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Spektakuläre Rettung bei eisiger Kälte

Feuerwehr rettet Menschen aus 30 Metern Höhe: Übung während der uniKAT-Aktionswoche an der Universität Siegen zur Stärkung des Ehrenamtes.

Es war eine Belastungsprobe für Mensch und Material. Die Probe des Ernstfalls unter verschärften Bedingungen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und Schneesturm (Ende April!) rettete die Feuerwehr in einer Übung einen Menschen vom K-Turm der Universität Siegen. Aus 30 Metern Höhe brachten die Feuerwehrleute den Verletzten auf einer Trage sicher zu Boden.

Nicht nur die unvorhergesehenen Wetterbedingungen machten den Rettern zu schaffen. Mehr als 30 Minuten brauchten die Feuerwehrleute, um die Seile am Gebäude auf dem Adolf-Reichwein-Campus zu sichern. Wie im Ernstfall mussten die Rettungskräfte die Gegebenheiten des Gebäudes so nutzen, wie Sie sie vorfanden. Stellen und Material, die für die Sicherung und das Abseilen genutzt werden können, mussten ausgemacht und geprüft werden. Alles musste doppelt gesichert sein. Erst dann ließen die Retter Trage und verletzte Person am Seilzug Richtung Boden.

Die erfolgreiche und spektakuläre Übung fand im Rahmen der uniKAT-Aktionswoche an der Universität Siegen statt. An vier Tagen präsentierten Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sich und ihre ehrenamtlichen Helfer_Innen an der Universität Siegen. Gemeinsam rufen sie zur Stärkung des Ehrenamtes auf.

Was ist uniKAT?
Mit der Initiative uniKAT (Die Universitäten im Katastrophenschutz) will die Universität Siegen Studierende für den Wert der ehrenamtlichen Arbeit in Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sensibilisieren. Wichtig, denn nach der Uni entscheidet ein Teil der Studierenden als Führungskräfte, ob Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für einen Rettungseinsatz freigestellt werden oder nicht. Die Bereitschaft zur Freistellung ist wichtig, da rund 90 Prozent aller Einsatzkräfte der Hilfsdienste im Katastrophenfall ehrenamtlich im Einsatz sind. Die Bereitschaft von Unternehmen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Einsatzfall freizustellen nimmt immer mehr ab. Wie sicher sind wir, wenn die Helfer nicht helfen dürfen? Bei uniKAT handelt es sich um ein Pilotprojekt, dass aufgrund seines Vorbildcharakters bereits in der Planungsphase (Dezember 2015) vom Bundesinnenminister mit dem Förderpreis „Helfende Hand“ ausgezeichnet wurde. Das Konzept ist so angelegt, dass es auch auf andere Universitäten übertragen werden kann.

Wer steckt hinter uniKAT?
UniKAT ist eine Initiative, die gemeinsam von der Universität Siegen, den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben des Kreises Siegen-Wittgenstein (Feuerwehr, THW, DRK, Malteser Hilfsdienst, DLRG) und dem Verein Symposium ABC-Gefahren e.V. veranstaltet wird. Seitens der Universität Siegen sind das Institut für Medienforschung und die Medienpraxis des Medienwissenschaftlichen Seminars, der Lehrstuhl Computergestützte Gruppenarbeit und Soziale Medien (CSCW), die Nachwuchsforschergruppe für den Bereich Nanotechnologie und Bioelektrochemie sowie das Internationale Urban Games Festival Playin‘ Siegen beteiligt.

Was war los in der uniKAT-Aktionswoche?

  • Plakat-Aktion: „Ich rette dich, wenn du mich lässt“. Werbe-Plakate mit Hochschulmitgliedern, die sich ehrenamtlich in Hilfsdiensten engagieren. Ziel: Die Doppelrolle als Student und ehrenamtlicher Helfer sichtbar machen. Der Kommilitone im Seminar, kann gleichzeitig dein nächster Retter sein und braucht Unterstützung. Die Plakate hingen sowohl auf dem Campus im Siegener Stadtgebiet als auch in den Uni-Buslinien.
  • Blaulichtolympiade: Tägliche spektakuläre Mitmachspiele der verschiedenen Hilfsorganisationen: Riesen-Jenga, Betonplatten-Labyrinth, Schlauchboot-Wettrennen und mehr.
  • Showübungen: Die Hilfsorganisationen präsentierten sich und ihr Einsatzfeld mit spektakulären Übungen, u.a. retteten die Feuerwehrleute einen Menschen von dem 30 Meter hohen K-Turm. In einer Trage ließen die Rettungskräfte die Person am Seil zu Boden.
  • Symposium „Neue Konzepte für den Bevölkerungsschutz“: Aktuelle Forschungsergebnisse und Diskurse zu ehrenamtlichen Engagement und Katastrophenschutz waren Gegenstand des Symposiums. Unter anderem stellten Forscher von und außerhalb der Universität Siegen ihre Erkenntnisse vor. Die Forschungsfragen reichten von „Was kostet ein möglicher Ausfall ehrenamtlicher Hilfe den Steuerzahler?“ bis „Wo liegen die Motivationen für ehrenamtliches Engagement aus sozialpsychologischer Sicht?“.
  • Playin‘ Siegen: Das Internationale Urban Games Festival hat mit eigenen Spielen die Aktionswoche begleitet. Mehr Infos auf www.playinsiegen.de.
  • Moden-Schau der Einsatzkleidung: In der Mensa zeigte die Feuerwehr, was im Einsatz getragen wird, zum Beispiel Schutzanzüge für den Umgang mit Hitze und Chemikalien.
  • Retter-Porträts: Die „Retter“ der Plakat-Aktion standen im Mensa-Foyer den Fragen der Studierenden Rede und Antwort.
  • Spontanhelfer-Registrierung: Studierende konnten und können sich auf www.uni-kat.org als Spontanhelfer registrieren . Spontanhelfer sind nicht in den Hilfsdienst aktiv eingebunden und haben keinerlei Verpflichtung. Im Notfall werden Spontanhelfer kontaktiert, um die Hilfsorganisationen zu unterstützen (Bsp.: Übersetzungsdienste, Sandsäcke stapeln).

Wie geht es mit uniKAT weiter?
Die uniKAT-Aktionswoche war der Startschuss zur Verschmelzung und Verstetigung der uniKAT-Initiative mit der Universität. So wird uniKAT in die medienwissenschaftlichen Studiengänge eingebunden und in den Masterstudiengang Sicherheitsmanagement. UniKAT will jedoch nicht nur die eigenen Studierenden mobilisieren, sondern andere Hochschulen und Bildungseinrichtungen von uniKAT begeistern und zur Nachahmung bewegen – mit Erfolg. Als weiterer Unterstützer beteiligt sich die Konrad-Adenauer-Stiftung an uniKAT. Zudem laufen Gespräche mit den Universitäten Wuppertal und Augsburg sowie der TU Braunschweig.

Ansprechpartner
Stephan Vogt
Tel.: 0171 / 1950636
E-Mail: stephan.vogt@uni-siegen.de
 
Toni Eichler
Tel: 0271 / 740-3350
E-Mail: eichler@ifm.uni-siegen.de

 

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