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Doktorarbeit ausgezeichnet

Die Historikerin Dr. Katharina Kreuder-Sonnen von der Universität Siegen ist für ihre Doktorarbeit mit dem renommierten Hedwig-Hinze-Preis ausgezeichnet worden.

Wie gelangt medizinisches Wissen von einem Ort an den anderen? Das hat die Historikerin Dr. Katharina Kreuder-Sonnen in ihrer Doktorarbeit untersucht. Die Dissertation wurde unter dem Titel „Wie man Mikroben auf Reisen schickt. Zirkulierendes bakteriologisches Wissen und die polnische Medizin 1885 – 1935“ veröffentlicht. Für ihre Arbeit ist Kreuder-Sonnen jetzt auf dem 52. Deutschen Historikertag in Münster mit dem Hedwig-Hinze-Preis ausgezeichnet worden. Der Preis wird alle zwei Jahre für herausragende Dissertationen im Bereich der Geschichtswissenschaften vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert. Katharina Kreuder-Sonnen ist seit April 2016 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar der Universität Siegen. Promoviert wurde sie zuvor an der Uni Gießen.

Wissen reist nicht nur in den Köpfen von WissenschaftlerInnen, sondern ist auf eine ganze Logistik des Transportes angewiesen. In ihrer Dissertation folgte Kreuder-Sonnen polnischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dabei, wie sie bakteriologisches Wissen zwischen Warschau, Paris, Berlin, Tunis und Adis Abeba mobilmachten. Sie beleuchtete dabei besonders die praktische und materielle Logistik dieser Wissenszirkulation – wie wurden beispielswiese Reagenzgläser, Brutkästen oder mit Tollwut infizierte Kaninchen transportiert? Der ostmitteleuropäische Raum wird so in eine globale Wissensgeschichte eingeordnet und die Frage von wissenschaftlichen Zentren und Peripherien neu gedacht. Gleichzeitig wird am Beispiel des polnischen Königreiches bzw. des 1918 gegründeten polnischen Staates erzählt, wie bakteriologisches Wissen in die ärztliche Praxis eingeführt wurde.

Katharina Kreuder-Sonnen studierte zunächst in Tübingen und Krakau Neuere und Neuste Geschichte, VWL und Öffentliches Recht. Sie promovierte ab 2010 zunächst als Mitglied des International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) der Universität Gießen und arbeitete später als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Medizinhistorischen Institut der Universität Bonn. Ihre Forschung führte Katharina Kreuder-Sonnen unter anderem an das Deutsche Historische Institut Warschau, das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin und an das Herder-Institut in Marburg. Ihre Dissertation war im September 2016 bereits mit dem Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für die Geschichte der Naturwissenschaften, Technik und Medizin ausgezeichnet worden.

In ihrem aktuellen Forschungsprojekt untersucht Katharina Kreuder-Sonnen die Praktiken des Planens auf Großbaustellen im 20. Jahrhundert in globaler Perspektive.