlesen und sich ein individuelles Feedback geben lassen. Nicht zuletzt erhielten die Teilnehmer*innen Checklisten, die ihnen bei den nächsten zu schreibenden Bewerbungen sicherlich eine große Stütze sein werden.

Ein weiterer Workshop befasste sich mit einer besonderen Hürde beim Bewerbungsprozess, dem Assessment Center. Carlotta Hies, Personalerin bei der Union Investment, konnte beim Verstehen dieses besonderen Auswahlprozesses helfen. Warum macht man Assessment Center? Was erwarten die Prüfenden da von mir? Wie wird mein Verhalten dort interpretiert? Und wie kann ich mich auf ein Assessmentcenter vorbereiten? All diese Fragen konnte Carlotta Hies den Studierenden beantworten und ihnen somit ein Stück die Angst vor solch einer Persönlichkeitsprüfung nehmen. Sie machte verständlich, dass es am Wichtigsten sei vor allem entspannt und man selbst zu bleiben.

Mona Fleischmann, Personalreferentin bei Choice GmbH, zeigte den Studierenden wie sie sich im Vorstellungsgespräch richtig präsentieren und auch ohne Berufserfahrung überzeugen. Im Workshop wurden die klassischen Fragen eines Vorstellungsgesprächs besprochen und dabei festgehalten, wie Standardantworten im Vergleich zu authentischen Antworten das Gespräch beeinflussen. Durch Rollenspiele in simulierten Vorstellungsgesprächen konnten die Teilnehmer*innen dann die erworbenen Kenntnisse direkt üben und verfestigen. Die Expertin empfahl, generell kein Frage-Antwort-Spiel zu betreiben und seinem Gegenüber überzeugend und motiviert begegnen. Dazu sollte man gut vorbereitet ins Vorstellungsgespräch gehen und immer ehrlich sein. „Denn deine Persönlichkeit und dein Auftreten machen mehr aus als du denkst.“

Augenmerk auf spezifische Branchen und Unternehmensgründung

Weitere Workshops richteten sich insbesondere an Interessengruppen, die sich mit dem Verständnis branchenspezifischer Anforderungen oder mit Herausforderungen einer eigenen Unternehmensgründung befassen wollten. Für die Studierenden, die sich für den Berufseinstieg in die Banken- und Finanzdienstleistungsbranche interessierten, stand Bernd Pompetzki in einen Workshop mit seinem Know How Rede und Antwort. Pompetzki ist Alumnus der Wirtschaftswissenschaften und leitet heute die Abteilung des Personalmanagements bei der Union Investment - Union Asset Management Holding AG in Frankfurt. Er ging unter anderem auf die aktuelle Situation dieser sich stark verändernden Branche ein. Des Weiteren stellte er den Teilnehmenden die sogenannte Karriereseitenanalyse vor, anhand derer man vorab die Webseite und das Branding einer Firma, wo man sich bewerben möchte, checken kann. So findet man heraus, wie das Unternehmen tickt und ob man selbst eigentlich dort hinein passt. Pompetzkis wichtigster Tipp zum Thema Bewerbung schreiben lautete: „Ihr solltet eure Stärken stärken und nicht eure Schwächen schwächen“. Dabei müsse man sich von anderen differenzieren, aber auch authentisch bleiben.

Mit Fragen zum Berufseinstieg in die Metall- und Elektroindustrie befassten sich die beiden Alumni der Betriebswirtschaftslehre, Hans-Georg Kämpfer und Till Hügelmeyer von SIEGENIA Gruppe. Da Till Hügelmeyer selbst noch Einsteiger ist, konnte er den Workshopteilnehmenden sehr gut von seinen noch frischen Erfahrungen und Erlebnissen während des Übergangs von der Universität in den Beruf berichten. In Anschluss daran führten die beiden Experten ein Produkt aus ihrer Branche vor, bei dem es sich um ein System zur Verriegelung von Fenstern und Türen handelte. Der Sinn dahinter? Auch bei einem Vorstellungsgespräch kann es zu einer Art „Prüfung“ kommen, bei der der oder die Bewerbende ein Produkt des Unternehmens gezeigt bekommt und sich damit auseinandersetzen soll. Anschließend wird er/sie dann dazu aufgefordert den Mechanismus dahinter zu erklären. Für solche Situationen wurden die Teilnehmenden neben weiteren Erwartungen und Herausforderungen beim Berufseinstieg sensibilisiert.

Wenn man sich als Studierender in der IT-Branche mit Schwerpunkt Softwareentwicklung wiederfindet, dann war man in dem entsprechenden Workshop mit der Alumna Stephanie Oeste gut aufgehoben. Stephanie Oeste, Head of HR bei INVERS GmbH, gab gemeinsam mit Kollegen ihres Teams und IT’lern, die diesen Workshop mitgestalteten, interessante Insights von INVERS. „Die Frage ist, was willst du?“ stand für Stephanie Oeste klar im Vordergrund. Man sollte sich vor einer Bewerbung seiner eigenen Werte bewusst werden und sich bei Firmen mit entsprechender Unternehmenskultur bewerben.

Besonders ansprechend und hilfreich war es für die Studierenden, dass die Workshopleitenden alle wirklich praxisnahe Beispiele lieferten und sie authentische Einblicke in die für ihr Studium relevanten Branche bekamen.

Der Workshop zum Thema „Mein eigenes Unternehmen gründen wurde von Wilco van de Burgwal, Co-Founder und Creative Director von Lexeo und Julia Förster, Co-Founder und Gesellschafterin von Avenir Beyond GmbH gemeinsam moderiert. Sie ließen die Teilnehmenden in Gruppen an eigenen Fallbeispielen Geschäftsmodelle entwickeln und stellten dazu das Businessmodel Canvas vor. Die Teilnehmenden erfuhren, dass man mit dieser Methode seine Startup-Idee einfach visualisieren kann und dadurch testet, ob ein Geschäftsmodell „wasserdicht“ ist.

Herausforderung Berufseinstieg für internationale Studierende

„Kick-off your career in Germany“ war ein Workshop, der sich insbesondere an internationale Studierende richtete mit dem Ziel, in Unternehmen in Deutschland Fuß zu fassen. Johanna Rodheudt von der Firma Nufarm Europe GmbH mit ebenfalls als Human Resources Consultant Erfahrungen in den Bereichen internationales und nationales Personalmanagement erklärte wie man den Weg in deutsche Unternehmen findet. Sie bestärkte die internationalen Studierenden darin mutig zu sein und sich in deutschen Unternehmen zu bewerben. „Germany is going international“, verdeutlichte Johanna Rodheut in Bezug auf deutsche Unternehmen. Man spürte, dass sich die Studierenden mit Hilfe Ihrer Tipps zum Bewerbungsschreiben und Lebenslauf zunehmend sicherer fühlten und darin ermutigt waren auch deutsche Unternehmen mit ihren Fähigkeiten zu überzeugen. Neben all den wertvollen Erkenntnissen und Ratschlägen wurden anschließend noch wichtige Fragen zu den Themen VISA und Aufenthaltsgenehmigungen beantwortet.

Ein Vorstellungsgespräch auf Englisch zu trainieren ist nicht nur für internationale Studierende hilfreich, sondern für jeden, der sich in einem großen international agierenden Unternehmen und Großkonzeren bewerben möchte. Severin Faust, Global Head of Merck Business Services HR der Merck KGaA in Darmstadt, widmete sich daher in seinem Workshop den Fragen rund um das Vorstellungsgespräch und den Bewerbungsprozess und simulierte mit den Studierenden Situationen aus Vorstellungsgesprächen auf Englisch. Im Endeffekt, so betont ebenfalls Severin Faust, punktet auch hier, wer sich gut auf das Gespräch vorbereitet und ehrlich ist; es gibt einfach kein Geheimrezept.

Internationale wissenschaftliche Karriere

Aber nicht nur zum Thema wie man in Deutschland in Unternehmen Karriere macht, sondern auch dazu, welchen Herausforderungen man sich für einen Karriereweg in Forschung und Wissenschaft stellen muss wurde in dem Workshop mit internationalen Forscher-Alumni thematisiert. Die beiden Moderatoren des Workshops „How to advance my international scientific career“ Dr. Daria Berdnikova und Dr. Fabiano Pinatti sind aktuell an der Universität Siegen als Gastwissenschaftler in ihren jeweiligen Forschungsgebieten tätig und verfolgen ihre internationale wissenschaftliche Karriere. Dr. Daria Berdnikova kommt von der Russian Academy of Sciences und forscht als Marie Sklodowska-Curie Stipendiatin als Forscher-Alumni am Lehrstuhl der Organischen Chemie von Prof. Heiko Ihmels. Der Forscher-Alumni Dr. Fabiano Pinatti kommt von der Federal University of São Carlos, São Paulo in Brasilien und ist nach verschiedenen Stationen im Ausland, u.a. Irland, zur Zeit in der Wirtschaftsinformatik als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Siegen tätig. Die beiden internationalen Wissenschaftler konnten den Teilnehmern des Workshops, DoktorandInnen und Masterstudierenden viele interessante Tipps für die Planung einer wissenschaftlichen Karriere geben und aus ihren eigenen Erfahrungen berichten. Sie betonten, wie wichtig persönliche Netzwerke sind und erklärten, wie man seinen passenden Doktorvater oder seine passende Doktormutter finden kann. Weltweit Kontakt mit Wissenschaftlern auf dem jeweiligen Forschungsgebiet zu knüpfen sei nicht nur wichtig für internationale Forschungskooperationen, sondern öffne auch Türen für die eigene weitere wissenschaftliche Karriere. Gerade durch die Teilnahme an internationalen Konferenzen ermöglicht das Kennenlernen von Wissenschaftlern in dem gemeinsamen Forschungsfeld. Hier können Erfahrungen und wissenschaftliches Know-How ausgetauscht und wichtige Netzwerke für die eigene wissenschaftliche Karriereentwicklung geknüpft werden. Hürden, sich hier selbst mit Nobelpreisträgern auszutauschen gäbe es nicht, bzw. - so der Tipp - sollten überwunden werden. Denn das Interesse am Austausch beruhe auf Gegenseitigkeit, so auch von der Seite des vermeintlichen Erfahreneren, verbunden mit dem Interesse, selbst junge NachwuchswissenschaftlerInnen kennenzulernen und die Themen mit ihnen zu diskutieren.

Auch das Networking kam nicht zu kurz…

Sowohl in der Mittagspause als auch am Abend im Anschluss an die Workshoprunden gab es Gelegenheit zum gemeinsamen persönlichen Austausch und zum Networking für die eigene Karriere. Das Besondere war diesmal, dass die Mittagspause in Form einer Brown-Bag-Session stattfand. Gemäß der amerikanischen Tradition, bei der die Mittagszeit für informelle Treffen und den Austausch zu aktuelle Themen genutzt wird, gab es als Mittagssnack gefüllte Lunchpakete, die sogenannten Brown-Bags, und einen informellen Impuls, der zum Diskutieren und Meinungsaustausch anregte. Dazu hielt Prof. Dr. Volker Stein, Professor am Lehrstuhl für Personalmanagement und Organisation, einen kurzweiligen Vortrag zur zukünftigen Personalarbeit in Anbetracht der Digitalisierung und sprach damit Aspekte an, die wohl für die Alumni als Personaler und Workshopleiter wie auch für die Studierenden als zukünftige Bewerber und Berufseinsteiger zukünftig von Bedeutung sind.

Durchweg positives Feedback

Auch dieser Alumni Career Day war mal wieder ein voller Erfolg. Die Workshops wurden gut besucht und auch das Feedback der Teilnehmenden war durchweg positiv. So erwiesen sich die Workshops mit den zahlreichen Übungen, den wertvollen Tipps und der Beantwortung individueller Fragen nicht nur inhaltlich als besonders hilfreich, sondern auch auf der zwischenmenschlichen Ebene zeigte sich, dass Workshops mit Alumni für die Studierenden eine besondere Note haben. Ein Studium an der Uni Siegen als Gemeinsamkeit der Alumni und Studierenden löst Barrieren im Austausch und Erfahrungen werden auf Augenhöhe geteilt. Gerade das macht das Besondere dieses Alumni Career Day aus. Dadurch, dass die Experten alle Alumni der Universität Siegen sind, gelingt es Ihnen die Studierenden dort abzuholen, wo sie stehen und sie selbst wissen wie es ist, aus unseren Hörsälen in die Berufswelt zu starten. Dabei waren die Workshops, anders als man es bei dem Frontalunterricht aus beispielsweise Vorlesungen kennt, sehr interaktiv gestaltet. Es bestand immer ein reger Austausch untereinander. All diese Aspekte führten nicht zuletzt zu einer angenehmen und warmen Atmosphäre. Angesichts dieses gelungenen Tags sind sich alle Beteiligten einig: Das Format Alumni Career soll auch in diesem Jahr wieder angeboten werden.