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Online-Vortragsreihe: Die Wolken und die Wolke

Das Museum für Gegenwartskunst Siegen (MGK) realisiert in Kooperation mit dem Lehrstuhl Kunstgeschichte der Universität Siegen eine Vortragsreihe mit KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen.

Mit "Die Wolke und die Wolken" ist die aktuelle Ausstellung im Siegener Museum für Gegenwartskunst überschrieben. Die Beiträge reichen unter Einbezug unterschiedlichster Medien von der künstlerischen Übersetzung des natürlichen Motivs bis hin zur technischen Infrastruktur der Clouds und ihren Affekten. Begleitend zur Ausstellung führen MGKSiegen und der Lehrstuhl Kunstgeschichte der Universität Siegen eine gleichnamige Veranstaltungsreihe durch. Vom 5. November 2020 bis zum 9. Januar 2021 sind KünstlerInnen sowie WissenschaftlerInnen aus den Bereichen Kunstgeschichte und Kunstwissenschaft, Literaturwissenschaft als auch der visuellen Künste und des Designs eingeladen, zum Thema der Wolke zu sprechen. Darüber hinaus sind zwei Filmpräsentationen geplant.

Sämtliche Vorträge finden online, jeweils donnerstags, um 19 Uhr statt. Zugang zum Vortrag erhalten Interessierte über die Homepage des Museums www.mgksiegen.de. Darüber hinaus werden zeitnah Videoaufzeichnungen der Veranstaltungen auf der Webseite des Museums sowie auf YouTube zugänglich gemacht.

  • DO. 5.11. 19 Uhr
    Johannes Stückelberger: Skying. Wolkenbilder als Übungsfeldabstrakter Kunst
    Von „Skying“ spricht der englische Landschaftsmaler John Constable im Zusammenhang mit seiner Wolkenmalerei. Er hat erkannt, dass man Wolken wegen ihrer dauernden Veränderung nicht porträtieren, sondern nur so malen kann, dass man sie im Malprozess aus sich heraus entstehen lässt, analog dazu, wie sie sich in der Natur bilden. Der Weg von den Wolkenbildern zur abstrakten Malerei ist nicht weit. Der Vortrag diskutiert Wolkenmalerei der Romantik sowie des 20. Jahrhunderts als Übungsfeld abstrakter Kunst.Johannes Stückelberger ist Professor für Neuere Kunstgeschichte an der Universität Basel und Herausgeber der gleichnamigen Publikation (Wilhelm Fink, 2010) zum künstlerischen Wolkenbild seit der Romantik.
  • DO. 12.11. 19 Uhr
    James Bridle: The Cloud of Unknowing
    Heutzutage ist der Begriff Cloud verknüpft mit einer der mächtigsten technologischen Erfindungen: einem Netzwerk von Computern, das den gesamten Planeten umspannt, das das ganze Leben auf der Erde formt und steuert, und ebenso die Art und Weise, wie wir über das Leben nachdenken. Die Cloud hat auch einen Fußabdruck: sie ist mit der Materialität des Planeten, mit dessen Klima in Gegenwart und (unsicherer) Zukunft verknüpft. Im Vortrag vermittelt James Bridle einen kurzen Überblick über diese Cloud, ihre Möglichkeiten und Widersprüchlichkeiten, und regt Alternativen an, wie wir die Cloud umdenken und neu ordnen könn(t)en.Der Londoner Künstler und Autor des Buches „The New Dark Age“ (C.H. Beck, 2019) ist Teilnehmer der Ausstellung „Die Wolken und die Wolke“. In seinem Projekt „Cloud Index“ erforscht Bridle die Zusammenhänge zwischen Klima, menschlichem Verhalten und technischen Netzwerken.
    In englischer Sprache.
  • DO. 19.11. 19Uhr
    Simon Elson: Wolkenwissen, Wolkenmythen
    Wolken sind immer wieder mit Gedanken, mit dem Prozess des Denkens verglichen worden, so beispielsweise von dem Philosophen Arthur Schopenhauer. Taucht man in die Geschichte der Wolkenbeschreibung und -abbildung der letzten 2000 Jahre, erkennt man deutlich, dass dieses Denken nicht nur ein logisch-wissenschaftliches, sondern auch ein mythisches ist.Wo beginnt der Mythos, wo endet das Wissen? Diesen und ähnlichen Fragen geht der Vortrag von Simon Elson anhand von ausgewählten Bild- und Textbeispielen nach.Simon Elson ist Autor des Buchs „Wolkensammler“ (Rowohlt, 2020). Der in Berlin lebende Kunsthistoriker und Literaturwissenschaftler kuratierte ebenfalls zwei Ausstellungen mit Wolken-Kunst.
  • DO. 26.11. 19 Uhr
    Joseph Imorde: Wolken, Dünste, Nebel. Das Atmosphärische in der Kunst
    Der italienische Architekt Aldo Rossi beschreibt 1981, zu Beginn seiner wissenschaftlichen Autobiographie, einen Besuch in der Kirche Sant’ Andrea in Mantua und dieser kurze programmatische Erlebnisbericht kann dazu dienen, das Thema des Vortrages zu illustrieren. Rossi sah in Mantua, „wie ein Nebel langsam in die Basilika eindrang“ – ein Nebel „so wie ich ihn gerne [als Kind] beobachtete, wenn er in die Galleria in Mailand hineinwallte.“ Dieser Dunst war für Rossi das unerwartete Element, das alles veränderte. Das Ereignis des Nebels brachte dem Architekten vor allem die Doppeldeutigkeit des italienischen Begriffs „tempo“ zu Bewusstsein – ein Wort, das bekanntermaßen sowohl das Wetter als auch die Zeit bezeichnet. Mit der erlebten „Temporalität“, das heißt mit dem sich vollziehenden ephemer-atmosphärischen Ereignis verlor die Architektur alle kalendarischen und topographischen, das heißt alle bestimm- und messbaren Determinatoren und trat in gänzlich anderer Form in das Bewusstsein des Erlebenden hinein. Im Jetzt der Erinnerung an die Kindheit verliert das Monument die eigene Identität und tritt als atmosphärebildend in eine personal gesteigerte Wirklichkeit hinein, eine Wirklichkeit, die gerade weil sie fern jeder Objektivierbarkeit liegt, für Rossi im erinnernden Erleben wiederum geschichtsbildend wirkt. Den Wirkungen solch atmosphärischer Temporalität wird sich der Vortrag zuwenden.Joseph Imorde ist Professor für Kunstgeschichte, an der Universität Siegen mit zahlreichen Veröffentlichungen zum Motiv der Wolke seit dem Barock.
  • DO. 3.12. 19 Uhr
    Benjamin Bratton: Hemispherical Stacks: Cloud Geopolitics and the Figuration of Planetarity
    Durch die Organisation in „Cloud-Strukturen“, die Nutzung von Apps und die fortschreitende Digitalisierung befinden wir uns mitten in einem umfassenden System, das Benjamin Bratton als „Stack“ vorstellt. Dieser Stapel an digitalen Schichten bestimmt unseren Alltag und unsere Zukunft. Sowohl geopolitisch im Großen, als auch im Kleinen, wenn es um die Gestaltung und Positionierung des Selbst geht. Bratton spricht in seinem Vortrag über die Einflüsse und Folgen dieser „accidental megastructure“.Benjamin Bratton ist Professor für Visuelle Künste und Direktor des Center for Design and Geopolitics an der University of California, San Diego. Er ist zudem Autor des Buchs „The Stack. On Software and Sovereignty“ (MIT Press, 2016)
    In englischer Sprache.
  • DO. 10.12. 19 Uhr
    Anne Röhl: Wolkenbilder: Produktionsästhetische Aspekte
    Schon antike Autoren rieten zur Wolkenbeobachtung als Anregung für künstlerische Bildfindungsprozesse. Als stetige Gestaltwandler regen Wolken aber nicht nur das figürliche Sehen an, sondern in der Moderne auch die Abstraktion. Wolken sind so Teil des «materielle[n] Gewebes des pikturalen Prozesses» (Hubert Damisch). Anlehnend an diese Beobachtung untersucht der Vortrag produktionsästhetische Aspekte von Wolkenbildern der Gegenwartskunst von Jana Sterbak, Diana Thater und weiteren.Anne Röhl ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Kunstgeschichte an der Universität Siegen mit Veröffentlichungen zu Wolkenmotiven in der zeitgenössischen Kunst.
  • DO. 17.12. 19 Uhr
    Marie-Luce Nadal: Suspended Lives
    Ein anhaltendes Forschungsinteresse der französischen Künstlerin sind biologische und theologische Aspekte der Wolke, die sie in experimentellen Installationen und Filmen inszeniert und aufbereitet. In ihrem performativen Vortrag begibt sich Marie-Luce Nadal ganz analog zur flüchtigen Form der Wolke auf eine gedankliche Reise, die philosophisch anmutet. Vor allem der Gedanke über die einzelnen Bestandteile von Wolken und wie sich diese zu einem Kollektiv, einer Masse verbinden, wird von ihr auf die Gesellschaft und die ihr eigenen Individuen übertragen.Die Künstlerin Marie-Luce Nadal lebt und arbeitet in Paris. Sie ist Teilnehmerin der Ausstellung „Die Wolken und die Wolke“.
    In englischer Sprache.
  • DO. 7.1. 19 Uhr
    Zwei Wolkenfilme
    Während „Ten Skies“ (James Benning, 2004, USA, 100min) den Himmel über Kalifornien in 10 Einstellungen erfasst, steht in „Crossroads (Bruce Conner, 1976, USA, 36min) eine 1946 vielfach dokumentierte Atombombenexplosion im Bikini-Atoll im Mittelpunkt.
  • SA. 9.1. 16 Uhr
    Christopher Kulendran Thomas: Artist Lecture
    Christopher Kulendran Thomas interessiert sich für den Einfluss von Maschinen auf das menschliche Bewusstsein. Thomas erstellte in seiner aktuellsten Arbeit mithilfe von Cloud-Computern und Algorithmen neue Kompositionen, die auf der Arbeit der erfolgreichsten Künstler Sri Lankas basieren. Der Künstler Christopher Kulendran Thomas lebt und arbeitet in London und Berlin. Er ist Teilnehmer der Ausstellung „Die Wolken und die Wolke“.
    In englischer Sprache.

Weitere Informationen:
Website des MGKSiegen
Video zur Ausstellung