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Im Dialog zum Großprojekt „Siegen.Wissen verbindet“

Die Universität und die Stadt Siegen stellten bei einer Online-Veranstaltung den Masterplan für die neuen Campus-Standorte in der Innenstadt vor und diskutierten mit den Bürgerinnen und Bürgern.

„Siegen.Wissen verbindet“ geht über den Bau neuer Uni-Gebäude weit hinaus.“ Das stellte Ulf Richter, Kanzler der Universität Siegen, gleich zu Beginn der Info-Veranstaltung zu dem Großprojekt der Hochschul- und Stadtentwicklung heraus. Er richtete dabei seinen Blick in die Kamera, denn das Format der Bürgerbeteiligung fand corona-bedingt online statt. Das tat dem Interesse aber keinen Abbruch. Über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich zugeschaltet und verfolgten die Ausführungen der ExpertInnen zu den  Gestaltungsplänen für den Campus Nord (Friedrichstraße), den Campus Süd (Löhrstraße) und alles, was sich daraus für das Leben in der Siegener Innenstadt ergibt: neue Gebäude, neue Wege und Plätze, ein neues Verkehrskonzept.

Entwicklung von Uni und Stadt verzahnen

Zwischendurch konnten per Chat oder Live-Zuschaltung Fragen gestellt werden. Das war Kanzler Richter und Stadtbaurat Henrik Schumann, die gemeinsam mit Moderator Prof. Dr. Andreas Fritzen (Kölner Architekt und Hochschullehrer) im Studio standen, wichtig. „Wir freuen uns über alle Hinweise, die Sie uns geben. Sie können sicher sein, dass das in alle Überlegungen einfließen wird“, so Richter.

Mit diesem Projekt bestehe die einmalige Chance, dass sich die Entwicklung der Uni und Stadt verzahne. Wie das aussehen kann, zeigten Architekten und Stadtplaner anhand der Entwürfe, die den entsprechenden Ausschreibungswettbewerb vor einem Jahr gewonnen hatten. Der Campus Nord in der Friedrichstraße, wo die Fakultät I einziehen soll, schmiegt sich an die sogenannte Topographiekante an und schafft durch eine Freitreppe und einen Aufzug die Verbindung zur Oberstadt. Nicht nur bei der Wegeführung, sondern auch bei den zu verbauende Belägen sei die Barrierefreiheit immer mitgedacht worden, erklärte Stadtbaurat Schumann auf Nachfrage aus dem Online-Publikum. „Das muss alles berollbar sein.“ Dass man bei der Planung von Grün- und Freiflächen auch an Spielplätze denken solle, warf eine weitere Zuhörerin ein.

Nachhaltigkeit ist das entscheidende Kriterium

Am Campus Süd, das künftige Zuhause der Fakultät II, ist der Fluss Weiß ein wichtiges, strukturgebendes Element. Die Gebäude sollen sich hier „leicht tänzelnd“ entlang des Flusses aneinanderreihen, wie Architekt Henner Winkelmüller erläuterte. Da weitere Flächen zugekauft werden konnten, werden die Gebäude weniger massiv und wuchtig als noch in den ersten Entwürfen vorgesehen. Winkelmüller zeigte verschiedene Gebäudefassaden: Holz, Glas, begrünt? Vieles ist möglich. „Wobei die konkreten Ausführungen erst in den weiteren Planungen und durch neue Ausschreibungen festgelegt werden“, erklärte Stadtbaurat Schumann. Dabei wird die Nachhaltigkeit das entscheidende Kriterium sein, betonte Richter. „Wir werden, alte, sanierungsbedürftige Uni-Gebäude durch nachhaltige, klimaneutrale Gebäude ersetzen.“ Klimaneutralität werde ein hartes Vergabekriterium bei den Ausschreibungen sein.

Was mit den Mietern und den Geschäftsinhabern sei, die für neuen Uni-Gebäude weichen müssten, wurde gefragt. Stadtbaurat Schumann machte deutlich, dass nur eine kleine Zahl von Wohnungen (24) wegfallen. Die Betroffenen seien bereits frühzeitig informiert und hätten noch ein paar Jahre Zeit bis zum tatsächlichen Baubeginn. „Wir suchen auch für die Gewerbetreibenden individuelle Lösungen, und das ist uns bislang immer gut gelungen“, versicherte Kanzler Richter.

Verkehrswende in Siegen schaffen

Ein wichtiger Teil des Projektes „Siegen.Wissen verbindet“ ist das Verkehrskonzept, das Verkehrsplaner Dr. Michael Baier (Aachen) vorstellte. Auch wenn durch den Umzug der Uni rund 14.000 Studierende und Uni-Beschäftigte in die Stadt kommen, bedeutet das nicht mehr, sondern weniger Verkehr, ist Baier überzeugt. Warum? „Vom Bahnhof aus, sind die Campus-Standorte schnell zu erreichen. Der Pendelverkehr zum Haardter Berg fällt zu einem Großteil weg.“ Und der Autoverkehr soll künftig am Rande der Innenstadt abgefangen werden. Parkhäuser entstehen an der Tiergartenstraße, an der Siegerlandhalle und in der Melanchtonstraße. „Von da aus können die Studierenden zu Fuß, das sind etwa 12 Minuten, oder mit dem Rad in 5 Minuten an den Campus-Standorten sein“, so Baier. Fahrradabstellplätze, Fahrradgaragen im großen Stil mit Reparierstationen, Spinden und Ladestationen für E-Bikes sind geplant. Leihstationen für Fahrräder, Lastenräder und E-Scooter sind ebenfalls möglich. Ein Shuttlebus und attraktive Fußwege würden dazu führen, dass die Studierenden und die Bürgerinnen und Bürger neue Formen der Mobilität ausprobieren. „Die Uni kann wichtige Impulsgeberin für die Verkehrswende in Siegen sein“, betonte Baier.

Pläne öffentlich einsehbar

Der nächste Schritt, um Planungsrecht zu schaffen, ist die Erstellung von Bebauungsplänen. Die entsprechenden Informationen für die Bürgerinnen und Bürger sind öffentlich einsehbar im Gebäude Herrengarten, im Schaufenster des Karstadt-Gebäudes am Campus Unteres Schloss sowie im Rathaus Geisweid (nach Terminvereinbarung). In Internet findet man die Unterlagen unter www.siegen-wissen-verbindet.de

Kanzler Richter und Stadtbaurat Schumann ermutigten die Bürgerinnen und Bürger, sich weiter zu beteiligen. Alle Fragen und Anregungen aus der Veranstaltung würden aufgenommen. „Wir wissen, dass das ein Projekt von besonderer Dimension ist. Wir wollen Sie einbinden und größtmögliche Transparenz schaffen.“ Auch die Rundgänge durch die Quartiere mit Erklärungen zu den Bauvorhaben von Experten werden weiter angeboten. Richter: „Es wird ein Pilotprojekt entstehen, das über die Grenzen von Siegen hinaus gesehen wird. Siegen kann stolz sein auf das, was hier passiert.“