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Qualitätsmanagement für europäische Hochschulen

Die Universität Siegen trägt die Gesamtverantwortung für das Projekt „European Quality Audit“. In Riga fand das erste Arbeitstreffen statt.

In der lettischen Hauptstadt Riga trafen sich die Projektpartner des „European Quality Audit“ (EQA) zum Austausch über die Qualitätssicherung und -entwicklung in Studium und Lehre sowie den Bereich Diversität. Die Universität Siegen, die die Gesamtverantwortung für das Projekt trägt, wurde beim Treffen Ende August von Projektleiter Prof. Dr. Thomas Mannel (Prorektor für strategische Hochschulentwicklung), Prof. Dr. Michael Bongardt (Prorektor für Studium, Lehre und Lehrerbildung) sowie durch die Prorektorin für Bildungswege und Diversität, Prof. Dr. Gabriele Weiß, und die Gleichstellungsbeauftragte Dr. Elisabeth Heinrich vertreten. 

Neben der Karl-Franzens-Universität Graz (Österreich), der Universität Luzern (Schweiz) und der Latvijas Universitate (Lettland) nahmen auch die Universität des Saarlandes und der Deutsche Akkreditierungsrat an dem Arbeitstreffen teil. Organisiert wurde der Austausch vom Qualitätszentrum Siegen (QZS) in Zusammenarbeit mit der gastgebenden Latvijas Universitate.

Ging es beim Auftakt im Januar 2018 noch primär um gemeinsame Entwicklungs- und Zielperspektiven sowie um die Organisation des Projekts, stand diesmal der inhaltliche Austausch im Mittelpunkt. Während Studium und Lehre schon lange Gegenstand von Qualitätsmanagement an Hochschulen sind, diskutierte das Konsortium zum ersten Mal über Diversität. Ziel war es, sich über hochschulspezifische Lösungsansätze und Umsetzungsbeispiele auszutauschen, um dadurch Anregungen für die Entwicklung an der eigenen Hochschule zu erhalten.

In der Arbeitsgruppe Studium und Lehre wurden die Besonderheiten der einzelnen Hochschulen hinsichtlich der Qualitätssicherung und -entwicklung von Studiengängen und der dafür eingesetzten Instrumente vorgestellt. Schnell zeigte sich, dass trotz unterschiedlicher gesetzlicher Vorgaben und Rahmenbedingungen Probleme und Herausforderungen ähnlich gelagert sind.  Allerdings ist es trotzdem nicht einfach möglich, ein QM-Instrument einer anderen Hochschule in das eigene System zu importieren. Hieraus leitet sich eine Aufgabenstellung für das Konsortium ab: Wie kann man QM-Instrumente so anpassen, dass sie für das eigene QM-System nutzbar gemacht werden können?
 
Eine weitere Aufgabe betrifft die bisweilen sehr komplex geratenen QM-Systeme, besonders, wenn sie schon länger implementiert sind. Hier sollen die Partner als „critical friends“ die QM-Systeme, ihre Strukturen und Prozesse im Hinblick auf Komplexitätsreduktion und Zweckmäßigkeit kritisch hinterfragen. „Effizient und effektiv muss ein Qualitätsmanagementsystem sein. Verfahren sollten schlank gehalten und stets dahingehend geprüft werden, ob die angepeilten Ziele erfüllt werden und die erhofften Verbesserungen tatsächlich eintreten“, so Prof. Bongardt.

In der Arbeitsgruppe Diversität galt es zu Beginn zu klären, wie mit dem Themenkomplex an den Partnerhochschulen überhaupt umgegangen wird und ob Diversität als Querschnittsthema oder als eigener Leistungsbereich aufgefasst werden sollte. „Natürlich muss sich das Thema Diversität in allen Leistungsbereichen von Hochschulen, wie Forschung oder Lehre, nicht nur wiederfinden, sondern dort auch gelebt werden“, stellte Prof. Weiß für die Universität Siegen klar. „Doch um die Wichtigkeit des Themas zu betonen, es sichtbarer zu machen, bedarf es eines eigenen Leistungsbereichs, der mit allen anderen vernetzt ist.“

Die TeilnehmerInnen kamen zu dem Schluss, dass das EQA dabei helfen kann, allgemeine Standards zu erarbeiten, die den Hochschulen Orientierung bei der konkreten Ausgestaltung ihrer Konzepte bieten. Auch waren sich die Beteiligten einig, dass ein Spielraum gelassen werden sollte, wie das Thema Diversität in den einzelnen Hochschulen implementiert wird und welche Dimensionen (Bildungsherkunft, Geschlecht, Religion etc.) betrachtet werden. Dabei spielen auch die jeweiligen politischen Rahmenbedingungen eine Rolle. Hierbei gilt es allerdings zu eruieren, wie getroffene Maßnahmen und Prozesse hinsichtlich ihrer Effekte überprüft werden können. Einigkeit herrschte darüber, dass Diversität zwar an den Hochschulen wahrgenommen wird und es zahlreiche Einzelinitiativen und Programme gibt, aber ein ganzheitliches Konzept und eine zielorientierte Strategie oftmals noch fehlen.

Am Ende der beiden Tage war man sich einig, dass sich der Vorteil des ganzheitlich ausgerichteten „European Quality Audit“ zum einen darin zeigt, dass alle Bereiche umfassend betrachtet werden, sich dadurch Verbindungen zwischen den einzelnen Handlungsfeldern ergeben und sich eine stärkere Interaktion herstellen lässt. Zum anderen kann der Austausch im EQA hilfreich bei der Bearbeitung von Themen oder Problemen sein, die jenseits formalisierter und rechtlich geregelter Prozesse auftreten können. „Vor allem aber ist der internationale Austausch dienlich, gemeinsam voneinander zu lernen und aus gemeinsamen Problemlagen individuelle Lösungen zu entwickeln“, resümiert Prof. Mannel.

Im Februar 2019 wird sich das Konsortium wieder treffen: In Graz wird sich dann der QM-Blick auf Forschung und die Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie auf den Bereich „Third Mission“ richten.