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Wie funktionieren Corona-Warn-Apps?

Studierende der Universität Siegen haben mit KommilitonInnen anderer deutscher Unis sowie aus Australien und Kanada eine Animation entwickelt, die die Funktionsweise von dezentralen Corona-Warn-Apps erklärt.

Alice und Bob treffen sich in einem öffentlichen Park, beide haben auf ihren Smartphones eine Corona-Warn-App heruntergeladen. Später wird Alice positiv auf Covid-19 getestet. Sie gibt das Testergebnis bei der Gesundheitsbehörde an. Bob erhält daraufhin eine Benachrichtigung auf sein Smartphone – inklusive Informationen, was er nun tun sollte. Anhand von diesem Szenario erklären Studierende der Universität Siegen zusammen mit KommilitonInnen anderer deutscher Unis sowie aus Australien und Kanada, wie dezentrale Corona-Warn-Apps genau funktionieren: Welche Daten werden im Hintergrund generiert und ausgetauscht? Und was genau ist in den dezentralen Tracing-Protokollen verborgen? All dies lässt sich anhand der einfachen Animation auch für Laien verständlich nachvollziehen. Die Animation steht unter https://corona-tracing.cryptool.org/ kostenfrei in vier Sprachen zur Verfügung, die Website läuft auf PCs und Smartphones.

Entstanden ist die Animation in dem Open Source-Projekt CrypTool. Projektleiter Prof. Bernhard Esslinger von der Universität Siegen erklärt: „Unsere Idee war, das Thema spielerisch und ohne Bewertung anzugehen – im Hintergrund aber trotzdem die richtigen kryptographischen Protokolle ablaufen zu lassen, wie sie von den Europäischen Wissenschaftlern in ‚DP-3T‘ und von Apple/Google in ‚Exposure Notification‘ definiert wurden.“ Mitte April haben die Studierenden mit dem Projekt begonnen. Fertiggestellt wurde die Animation pünktlich vor dem Start der Corona-Warn-App in Deutschland.

Hintergrund des Projektes sei die Sorge vieler Menschen vor staatlicher Überwachung oder der Macht amerikanischer Großkonzerne im Zusammenhang mit Corona-Apps gewesen, sagt Esslinger: „Wir wollten sehen, was da wirklich passiert und haben daher genau nachvollzogen, wie in den beiden Protokollen jeweils eine Reihe von einfachen Standard-Kryptographie-Verfahren miteinander kombiniert werden.“ Die Entwickler haben herausgefunden, dass sich die Protokolle nur wenig voneinander unterscheiden. Das Apple/Google-Protokoll, das auch in der deutschen Corona-App implementiert wurde, schützt die Privatsphäre demnach sogar noch etwas besser, als der europäische Vorschlag DP-3T. Denn im Apple/Google-Protokoll werden die Tagesschlüssel jeden Tag neu zufällig generiert.

„Wir sind uns sehr sicher, dass man von der Protokoll-Seite her beim Einsatz der Corona-Warn-App keine Angst vor Überwachung haben muss. Die Gestaltung der Protokolle selbst gibt hierfür keinen Spielraum“, fasst Prof. Esslinger die Ergebnisse des Projektes zusammen. Da es sich bei den Smartphone-Betriebssystemen von Apple und Google aber um geschlossene Systeme handele, lasse sich nicht mit absoluter Sicherheit ausschließen, dass keine geheimen Hintertüren eingebaut seien, schränkt das Team ein. Jedoch: Sollte dies der Fall sein, so würde es auch ohne Benutzung einer Corona-Warn-App zu einem entsprechenden Verlust der Privatsphäre kommen.

Kontakt:
Prof. Bernhard Esslinger
E-Mail: bernhard.esslinger@uni-siegen.de

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