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Roboterforschung im direkten Austausch mit Bürgern

Bei der Online-Konferenz „Roboter Co-Kreieren“ organisiert von der Universität Siegen (Projekt GINA) wurden aktuelle Forschungsprojekte aus dem Bereich der Robotik diskutiert und weiterentwickelt. Mit dabei waren auch Bürger und Bürgerinnen, die ihre Meinung zu den Entwicklungen äußerten.

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„Auf lange Sicht wäre der Roboter befremdlich für mich“, beschrieb Sophie, eine Oberstufen-Schülerin aus Stuttgart, den Pflege-Roboter, der ihr kurz zuvor auf dem Bildschirm vorgestellt worden war. „Ich finde ihn total süß. Es ist eine gute Möglichkeit, um nicht alleine zu sein“, entgegnete eine Seniorin. Die beiden Meinungen stehen beispielhaft für den Bürgeraustausch, der Teil der Online-Konferenz „Roboter Co-Kreieren – Die virtuelle RA2 Arbeitskonferenz“ war. An zwei Tagen arbeiteten die TeilnehmerInnen in neun virtuellen Workshops an neuen Entwicklungen und Fragestellungen der Robotik. Organisiert wurde die online durchgeführte Konferenz vom Team des Forschungsprojektes GINA, dessen Verbundkoordinator die Universität Siegen (Lehrstuhl Prof. Dr. Marc Hassenzahl) ist.

Das virtuelle Format, das den Einschränkungen durch Corona geschuldet war, erwies sich als unerwartet gewinnbringend. „Wir konnten so ganz neue Workshop-Instrumente ausprobieren. Die Teilnehmenden haben beispielsweise auf dem virtuellen Whiteboard ein Moodboard – also eine Art digitale Collage – erstellt, indem sie einfach die Google-Bildersuche nutzten. Außerdem konnten wir live Feedback einholen und Umfragen einsehen“, so Diana Löffler und Judith Dörrenbächer, die das Format entwickelten und die Veranstaltung moderierten.  

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Auch beim Bürgeraustausch, organisiert von der Uni Siegen und der Uni Göttingen, konnten durch das virtuelle Format mehr als 30 Menschen verschiedenen Alters aus ganz Deutschland dabei sein. Sie verfolgten Präsentationen über aktuelle Roboterprojekte und teilten ihre Gedanken dazu mit. Im Mittelpunkt stand die Unterstützung von SeniorInnen. „KoBo 34“ etwa ist ein Roboter, der in der Altenpflege das Personal entlasten und Bedürfnisse von SeniorInnen erkennen soll. So soll er nicht nur Mahlzeiten servieren und abräumen, sondern auch Einkäufe im hauseigenen Kiosk erledigen. Der Roboter wird im Frühjahr 2021 in Seniorenheimen in Bayern erprobt. Im Forschungsprojekt „RobotKoop“ werden autonome Roboter im öffentlichen und privaten Bereich in Bezug auf ihr Zusammenspiel mit Menschen untersucht. Die Erkenntnisse sollen genutzt werden, um Interaktionsprozesse von Robotern zu optimieren. Im Projekt „Viva“ wurde ein hüfthoher Roboter vorgestellt, der in die Wohnzimmer alleinstehender Menschen jeglichen Alters einziehen und ihnen Gesellschaft leisten könnte. Aber er könnte auch an die Einnahme von Medikamenten erinnern oder medizinische Notfälle frühzeitig erkennen. 

In der moderierten Runde wurde das Thema Robotik durch die verschiedenen Meinungsbilder unter ethischen, rechtlichen und partizipativen Gesichtspunkten beleuchtet. Die ForscherInnen können das Feedback, die Wünsche und Zweifel der BürgerInnen, in künftige Entwicklungen einfließen lassen. „Wir als Forscher brauchen diese Bürger-Workshops“, erklärte Mitorganisator Dr. Rainer Wieching von der Universität Siegen. Auch die BürgerInnen begrüßten es, diese Form des Austauschs zukünftig zu wiederholen.

Auch die weiteren Workshops der Veranstaltung waren durch einen regen Meinungsaustausch der ForscherInnen und die Nutzung innovativer Methoden gekennzeichnet, egal ob es um Virtual Reality in der Roboterforschung oder ethische Fragen mit Blick auf das soziale Verhalten von Robotern in Interaktion mit Menschen ging.

Text: Max Fuhr

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