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In-Situ-Wind

„In-Situ-WIND“ – In-situ-Monitoring von Grouted Joints bei Offshore-Windenergieanlagen Teilvorhaben: Schwingungsbasiertes Monitoring von Groutverbindungen und Verfahrenssynthese

 

Hauptziel des Projektes ist die Entwicklung eines Monitoring-Systems für die Schadensüberwachung von Groutverbindungen in Offshore-Windenergieanlagen (OWEA). Für die Systementwicklung werden zwei unterschiedliche Ansätze verfolgt, die einerseits auf Radar- und andererseits auf Schwingungstechnik basieren.

Aktuelle Verfahren zur Zustandsüberwachung von Groutverbindungen in OWEA basieren vornehmlich auf dem Monitoring der Strukturschwingung und der statischen Struktureigenschaften im Grout-Bereich. Änderungen im Schwingungsverhalten von OWEA sind aber nicht zwangsläufig auf Groutschäden zurückzuführen, vielmehr werden diese eher durch veränderliche Betriebsparameter (Environmental and Operational Conditions, EOC) und Auskolkung des Fundaments verursacht. Ein für die Struktursicherheit relevanter Groutschaden lässt sich somit, ohne Berücksichtigung der EOC-Effekte auf das Schwingungsverhalten oder auf die Schadensindikatoren, i.d.R. nicht detektieren.

Die Schwerpunkte der Arbeitspakete der Universität Siegen liegen in der Entwicklung von Algorithmen zur Kompensation von EOC-Effekten auf die existierenden Schadensmerkmale, sowie auf der Erarbeitung von neuen Schadensdetektions-Ansätzen mit Indikatoren, die sensitiv gegenüber Groutveränderungen und insensitiv gegenüber Änderungen in dem Belastungs- und Betriebszustand der Anlage sind.

Für die Algorithmenentwicklung ist eine breite Datenbasis, aufgenommen unter realen Offshore-Bedingungen eminent wichtig, weshalb die Instrumentierung einer OWEA frühzeitig erforderlich ist.

Neben den erwähnten Schwerpunkten liegt der Fokus auch auf der Entwicklung eines Konzeptes, das erstmalig die Vorteile von globalen Methoden, basierend auf Schwingungsüberwachung, mit den Vorteilen von lokalen Methoden, basierend auf Radartechnik, zu einer innovativen Verfahrenssynthese vereint. Die Methoden-Synthese sowie weitere neue Methoden werden unter Laborbedingungen entwickelt und unter realen Bedingungen In-Situ getestet und optimiert.

 

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Projektneuigkeiten


Das Forschungsprojekt „In-Situ-WIND“ läuft über den Projektzeitraum 01.06.2020 – 31.05.2023. Es umfasst im Wesentlichen die Instrumentierung einer Offshore-Windenergieanlage mit Messtechnik, den Aufbau eines Labordemonstrators und die Entwicklung entsprechender Algorithmen zur Zustandsüberwachung von Grout-Verbindungen. Im Folgenden werden die Projektfortschritte regelmäßig dokumentiert.

Vorbereitung der Offshore-Installation

 

  • Planung der Offshore-Installation: Für die Installation der Messtechnik steht nur ein kurzes Zeitfenster zur Verfügung. Dementsprechend müssen alle Prozesse im Voraus geplant werden und Lösungen für eine effiziente Offshore-Installation erarbeitet werden.
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Abbildung 1: Individuell vorkonfektionierte modulare Steckverbinder integrieren mehrere Sensorkabel in einem Stecker und ermöglichen somit nahezu eine „Plug-and-Play-Installation“ (hier gezeigter Stecker: 3er DMS-Rosette in 3-Leiter-Schaltung, Pt100 in 4-Leiter-Schaltung, 3D-MEMS-Beschleunigungssensor) (links); Magnetische Sensoraufnahmen ermöglichen eine komfortable und präzise Installation von Beschleunigungs- und Neigungssensoren bei der Offshore-Installation (rechts)

 

  • Offshore-Schulungen und Vorbesichtigung: Die für einen Offshore-Einsatz erforderlichen Schulungen wurden von den installierenden Mitarbeitern des Fraunhofer LBF und der Universität Siegen absolviert. Um die spezifischen Gegebenheiten auf der Offshore-Windenergieanlage kennenzulernen, konnte bereits vor der eigentlichen Messtechnik-Installation eine Offshore-Besichtigung der Anlage durchgeführt werden.
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Abbildung 2: Sea Survival Training (links); Besichtigung der Windenergieanlage im Windpark vor Helgoland (rechts)

 

  • Aufbau des Messsystems: Das Messsystem wird im Labor der Universität Siegen vorbereitet, um den Installationsaufwand während der Offshore-Installation möglichst stark zu reduzieren. Es setzt sich aus zwei Teilsystemen zusammen, die jeweils im Grout-Bereich und im Turm der Offshore-Windenergieanlage positioniert werden. Verknüpft werden diese Systeme mit einem zentralen Serverschrank, der die wesentlichen Komponenten zur Spannungsversorgung, Datenverarbeitung und Datenspeicherung bereitstellt. Das „Grout-System“ beinhaltet ein GANTNER-Messsystem und Sensoren zur Messung diverser mechanischer und thermischer Größen. Die Besonderheit besteht darin, dass dieses „Grout-System“ vollständig im Grout-Bereich installiert ist und lediglich mit einem einzigen Kabel zur Spannungsversorgung und Datenübertragung mit dem zentralen Serverschrank verbunden ist. Dementsprechend sind alle Komponenten schwierigen Umgebungsbedingungen ausgesetzt. Mit dem „Turm-System“ kann die Bewegung des Turmes mittels Beschleunigungssensoren erfasst werden, damit auch dessen Einfluss auf die Groutverbindung berücksichtigt werden kann.
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Abbildung 3: Projektbeteiligte vor dem fertiggestellten Messsystem (v.l.n.r.: Bodo Ohrndorf, Jonas Kappel, Marcel Wiemann, Shubham Sharma, Sin-Hang Lei; nicht im Bild: Peter Kraemer)

 

  • Einrichtung des Messsystems: Bereits vor der Offshore-Installation wird das Messsystem, sowie alle Komponenten zur Datenverarbeitung und -speicherung konfiguriert, sodass das System im Voraus getestet werden kann und bereits alle grundlegenden Funktionen lauffähig sind, wie bspw. Fernwartungsmöglichkeiten, Datenerfassung und Datenvorverarbeitung.
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 Abbildung 4: Systemübersicht

 

Offshoreinstallation und Inbetriebnahme des Messsystems

Im September 2021 wurde die Offshoreinstallation unter Beteiligung des Fraunhofer LBF und der Universität Siegen durchgeführt. Hierzu wurden zunächst zwei Paletten Material zuzüglich Werkzeug auf die Windenergieanlage transportiert. Der Serverschrank wurde im Eingangsbereich der Anlage in Betrieb genommen. Im Groutbereich der Anlage wurde über den gesamten Umfang Sensorik installiert und an einen robusten, ebenfalls im Groutbereich positionierten, Schaltschrank angeschlossen. Dieser beinhaltet den größten Teil der Messtechnik. Auch im Turm wurden in drei Ebenen Sensoren installiert und an einen Messtechnik-Schaltschrank auf der mittleren Ebene angeschlossen.

 

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 Abbildung 5: Überfahrt und Transport der Komponenten zur Offshore-Windenergieanlage (links); Installation von Sensorik im Groutbereich (Mitte); Installation von Sensorik und Messtechnik im Turm (rechts)
 

 

Aufgrund der umfangreichen Vorbereitung konnte das Messsystem unmittelbar nach dessen Installation in Betrieb genommen werden und Messdaten speichern. Somit konnte bereits während der laufenden Offshoreinstallation per Remotezugriff die Funktionstüchtigkeit des Messsystems und aller Sensoren festgestellt und erste Auswertungen vorgenommen werden.