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Gute Kommunikation im Krisenfall

Universität und Stadt Siegen waren beim Förderantrag für das Forschungsprojekt REALIS erfolgreich. Sicherheitslösungen für den Katastrophenschutz können in der Praxis erprobt werden.

Um in Ausnahmesituationen und bei Krisenfällen schnell reagieren und die Bevölkerung verständlich und aktuell informieren zu können, haben Stadt Siegen und Universität Siegen gemeinsam das Forschungsprojekt REALIS entwickelt. Das Siegener Projekt wurde im Rahmen des Wettbewerbs „SifoLIFE – Demonstration innovativer, vernetzter Sicherheitslösungen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) als eines von bundesweit 14 Vorhaben in Städten und Landkreisen ausgewählt. Ziel ist, Sicherheitslösungen für den Katastrophenschutz in der Praxis zu erproben.

Das Siegener Projekt „REALIS“ hat den Förderzuschlag für die erste Phase erhalten und wird für die kommenden 18 Monate mit insgesamt rund 250.000 Euro gefördert. In dieser Zeit soll das Projekt wissenschaftlich ausgearbeitet und die Umsetzung in die Praxis vorbereitet werden. Ziel in Siegen ist es, den Einsatz neuer Sicherheitslösungen in der Praxis durch einen großflächigen, modellhaften Testbetrieb (Demonstration) vorzubereiten („Reallabor“), um die Zivilbevölkerung besser auf Krisensituationen und Ausnahmesituationen vorzubereiten.

Dazu wird ein innovatives Konzept erarbeitet, das durch den Einsatz von großen öffentlichen Monitoren, mobilen Applikationen sowie dem Einsatz sozialer Medien neue Formen der Kooperation zwischen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie der Zivilbevölkerung ermöglichen soll. Es werden in den nächsten Monaten einige Workshops, Bürgerdialoge sowie Design-Sitzungen stattfinden, um zu einer bestmöglichen Lösung zu gelangen.

„Die derzeitige COVID-19-Pandemie zeigt, wie wichtig Krisenvorsorge ist, um in Ausnahmesituationen rasch und sicher vorbereitet zu sein. Der Krisenkommunikation kommt hierbei eine besonders wichtige Rolle zu, etwa, wenn sich Verhaltensregeln ändern und in der jeweils aktuellsten Form an die Öffentlichkeit gebracht werden müssen“, erläutert Dr. Eckart Diezemann, der das Projekt seitens der Stadt Siegen verantwortet. Ein großes Problem stelle häufig die mangelnde Verständlichkeit von Fachinformationen oder auch (bewusste) Falschinformationen in Sozialen Medien dar.

„Es geht darum, eine geeignete Infrastruktur zur gezielten Information und Schulung der Zivilbevölkerung aufzubauen, um diese in Krisensituationen einsetzen zu können, sowie gleichzeitig während der tatsächlichen Nutzung trainieren und beforschen zu können“,  sagt Prof. Dr. Thomas Ludwig, der die wissenschaftliche Begleitung an der Uni Siegen leitet. Krisensituationen können dabei neben Pandemien auch zum Beispiel Naturereignisse wie Starkregen oder großflächige Stromausfälle sein.

Hier fehle es bisher häufig an Kapazitäten, freiwillige bzw. ungebundene Helfer kurzfristig zu befähigen sowie auch längerfristig außerhalb von Krisensituationen zu koordinieren, betont der zuständige Beigeordnete der Stadt Siegen, Stadtrat Arne Fries: „Wir sehen daher die dringende Notwendigkeit, weitere Instrumente zu schaffen, die die Behörden und Hilfsorganisationen gezielt und praxisorientiert bei der Ausbildung, Information und Einbeziehung der Zivilbevölkerung unterstützen. Eine zeitnahe und gute Information aller betroffenen Menschen ist immens wichtig und teilweise für die erfolgreiche Bewältigung einer Krise entscheidend.“

Die Projektpartner haben in enger Zusammenarbeit bereits über viele Jahre hinweg intensiv im Bereich des Krisenmanagements sowie der zivilgesellschaftlichen Gefahrenabwehr und Bürgerbeteiligung geforscht. Diese erfolgreichen Arbeiten sollen nun mit dem Ziel einer langfristigen Etablierung der erarbeiteten Lösungen fortgesetzt werden.