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Komplexe Prozesse in Echtzeit steuern

Wirtschaftliche Entscheidungen, selbst in mittelständischen Unternehmen, unterliegen zunehmender Dynamik und werden immer komplexer. Um zeitkritische Prozesse kontinuierlich zu überwachen, Informationen zu analysieren und Entscheidungsvarianten für das Management eines Unternehmens zu erstellen sind Technologien zum „Complex Event Processing“ (CEP) gefragt.

lm Gegensatz zur klassischen Weise betriebswirtschaftlich-organisatorischer Entscheidungen im „offline Modus“ kann im „online Modus“ zeitnah und flexibel auf kritische Zustände reagiert werden.

Seit mehreren Jahren bereits wird diese Idee einer informationellen Rückkopplung im Sinne eines Regelkreises für operative Unternehmensprozesse am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Siegen wissenschaftlich von Professor Dr.-Ing. Manfred Grauer und seinem Team verfolgt. Basierend auf Arbeiten zum Grid- und Cloud-Computing konnten umfangreiche Erfahrungen auf dem Gebiet der service-orientierten Architekturen (SOA) gewonnen werden.

Aktuell erfolgt eine konkrete Umsetzung dieser Technologien im Rahmen eines bilateralen Forschungsprojektes mit der mittelständischen Gießerei Ohm&Häner Metallwerk in Olpe. Mit dem Ziel der Standort- und Arbeitsplatzsicherung wurde im Jahre 2008 im südwestfälischen Drolshagen eine der derzeit modernsten Aluminiumgießereien in Europa errichtet. Die wegweisende Konzeption des neuen Werkes wird mit dem sogenannten Auto-EDA-Projekt maßgeblich unterstützt, indem die Organisations-Systeme auf der Unternehmensleitebene mit den Maschinen und Anlagen auf der Fertigungsebene über Echtzeitdatenerfassung und -analyse verknüpft werden. „Wir sind froh, trotz wirtschaftlicher Rezession das Projekt seit 2008 durchgezogen zu haben“, so Unternehmensleiter Dr. Ludger Ohm. Die komplette Fabrik in allen ihren Bereichen wurde im Auto-EDA-Projekt abgebildet, „eine Sisyphos-Arbeit von einem guten Jahr“, wie der Leiter des neuen Werks, Dr. Georg Dickhues, ergänzt.

Ein gemeinsamer Projektantrag für den Teilprozess „Optimierung von Grünsandformen“ im Werk Ohm & Häner wurde von der Universität Siegen, der Firma Heinrich Wagner Sinto Maschinenfabrik GmbH (Bad Laasphe) und der TU Bergakademie Freiberg beim Bundeswirtschaftsministerium gestellt: Das Vorhaben mit einem Projektvolumen von rund 1 Million Euro wird im Rahmen des Zentralen Innovationsprogrammes Mittelstand (ZIM) des BMWi bis Oktober 2011 gefördert.

„Complex Event Processing“ (CEP) – Ein neues Paradigma der Informatik

Die internationale Präsentation der wissenschaftlichen Ergebnisse, in die auch praxisorientierte Studien- und Diplomarbeiten Eingang gefunden haben, hat bereits Erfolg gezeigt: Auf der eKNOW 2010 – Second International Conference on Information, Process and Knowledge Management (St. Maarten, Niederl. Antillen) – hat der Beitrag den Best Paper Award erhalten. „Weltweit gibt es erst 12 Professuren, die sich überhaupt mit dem Thema CEP wissenschaftlich beschäftigen“, so Prof. Dr. Manfred Grauer.

Weitere Informationen:

www.uni-siegen.de/fb5/wi
www.ohmundhaener.de