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Datengold und Digital Health

Vom 20. bis 26. November 2025 fand die Projektwoche "Digital Health - interdisziplinäre Herausforderungen aus internationalen Perspektiven" in Köln und Heidelberg statt. Teilgenommen haben 24 Forscher-Alumni aus 22 Ländern.

Die Roboterrobbe "Paro" unterstützt als elektronischer Freund den therapeutischen Einsatz gegen Einsamkeit und Verlorenheitsgefühle bei Demenz. Apps klären über Krankheitsbilder auf. Digitale Spiele trainieren das Gehirn im Kampf gegen das Vergessen: Das sind nur einige Beispiele von vielen neuen Entwicklungen und möglichen Anwendungsgebieten digitaler Technologien im Gesundheitswesen. "Die Frage ist dabei immer, was wollen wir von der Technologie", unterstrich Dr. Erik Norman Dzwiza-Ohlsen vom Husserl-Archiv der Universität zu Köln bei seinem Vortrag zum Start der Projektwoche "Digital Health - interdisziplinäre Herausforderungen aus internationalen Perspektiven". Sie fand vom 20. bis 26. November in Köln und Heidelberg statt.

Kluge Köpfe aus aller Welt

Kluge Köpfe aus aller Welt gaben sich ein Stelldichein. Die Tagungswoche wurde gemeinsam von sechs Projektpartnern, den Universitäten Siegen, Köln, Heidelberg und Münster gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungs-Zentrum (DKFZ) und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) veranstaltet. Im International House der Universität zu Köln (UzK) erläuterten die 24 teilnehmenden Forscher-Alumni aus 22 Ländern zum Auftakt in einem interaktiven "Speeddating" ihren wissenschaftlichen Werdegang und was sie sich von der Teilnahme erhoffen. Es gab ein großes Hallo, als "Ehemalige" und WissenschaftlerInnen aufeinandertrafen, mit denen die Alumni während ihres Forschungsaufenthalts an den vier deutschen Unis sowie dem DKFZ und KIT für eine Weile zusammenarbeiteten.

Gruppenfoto aller Teilnehmenden der Projektwoche in Köln.

Die vom DAAD geförderte Initiative, die als Förderantrag von den Projektpartnern gemeinsamen konzipiert wurde, bringt Forschende aus den beteiligten Universitäten und Exzellenzzentren zum Austausch zusammen. Es sei eine Investition in ein besonderes Wissenschaftsnetzwerk, betont Professor Christoph Strünck von der Universität Siegen. Der Politikwissenschaftler ist Mitinitiator und einer der maßgeblichen wissenschaftlichen Begleiter der prominent besetzten Woche (hier zum Interview mit Prof. Strünck) "Dieser persönliche Dialog vor Ort setzt enorme Energien frei!"

Von Ethik bis zu den Kosten

Zu Beginn des umfangreichen Programms mit über die Woche insgesamt rund 60 Teilnehmenden richtete sich der Blick unter anderem auf übergreifende ethische und philosophische, soziale und (menschen)rechtliche Aspekte des Themas, beleuchtete Chancen und Herausforderungen durch den demografischen Wandel und eine alternde Gesellschaft. Wie soll die Technologie zum Einsatz kommen? Was trägt sie zum Wohlbefinden bei? Wie sind die Systeme zu finanzieren? Sieben Tage gefüllt mit Vorträgen, Vorstellungen der Projekte, Führungen durch Einrichtungen der Spitzenforschung in Köln und Heidelberg, aufgelockert von Diskussionen und Gelegenheiten zum Erfahrungsaustausch.

Digitale Gesundheit, e-Health - ein sich rasant entwickelnder Bereich weltweit, Daten gelten als das "Gold" des 21. Jahrhunderts. Der Einsatz elektronischer Systeme, KI & Co. eröffnet vielfältige Anwendungsbereiche im Gesundheitswesen, bei der medizinischen Früherkennung von Krankheiten und der Therapie zum Beispiel ebenso wie in der Gesundheitsverwaltung. Die Projekte reichen von der elektronischen Patientenakte bis zum Einsatz Künstlicher Intelligenz beim Hautkrebscheck, von Health-Apps und besseren globalen Pandemie-Vorhersagen mit Hilfe von Gesundheitsdaten bis zu elektronisch unterstütztem Lernen und Online-Sprechstunden für PatientInnen in Ländern mit schlechter medizinischer Versorgung (s. Projektbeispiele).

Ob E-Learning in der medizinischen Ausbildung im subsaharen Afrika oder die öffentliche Wahrnehmung des Zusammenhangs von Belastungen durch Klimawandel und Brustkrebs in Nigeria: Die Forscher-Alumni gaben Einblicke in ihre breit gefächerten Schwerpunkte und die unterschiedlichen Bedingungen in ihren Heimatländern - von der Mexiko über Norwegen bis Japan aus allen Kontinenten außer Australien.

"Es ist ein internationaler und interdisziplinärer Austausch, wir lernen verschiedene Projekte und Entwicklungen kennen, das finde ich sehr spannend", sagt eine Teilnehmerin aus Ägypten, eine Kollegin aus Pakistan ergänzt: "Mich interessieren besonders auch die Förderbedingungen für Projekte, die Finanzierungsfragen sind für uns sehr wichtig." Informatik-Fachleute kamen ins Gespräch mit Biochemikern, Mediziner mit App-Entwicklern, Juristen mit Sozialwissenschaftlern blickten über den Tellerrand: "Und woran arbeitest Du gerade?"

Herausforderungen durch die alternde Gesellschaft

Einer der Schwerpunkte lag auf der alternden Gesellschaft und damit einhergehenden Entwicklungen wie vermehrten Krankheiten, geringerer Mobilität und höheren Kosten für die Gesellschaft. Darüber hinaus Telemedizin, mobile Anwendungen wie Fitness-Apps oder e- Sprechstunden könnten die Versorgung auch in abgelegenen Regionen verbessern, war eine der diskutierten Thesen. Gesammelte digitale Gesundheitsdaten könnten global für die Vorsorge etwa bei der Ausbreitung von Epi- und Pandemien immer bedeutsamer werden, hebt das Projektteam im Antrag hervor. Neben der Entwicklung und Festschreibung ethischer Standards spielt nicht zuletzt eine wichtige Rolle, inwieweit neue Technologien die Versorgung und das Management im Gesundheitswesen effizienter und "kosteneffektiver" gestaltet werden könnten, etwa durch verbesserte Präventionsmaßnahmen und Früherkennungssysteme.

Renommierte Spitzenforscher und- Forscherinnen ergänzten die Projektwoche mit Vorträgen. Herausforderungen und Perspektiven globaler digitaler Gesundheit mit dem Fokus auf gesundem Altern erläuterte am Auftaktabend Professorin M. Cristina Polidori, Leiterin des Schwerpunkts Altersforschung an der Kölner Universitäts-Klinik und Mitglied des Exzellenz-Clusters CECAD.

Tiefere Einblicke in wissenschaftliche Spitzenzentren boten Touren durch das CECAD an der UzK und das Kölner Max Planck Institut für Biologie des Alterns oder später in Heidelberg die Lab-Führung am Heidelberg Institute for Geoinformation Technology (HeiGIT), am DKFZ Dieter Morszeck Biorepository und am Heidelberger Ionenstrahl Therapiezentrum (HIT). "Spannend! Das sind viele intensive Eindrücke, die wir in unsere Heimatländer mitnehmen", loben Teilnehmende der Projektwoche. "Und die geknüpften Kontakte sind eine gute Grundlage, uns noch enger zu vernetzen."

Das Schlusswort übernahm Eva Winkler, renommierte Professorin für translationale Medizinethik der Uni Heidelberg und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrates. Nutzen die neuen Technologien unserem Wohlergehen - auch ethisch, rechtlich und sozial? Da war sie wieder, die Ausgangsfrage.

Martina Windrath, freie Journalistin, Köln

Hier zu einem Interview mit Prof. Dr. Christoph Strünck.
Hier zu einem Blick in die Praxis mit Research-Alumni-Portraits und ihren Forschungsschwerpunkten.
Hier zu einem Interview mit dem Heidelberg-Alumnus Felipe Mejia-Medina aus Kolumbien.
Hier zu einem Rückblick der Uni Heidelberg.
Hier zu Hintergrundinformationen über die gemeinsame Research-Alumni-Initiative.

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Die Projektwoche wurde vom DAAD mit Mitteln des Auswärtigen Amtes (AA) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.



Eindrücke aus der Projektwoche in Köln und Heidelberg

 
 
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