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Berichte - Caminho de Santiago

El Caminho de Santiago -
Nordspanien in Geschichte und Gegenwart

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Caminho de Santiago (Donnerstag, 24.10.2002)

Am Morgen des 24.10. verließen wir mit dem Bus den Küstenort Corcubion in der Nähe des Cabo Fisterre und fuhren bis Mittag an der spanischen Nordküste entlang. Dieser Küstenabschnitt ist landschaftlich vom Kontrast zwischen bewaldeten Bergen und tief eingeschnittenen sandigen Buchten geprägt und erlaubte uns trotz des mäßigen Wetters spektakuläre Ausblicke auf den Atlantik (zumindest den glücklichen Exkursionsteilnehmern, die die Busfahrten nicht ausschließlich dazu nutzten, ihr Schlafdefizit einzudämmen). Gegen Mittag erreichten wir den pittoresken Fischerort Cudillero. Cudillero liegt tief eingekeilt zwischen den steilen Felsen der Atlantikküste und scheint in der Hauptferiensaison ein beliebtes innerspanisches Ausflugsziel zu sein, auch wenn uns der Ort in gewisser Weise den Eindruck eines frühneuzeitlichen Piratennestes vermittelte. Nach einer anderthalbstündigen Besichtigung des Ortes mit seinen Fischspezialitäten ging es bei strömendem Regen weiter nach Oviedo, wo wir am Nachmittag ankamen.

Oviedo ist eine der größten Industriestädte im Norden Spaniens und liegt in einem großen Talkessel. Unsere Fahrt führte uns hinauf auf einen der Berghänge weit oberhalb der Stadt, von wo aus wir, da das Wetter sich mittlerweile aufgeklärt hatte, einen herrlichen Ausblick über das Tal genießen konnten. Unser Ziel waren zwei Kapellen, die zu den wenigen herausragenden Bauten der Frühromanik (um 800 n. Chr.) gehören, die in Europa in ihrer ursprünglichen Erscheinung erhalten geblieben sind. Beide Kirchen, San Miguel de Lillo und Santa Maria del Naranco, liegen dicht nebeneinander. Vor allem das frühromanische Säulen- und Pfeilerwerk der unteren, jüngeren Kirche war sehr fein ausgeführt und bestach durch seinen guten Erhaltungszustand, der uns in Anbetracht ihres Alters von mehr als tausend Jahren und des sehr exponierten Standortes dort oben am Berghang überraschte. Allerdings wurde die Aufmerksamkeit der Exkursionsgruppe durch einen gerade geschehenen Verkehrsunfall von den einzigartigen Bauwerken abgelenkt: Der Fahrer eines Kleinwagens war von der regennassen Fahrbahn der Bergstrasse, die an den beiden Kirchen vorbeiführt, abgekommen und die Böschung zu der unteren Kirche hinuntergestürzt. Trotz der Tatsache, dass sich der Wagen überschlagen hatte, schien der Fahrer unverletzt geblieben zu sein und stand telefonierend neben seinem Wagen. Der Exkursionsgruppe ergab sich so ein seltsames Bild: Zur Rechten die wunderschöne frühromanische Kirche und zur Linken, etwa zwanzig Meter entfernt, ein Auto rücklings in der Wiese, welches dem ein oder anderen unserer "Fotografen" neben der Kirche ebenfalls ein nettes Motiv lieferte.

Nach einem relativ kurzen Aufenthalt bei den beiden Kirchen wurde die Fahrt fortgesetzt. Ziel war das ca. 40 Kilometer entfernte El Entrego.

Jan Etzbach, Dietrich Menn

 
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