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Medizin neu denken: Erprobungsphase läuft, Änderung bei der MedizinerInnen-Ausbildung

Im Modellvorhaben „Medizin neu denken“ wird der bisherige, auf 25 Studienplätze begrenzte Kooperations-Studiengang „Humanmedizin Bonn-Siegen“ in den humanmedizinischen Regelstudiengang der Universität Bonn überführt. Dafür werden für alle Bonner Medizin-Studierenden Blockpraktika am Standort Siegen angeboten.

Seit Ende April läuft die Erprobungsphase für das Modellvorhaben „Medizin neu denken“. Die Universitäten Siegen und Bonn, die vier Siegener Kliniken sowie weitere Partner arbeiten in dem Vorhaben zusammen. Gemeinsames Ziel ist es, mit den Potenzialen der Digitalisierung in der Medizin die medizinische Versorgung ländlicher Räume zukunftsfähig zu gestalten. „Medizin neu denken“ besteht dabei aus drei Teilen:

1) der Ausbildung von Studierenden im medizinnahen Bereich an der Lebenswissenschaftlichen Fakultät (LWF) der Universität Siegen (hier ist im WS 2019/20 bereits der Bachelorstudiengang „Digital Biomedical and Health Sciences“ gestartet),
2) der Durchführung von Forschungsprojekten in der „Digitalen Modellregion Gesundheit Dreiländereck“ – hier geht es darum, innovative, digitale Lösungen für die Versorgung in ländlichen Räumen zu entwickeln und zu erproben,
3) der gemeinsamen Ausbildung von Medizinerinnen und Medizinern in Bonn und Siegen.

Bei Punkt 3) hat sich nach der Begutachtung des Modellvorhabens durch den Wissenschaftsrat im Vergleich zur ursprünglichen Planung eine Änderung ergeben: Der zunächst vorgesehene und im Wintersemester 2018/2019 gestartete Kooperationsstudiengang „Humanmedizin Bonn-Siegen“ wird in den humanmedizinischen Regelstudiengang der Universität Bonn überführt. Die 25 Studienplätze pro Jahr bleiben somit erhalten: Keine/r der bisherigen Studierenden verliert ihren oder seinen Studienplatz.

Die Universitäten Bonn und Siegen verfolgen dennoch weiterhin das Ziel, gemeinsam mit Siegener Kliniken an beiden Standorten Medizinerinnen und Mediziner auszubilden. Dazu werden am Campus Siegen Blockpraktika in ausgewählten klinischen Fächern angeboten – geplant sind hier zunächst vor allem die großen Fächer wie Innere Medizin, Chirurgie, Neurologie, Kinderheilkunde und voraussichtlich Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Allgemeinmedizin. Dieses Angebot am Standort Siegen steht ALLEN Bonner Medizinstudierenden offen. Siegen wird damit in der Ausbildung von Medizinstudierenden weiterhin sichtbar. Außerdem plant die Universität Bonn, zusammen mit Siegener Kliniken und der Lebenswissenschaftlichen Fakultät neue Vertiefungs-Module für Medizin-Studierende anzubieten: für landärztliche Versorgung und digitale Medizin.

Der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn, Prof. Dr. Bernd Weber, sieht in dem neuen Modell viele Vorteile: „Die Änderung von einem eigenständigen Studiengang hin zu einer Integration in den Gesamtstudiengang der Humanmedizin in Bonn hat eine Reihe von Vorteilen: So haben die beteiligten Partner größere Freiheiten in der Entwicklung des konkreten Studienaufbaus und können sich auf die Stärken der Siegener Kliniken konzentrieren. Auch stehen die Angebote in Siegen nun statt einer kleinen Anzahl von Studierenden in dem separaten Studiengang der Gesamtzahl aller Humanmedizinstudierenden in Bonn offen. Wir sind davon überzeugt, dass dies zu einer noch stärkeren Präsenz in Siegen führen wird.“ Der Dekan der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Universität Siegen, Prof. Dr. Christoph Strünck, ergänzt: „Mit diesem realistischen und qualitätsgeprüften Aufbau der klinischen Ausbildung kann sich ein echtes Siegener Profil in der Humanmedizin entwickeln. Und am Standort Siegen konzentrieren sich Forschung und Lehre auf die innovative Versorgung ländlicher Räume.“

Im April hatte das Ministerium für Kultur und Wissenschaft (MKW) NRW angekündigt, das Gesamtvorhaben „Medizin neu denken“ im Rahmen einer einjährigen Erprobungsphase und auf der Basis eines neuen Konzeptes weiter zu fördern. Das neue Konzept steht, die Förderung für zunächst ein weiteres Jahr ebenfalls –  die Projektpartner arbeiten seither gemeinsam und mit Hochdruck daran, das Modellvorhaben fest an den Standorten und in der Region zu etablieren und somit auch eine längerfristige Förderung zu erreichen.