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Minister Spahn lobt Medizin-Aktivitäten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn besuchte das Forschungskolleg der Universität Siegen und informierte sich über Forschungsprojekte zur Digitalen Modellregion Gesundheit Südwestfalen.

An der Universität Siegen ist mit dem Projekt „Medizin neu denken“ die Vision für eine medizinische Hochleistungsversorgung auf dem Land mit Hilfe modernster digitaler Technik entstanden. Wie die Lösungsansätze und Ideen für die Zukunft ländlicher Versorgung aussehen, welche Infrastrukturen das Projekt beinhaltet und welche Tools bereits in Anwendung sind, begutachtete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei seinem Besuch im Forschungskolleg der Universität (FoKoS) persönlich und informierte sich über die Forschungsprojekte zur Digitalen Modellregion Gesundheit Südwestfalen. „Was Sie hier in Südwestfalen tun, ist beispielhaft“, sagte der Minister im mit rund 300 Gästen voll besetzten Saal des FoKoS in Siegen-Weidenau.

„Die Universität und Ihre Politik, Herr Spahn, eint das ‚neu denken‘. Sie gehen Ihre Themen offen und auf neuen Wegen an, verbinden Freiheit und Selbstbestimmung mit Verantwortung. Sie gehen von den Lebensumständen der Menschen aus, sei es in Fragen gesundheitlicher Versorgung, sei es in Fragen der Selbstbestimmung zur Organspende, sei es in Fragen der Homo- und Transsexualität. Diese Herangehensweise verbindet uns. Unser Medizinkonzept will die Standards der klassischen Medizin für den Menschen neu denken und gestalten – hierzu haben wir Infrastrukturen entwickelt, in denen wir dann Herangehensweisen digital unterstützt variieren können, sei es in einer Region, sei es für bestimmte Krankheiten, sei es von der Praxis über die Krankenhausversorgung bis zur möglichst langen Versorgung zu Hause. Seien Sie willkommen an einer Universität, die sich im Sinne von Artikel 1 und Artikel 5 des Grundgesetzes nicht nur in Fragen der Wissenschafts- und Meinungsfreiheit, sondern auch und gerade in Fragen des selbstbestimmten Lebens positioniert hat und immer positionieren wird“, begrüßte Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart den Minister. Begleitet wurde Jens Spahn von Dr. Peter Liese.

Mehrwert durch Digitalisierung sichtbar machen

Wie er sich die Aktivitäten in der Gesundheitspolitik vorstellt, erläuterte Minister Spahn in seiner Rede und betonte: „Ich mag es gerne konkret.“ Als Negativ-Beispiel nannte er die Entwicklung der elektronischen Gesundheitskarte, über die seit Jahren diskutiert wird. „Ich möchte nicht warten, sondern aktiv gestalten“, sagte Spahn und gab einen Einblick in seine Pläne. Die elektronische Patientenakte kann persönliche Gesundheitsdaten auf dem Smartphone verfügbar machen, eine Online-Sprechstunde den Weg zum Arzt ersparen, Künstliche Intelligenz als Unterstützung für Ärztinnen und Ärzte fungieren und digitale Anwendungen wie ein EKG-Pflaster können den Weg in die Regel-Versorgung finden. „Entscheidend ist, dass für die Menschen durch die Digitalisierung ein Mehrwert im Alltag sichtbar wird. Wenn digitale Lösungen das Leben leichter machen, wird die Akzeptanz rasant wachsen“, sagte Spahn.

spahn_information„Die Region will vorangehen“

Zu seinen Zielen zählt auch die modellhafte Erprobung neuer Lösungsansätze, wie es in Südwestfalen geplant ist. „Diese Dynamik hier zeigt, dass jemand selbst Lust darauf hat. Das ist immer gut“, sagte Spahn. Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves, Direktor des Forschungskollegs, bekräftigte dies: „Die Region will vorangehen! Ganz im Sinne des aktuellen Referentenentwurfs zur digitalen Gesundheitsversorgung aus dem Hause des Bundesgesundheitsministers sind wir in Südwestfalen dafür aufgestellt, mit digitalen Assistenzsystemen dem medizinischen Versorgungsengpass auf dem Land zu begegnen.“

Dazu sind am FoKoS in enger Kooperation mit der neu gegründeten Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Universität Siegen und kommunalen Partnern in der Region neue Forschungsprojekte zur Digitalen Modellregion Gesundheit Südwestfalen – eine von drei Herangehensweisen gesundheitlicher Versorgung im ländlichen Raum der Universität Siegen – auf den Weg gebracht worden. Beispielsweise wird im Projekt INTEGER ein sensorisches Pflaster entwickelt, das bei UV-Belichtung im Falle einer bakteriellen Infektion diese durch eine Farbänderung anzeigt. Das Projekt „DataHealth“ in Burbach/Hickengrund verfolgt die Bereitschaft von Arztpraxen und Patienten im Hinblick auf die Nutzung digitaler Assistenzsysteme zur Erfassung und Übertragung von Gesundheitsdaten. Oder das Projekt MeDiKuS, das in Sundern Digitalisierungspotentiale in der Kommunikation medizinischer Versorgung im ländlichen Raum untersucht.

„Der Mensch steht in diesen Projekten im Mittelpunkt. Die Bedarfe der Menschen, ihre Probleme und Wünsche, bearbeiten wir gemeinsam mit Kommunen“, sagte Prof. Dr. Rainer Brück, stv. Direktor des FoKoS. Aus den daraus entstehenden Synergien sollen – auch vor dem Hintergrund der REGIONALE 2025 – weitere Projektideen vorgetrieben werden, mit dem Ziel, Südwestfalen gemeinsam zu einer Digitalen Modellregion Gesundheit zu entwickeln. Südwestfalen kann so zum Reallabor werden, in dem neue medizinischen Lösungen erprobt werden. Minister Spahn: „Es ist stark, wie die Region dahintersteht und gemeinsam digitale Versorgungsangebote entwickeln möchte. Es gibt hier sehr viel Potenzial, den Unterschied zu machen.“

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