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Sonderforschungsbereich verlängert

Der im Jahr 2016 an der Universität Siegen etablierte Sonderforschungsbereich „Medien der Kooperation“ wird mindestens bis Ende 2023 verlängert. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gab grünes Licht für die weitere Förderung.

Großer Erfolg für die WissenschaftlerInnen am Sonderforschungsbereich (SFB) „Medien der Kooperation“ der Universität Siegen: Der 2016 etablierte SFB wird in den kommenden dreieinhalb Jahren weiter gefördert. Das hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) heute offiziell bekannt gegeben. Insgesamt wurden bis Ende 2023 weitere rund 10 Millionen Euro für die Siegener Forschungsarbeit bewilligt. An dem Sonderforschungsbereich sind mehr als 60 WissenschaftlerInnen unterschiedlicher Disziplinen der Universität Siegen beteiligt. Sie erforschen in 14 verschiedenen Teilprojekten die digitalen Medienpraktiken des 21sten Jahrhunderts.

„Wir freuen uns riesig über die Zusage. Sie ist einerseits eine tolle Bestätigung unserer bisherigen Arbeit im Bereich der digitalen Grundlagenforschung. Gleichzeitig ermöglicht uns die Verlängerung, die spannenden Teilprojekte und Fragestellungen des Sonderforschungsbereichs nun in die nächste Phase zu führen“, sagte SFB-Sprecher Prof. Dr. Tristan Thielmann. „Ich gratuliere Prof. Thielmann, seiner Sprecher-Kollegin Prof. Dr. Carolin Gerlitz, sowie dem gesamten Team des SFB von Herzen. Ich bin überzeugt, dass auch die kommende Projektphase erfolgreich verläuft“, erklärte Uni-Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart. Der Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Prof. Dr. Thomas Mannel, betont die große Bedeutung des Forschungs-Schwerpunktes „Medienwissenschaften“ an der Universität Siegen: „Wir blicken hier auf eine langjährige und sehr erfolgreiche Tradition zurück. Das wir diese Forschung nun auf höchstem wissenschaftlichen Niveau weiterführen können, ist ein toller Erfolg und trägt ganz erheblich zur internationalen Sichtbarkeit unserer Universität bei.“

Im Sonderforschungsbereich „Medien der Kooperation“ arbeiten ForscherInnen aus vier verschiedenen Fakultäten der Universität Siegen interdisziplinär zusammen: Geistes-, Kultur-, Sozial- und IngenieurwissenschaftlerInnen sowie KollegInnen aus der Sozioinformatik haben es sich zum gemeinsamen Ziel gesetzt, eine „Diagnose“ unserer digitalen Gesellschaft zu erstellen. Digitale Medien lassen sich nach dem gemeinsamen Verständnis der ForscherInnen dabei nicht mehr als Einzelmedien verstehen, sondern als „Medien der Kooperation“. Das bedeutet, dass Medien einerseits Werkzeuge sind, die zwischenmenschliche Kooperation ermöglichen – als „soziale Medien“ wie Facebook, Instagram, Twitter oder Whatsapp moderieren und organisieren sie unser tägliches Miteinander. „Medien dienen jedoch nicht nur der gemeinsamen Nutzung, sondern sie werden gleichzeitig auch kooperativ – also in einem gemeinsamen Prozess – erstellt und konfiguriert. Zahlreiche, heute weit verbreitete Medien wie die E-Mail, das WWW oder auch das Weitergeben von Dateien via Filesharing wurden gemeinschaftlich und meist in Arbeitskontexten entwickelt, um Prozesse der Zusammenarbeit zu erleichtern“, erklärt Prof. Thielmann.

Um die Entstehung und die Nutzung digitaler Medien verstehen und daraus Erkenntnisse über zukünftige Entwicklungen ableiten zu können, konzentrieren sich Thielmann und seine KollegInnen insbesondere auf die so genannten Medienpraktiken – also die Art und Weise, wie wir mit Medien umgehen. Diesen alltäglichen Umgang mit Medien möglichst detailliert zu erforschen – darum ging es in der ersten Förderphase des SFB. Im Fokus der nun folgenden zweiten Förderphase soll die Rolle von Daten und Datenpraktiken stehen: Neuere sensorgestützte oder autonom agierende Medien wie beispielsweise Smartphone-Apps erheben und berechnen eigenständig Daten, die in den Apps, auf Plattformen oder in Clouds gespeichert werden. Nach dem Verständnis der Siegener WissenschaftlerInnen können Medienpraktiken heute nicht erforscht werden, ohne zugleich auch die mit ihnen verbundenen und die ihnen zugrundeliegenden Datenpraktiken unter die Lupe zu nehmen.

„Ob als Familienfotos auf dem Smartphone, Patientendaten im Krankenhaus oder Social Media Likes – Daten müssen selbst als fortwährende Ergebnisse und gleichzeitig auch als Kooperationsbedingungen des digitalen Medienzeitalters verstanden werden. Aus diesem Grund kommen wir nicht umhin, uns intensiv den Datenpraktiken zu widmen, um die digitalen Praktiken unserer Zeit wirklich erfassen zu können. Ich bin sehr froh, dass wir durch die Verlängerung unseres Sonderforschungsbereichs nun auch die Möglichkeit dazu bekommen“, erklärt Thielmann.

Kontakt:
Prof. Dr. Tristan Thielmann (Sprecher)
E-Mail: tristan.thielmann@uni-siegen.de
Tel.: 0271 740-2391
Webseite: https://www.mediacoop.uni-siegen.de/de/