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Die Stadt menschenfreundlich gestalten

Mit dem Baukulturdialog in Siegen suchte die Bundesstiftung Baukultur das direkte Gespräch mit Fachleuten aus dem Baubereich sowie Bürgerinnen und Bürgern. Das Projekt „Siegen. Wissen verbindet“ findet bereits jetzt bundesweit Beachtung.

Mehrmals im Jahr veranstaltet die Bundesstiftung Baukultur deutschlandweit sogenannte Baukulturdialoge. Hierbei werden anhand eines Beispiels am jeweiligen Veranstaltungsort baukulturelle Herausforderungen und Fragestellungen diskutiert. In der Siegener Bismarckhalle widmete sich die Veranstaltung jetzt unter dem Motto „Uni belebt Stadt – Stadt belebt Uni“ dem Projekt „Siegen. Wissen verbindet“, hinter dem die Universität und die Stadt Siegen stehen.

Ulf Richter, Kanzler der Universität Siegen, hob in seiner Begrüßung hervor, dass deutsche Innenstädte vor großen Transformationen stehen, die es jetzt zu gestalten gelte. Eine bedeutende Rolle komme dabei Universitäten zu, deren Auftrag neben der akademischen Bildung und Spitzenleistungen in der Forschung auch im Wissenstransfer in die Gesellschaft besteht. „Was läge also näher, als mit weiteren Fakultäten in die Stadt zu ziehen, in den Dialog zu treten und kulturellen Transfer zu ermöglichen. Stadt und Universität sind untrennbar miteinander verbunden“, so Richter. Stadtbaurat Henrik Schumann hob in seinem Vortrag die sinnvolle Ergänzung hervor, die das Projekt zu den beiden bekannten Stadtentwicklungsprojekten „Siegen zu neuen Ufern“ (umgesetzt) und „Rund um den Siegberg“ (in der Umsetzung) bietet. Anschließend sendete die Schirmherrin des Baukulturdialogs Ina Scharrenbach ein Grußwort. Die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung betonte darin: „Das Land steht an der Seite von Stadt und Universität Siegen.“

„Wir wollen die Innenstadt menschenfreundlicher machen“, fasste Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, die Anstrengungen von ExpertInnen aus dem Bereich der Stadtentwicklung zusammen. Dabei betonte er die Bedeutung des Projekts „Siegen. Wissen verbindet“ – auch über Stadt und Land hinaus. Darüber hinaus führte er einige Beispiele gelungener Verzahnung von Wissens- und Stadtgesellschaft auf, etwa die Bibliothek „Dokk1“ im dänischen Aarhus, die sich zum multiplen Kultur- und Veranstaltungsort entwickelt hat. Der Architekt und Stadtplaner ist erfahrener Experte auf dem Gebiet der Stadtentwicklung. Vor seiner Tätigkeit für die Stiftung war er Abteilungsleiter in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin und hat er in verschiedenen Funktionen auf Bezirks- und Senatsebene für die Stadt Hamburg gearbeitet, wo er die HafenCity maßgeblich mitgeprägt hat.

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In weiteren Vorträgen wurde deutlich, dass Innenstädte zukünftig nicht mehr Orte sein werden, die vorrangig vom Einzelhandel geprägt sind. Julian Petrin, Professor an der Hochschule für Technik Stuttgart und Mitgründer des Stadtentwicklungsbüros urbanista, beschrieb Innenstädte als Orte des Arbeitens und der Wissensproduktion, der Kultur und Freizeit, des Wohnens, der Teilhabe und als Gateways der Mobilität. Auch Benjamin Herkommer, Stadtplaner beim Berliner Studio REALACE, sieht die Stadt im Wandel. Als Treiber für verändertes Konsumentenverhalten, neue Formen der Arbeit und neue Warenflüsse sieht er vor allem die voranschreitende Digitalisierung. So genannte Shared Spaces sieht er als neue soziale Anker in der Stadt: „Freiflächen sind heute urbane Räume, nicht der Einzelhandel.“

Die in Siegen eingeschlagene Richtung wurde auch in der anschließenden Diskussion mehrfach bestätigt. Auch wenn einige Details noch offen sind, besteht die Annahme, dass „Siegen. Wissen verbindet“ sowohl die Siegener Innenstadt als auch die Universität verändern und in zahlreiche Bereiche ausstrahlen wird. Einladende Architektur und gemeinschaftlich genutzte Strukturen werden auf die soziale Belebung der Stadt, den Austausch von Wissen und die Förderung von Innovationen einzahlen.

Foto: Anschließende Diskussionsrunde (© Bundesstiftung Baukultur / David Laubmeier)