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Alternative Lernwege

Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium Stift Keppel erschließen sich im Labor der Uni Siegen die physikalischen Grundlagen bei der Instandsetzung von Bremsen.

Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Stift Keppel waren zwei Tage lang zu Gast im fahrzeugdidaktischen Labor der Universität am Lehrgebiet „TVD - Technikdidaktik am Berufskolleg“ bei Prof. Dr. Ralph Dreher.

Im Mittelpunkt des Projektes, das gemeinsam mit Studienrat Markus Diehl vom Gymnasium Stift Keppel (Hilchenbach) und Jens Jüngst als Technikermeister am TVD entwickelt wurde, stand die Instandsetzung von Pkw-Scheibenbremsen bei den Versuchsfahrzeugen.

Dabei hatten die Schülerinnen und Schüler zum einen die Aufgabe, anhand von Werkstattunterlagen die optimalen Arbeitsprozesse zur Demontage, Remontage und Überprüfung der instandgesetzten Bremsanlagen selbst zu entwickeln und zu erproben. Zum anderen konnten die Schülerinnen und Schüler sich dabei innerhalb der jeweiligen Handlungssituationen die physikalischen Prinzipien aneignen: Kraft und Druck, Pascal´sches Prinzip, hydraulische Übersetzung, Abbremsung als VerhältnisFahrzeugbau Auto und Schüler von Bremskraft und Gewichtskraft. Abgerundet wurde die Lerneinheit durch einen Blick in die neue Realität – der verschleißfreien elektrischen Rekuperationsbremse, wie sie bei den aktuellen Elektrofahrzeugen zur gleichzeitigen Bremsunterstützung wie Energierückgewinnung eingesetzt wird.

Prof. Dreher erläuterte, dass man den Schülerinnen und Schülern hiermit einen alternativen Lernweg aufzeigen will, wie er die berufliche Bildung prägt. Das Erschließen von Theorie aus der konkreten Arbeitsaufgabe, also eine Praxis-Theorie-Verzahnung, seiein Lernen, was vielen Schülerinnen und Schülern den Zugang zu den Inhalten der MINT-Fächern erleichtert. Motivierend wirke dabei die Möglichkeit, selbst sein Handeln zu entwickeln, zu erproben und zu reflektieren, um dabei zu erkennen, wie und warum hier die Naturgesetze zu berücksichtigen sind. Dem pflichtete Lehrer Markus Diehl bei: „Die Schülerinnen und Schüler werden hier nicht mit den für sie abstrakten physikalischen Prinzipien konfrontiert, sondern erkennen, dass die Anwendung dieser Prinzipien tagtäglich im eigenen Umfeld geschieht und Teil des eigenen Lebens sind.“

Fazit aller Beteiligten: Dieses Projekt soll wiederholt und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Prof. Dreher betonte: „Wir brauchen gerade in unserer Region den Nachwuchs in den gewerblich-technischen Berufen. Dazu müssen wir zeigen, wie attraktiv dort gelernt wird und dass das Geforderte, nämlich sich mit der Sache und sich selbst auseinanderzusetzen, ein toller Baustein für eine berufliche Karriere ist – in der Wirtschaft, aber auch bei einem sich anschließenden Studium." Fahrzeugbau Prof Dreher und Schülergruppe

Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Stift Keppel waren zwei Tage lang zu Gast im fahrzeugdidaktischen Labor der Universität Siegen. (Foto: Universität Siegen/Carsten Schmale)

 
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