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Berufliche Bildung in der digitalen Welt

Im Rahmen der 20. „Hochschultage Berufliche Bildung“ haben sich an der Universität Siegen rund 950 ExpertInnen über aktuelle und zukünftige Herausforderungen der beruflichen Bildung im Kontext der Digitalisierung ausgetauscht.

Es ist die europaweit größte Veranstaltung zum Thema: Bei den „Hochschultagen Berufliche Bildung“ (HTBB) kommen alle zwei Jahre an wechselnden Orten VertreterInnen aus Wissenschaft, Politik und Praxis der Berufsbildung zusammen, um aktuelle Fragen zu diskutieren. 2019 ist die Universität Siegen Ausrichterin der Tagung. Rund 950 TeilnehmerInnen aus dem In- und Ausland kamen zum Campus Unteres Schloss. An drei Tagen stellte das Team um Ulrike Buchmann, APL-Professorin im Bereich der Berufs- und Wirtschaftspädagogik, für sie ein umfangreiches Programm auf die Beine: 18 Fachtagungen und 21 Workshops wurden geboten. Highlight war die feierliche Begrüßungsveranstaltung in der Siegener Martinikirche, an der als Ehrengast die Frau des Bundespräsidenten, Elke Büdenbender teilnahm.

Als gelernte Industriekauffrau habe sie persönlich von der „qualitativ sehr hochwertigen“ dualen Ausbildung in Deutschland profitiert, berichtete Elke Büdenbender, die später Jura studierte und als Richterin tätig war. Als Ehefrau des Bundespräsidenten engagiert sich die gebürtige Siegerländerin stark für die berufliche Bildung. Über die Einladung zu den Hochschultagen habe sie sich daher sehr gefreut, erklärte Elke Büdenbender vor den in der Kirche versammelten FachvertreterInnen: „Ich schätze Ihrer aller Arbeit ungemein. Sie sind diejenigen, auf die es ankommt, um jungen Menschen eine gute berufliche Perspektive zu bieten.“

Berufliche Bildung an der Uni Siegen fest verankert

Dass die berufliche Bildung auch der Universität Siegen traditionell ein wichtiges Anliegen ist, unterstrich Uni-Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart in seinem Grußwort: „Fragestellungen der beruflichen Bildung ziehen sich als Querstruktur durch alle fünf Fakultäten unserer Universität. Uns geht es darum, die Gesellschaft zu begleiten. Die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern auch für die Berufskollegs ist ein wichtiger Teil davon.“ Ziel der LehrerInnenbildung sei es nicht nur, den Mangel – gerade an den Berufskollegs – zu beheben, erklärte Burckhart weiter: „Wir möchten nicht einfach LehrerInnen produzieren, sondern wir möchten sie auch so ausbilden, dass sie den Herausforderungen der Zukunft gewachsen sind.“

htbb_musikBerufskollegs am Digitalpakt beteiligen

Als eine große Herausforderung gerade auch für den Bereich der beruflichen Bildung machten die ExpertInnen die Digitalisierung aus, die unter dem Titel „Digitale Welt – Bildung und Arbeit in Transformationsgesellschaften“ auch Schwerpunktthema der Siegener HTBB war.

„Das duale Ausbildungssystem in Deutschland ist ein Erfolgsmodell, das jedoch immer weiterentwickelt werden muss“, sagte in diesem Zusammenhang Mathias Richter, Staatssekretär im Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW. Richter vertrat in der Martinikirche NRW-Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer, die Schirmherrin der Veranstaltung. Er kündigte eine landesweite Agenda zur Stärkung der beruflichen Bildung an, in der es von der Ausbildung von Lehrkräften bis hin zum Übergang von der Schule in den Beruf immer auch um das Thema Digitalisierung geht. „Von dem lange erwarteten Digitalpakt werden auch die Berufskollegs profitieren und können die Mittel für eine moderne Ausstattung nutzen“ betonte Richter.

„Digitalisierung ist mehr als Elektrifizierung unserer Lebens- und damit auch Lehr-Lernwelt, sondern sie wird tiefgreifend die Strukturen unseres Miteinanders verändern. Hierfür kompetent zu sein, u.a. in Betrieb, Verwaltung, Bildungseinrichtungen und nicht zuletzt Gesundheitsversorgung, ist eine der zentralen Bildungsaufträge an betriebliche wie akademische Bildung. Sie sind hier zwar verschiedenartig, aber wie in vielen anderen melden auch: gleichwertig. Auch diese Botschaft verspreche ich mir von dieser Tagung, gerade hier an der Universität Siegen“, sagte Prof. Dr. Burckhart.

htbb_dreiergruppeDas Zeug zur Modellregion

Südwestfalen habe die Chance, im Hinblick auf die Verbindung von beruflicher Bildung und Digitalisierung zu einer Modellregion zu werden, sagte Ulrike Buchmann, die die Hochschultage als Ausrichterin nach Siegen geholt hatte. Buchmann lobte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit der Akteure in der Region – von der Wissenschaft, über die Wirtschaft bis hin zur Politik: „Bei uns gibt es kurze Wege und alle Beteiligten ziehen an einem Strang. Es geht darum, berufliche Bildung so zu verändern, dass junge Menschen auch im digitalen Zeitalter beste Chancen auf Teilhabe bekommen.“

Dass der Kreis Siegen-Wittgenstein als Träger der heimischen Berufskollegs am selben Strang zieht, machte Landrat Andreas Müller deutlich: „Wir müssen und mit dem digitalen Wandel auseinandersetzen. Die Hälfte aller Schüler in unseren Grundschulen wird später mal in Berufen arbeiten, die es heute noch gar nicht gibt.“

Hintergrund:

Die 20. Hochschultage Berufliche Bildung wurden von der Arbeitsgemeinschaft berufliche Bildung (AG BB) als Trägerin und der Berufs- und Wirtschaftspädagogik der Universität Siegen als Ausrichterin organisiert. Unterstützt werden die HTBB unter anderem durch das Ministerium für Schule und Bildung NRW und durch das Qualitäts- und Unterstützungsagentur-Landesinstitut für Schule in Nordrhein-Westfalen (QUA-LiS NRW).

Weitere Informationen unter www.htbb2019.uni-siegen.de

htbb_gruppe_martini

Von links: Maria Cleef (QUA-LiS NRW), Landrat Andreas Müller, Mathias Richter (Staatssekretär im Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW), Elke Büdenbender, Uni-Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart, APL-Prof. Dr. Ulrike Buchmann, Jens Kamieth (Stv. Bürgermeister Universitätsstadt Siegen) und Markus Tesche (QUA-LiS NRW)