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Über gute Gesundheit und soziale Ungleichheit - Interview mit Prof. Christoph Strünck

Professor Christoph Strünck, Politikwissenschaftler an der Universität Siegen, Mitinitiator und einer der maßgeblichen wissenschaftlichen Begleiter der Projektwoche "Global Digital Health" sowie Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft in Freiburg, im Gespräch mit Martina Windrath.

Frage: Siegen Tage lang tauschten sich Forscher-Alumni aus 22 Ländern und zahlreiche WissenschaftlerInnen der beteiligten Universitäten und Wissenschaftseinrichtungen rund ums Thema Digital Health aus. Was war Anliegen des Programms?

Strünck: Kern unseres Anliegens ist es, die internationalen Forschenden untereinander nochmal stärker zu vernetzen und unser gemeinsames Forscher Alumni-Netzwerk der vier beteiligten Universitäten sowie des KIT und DKFZ weiter auszubauen und zu vertiefen. Wir schauten miteinander interdisziplinär über den Tellerrand und lernten die unterschiedlichsten Ansätze der Projekte näher kennen.

Frage: Und sie konnten auch voneinander lernen...

Strünck: Wir als sogenannte Industrieländer konnten dabei mindestens ebenso viel lernen wie Andere von uns, und wir als Wissenschaftler vor Ort von den Alumni und umgekehrt. Teilweise ist die Digitalisierung im Gesundheitswesen zum Beispiel in Ländern wie Afrika deutlich stärker ausgebaut, schon allein wegen der großen zu überwindenden Distanzen und einer weniger dichten Versorgungsstruktur.

Frage: Die Projekte sind vielfältig. Was waren übergreifende Schwerpunkte?

Strünck: Ein Megathema, der sich global rasant entwickelt, ist die Künstliche Intelligenz. Das interessante daran ist, dass die Leute dabei nicht im Kern über die Technologie sprechen, sondern darüber, welche Probleme die KI tatsächlich lösen kann. Fragen sind: Wo sind Anwendungsfelder? Welche Daten braucht man dafür?

Frage: Etwa in Sachen Datenschutz, bei ethischen Fragen oder auch Zugangsmöglichkeiten zu exzellenten medizinischen Zentren gibt es sicher gravierende nationale Unterschiede.

Strück: Stimmt. Ein anderes Schwerpunktthema war Ungleichheit. Fast alle die hier an der Projektwoche teilnehmen wissen, dass Menschen unterschiedlich gute Gesundheit haben und dass dies etwas mit sozialer Ungleichheit zu tun hat. Gerade ärmere Menschen haben eine besonders schlechte Gesundheit. Eine Hoffnung ist auch, dass Digitalisierung genutzt werden kann, um solche Ungleichheit zu verringern.

Frage: Wo sehen Sie dabei besondere Herausforderungen?

Strünck: Wir können KI eigentlich schon global nutzen, aber das muss in jedes nationale Gesundheitssystem passen. Das ist die ganz große Herausforderung, weil alle Länder unterschiedliche Formen der Regulierung haben. Und es stellt sich die Frage: Wer bezahlt den Einsatz digitaler Techniken?

Frage: Gibt es einen gemeinsamen Nenner?

Strünck: Oberstes Ziel ist allgemein, dass wir alle möglichst gesund bleiben und gut versorgt werden können. Aber jedes Land hat eigene Bedingungen, die Gesundheitssysteme sind anders organisiert, die Finanzierungsmöglichkeiten höchst unterschiedlich. Wir können die tollste Technologie haben, aber politische Systeme haben gar nicht immer das Ziel, Menschen gesund zu halten und zu machen. Da geht es auch um Interessen und die Frage der Finanzierung. Deutschland hat übrigens zwar das zweitteuerste Gesundheitssystem der Welt, aber die Bevölkerung ist gar nicht dementsprechend so gesund wie sie sein könnte... Wir haben alle Verbesserungsbedarf. Die Digitalisierung könnte dabei helfen, manches transparenter, zugänglicher zu machen, neue Methoden zu erproben und das Wissen über Gesundheitsthemen zu vergrößern. Das ist ein Prozess mit offenem Ausgang.

Frage: Entwickeln sich aus der Projektwoche neue Pläne?

Strünck: Es entstehen durch die geknüpften Kontakte auch kleinere Netzwerke, neue Gruppen und Themen, das wollen wir weiter kultivieren. Das geht auch digital. Aber der persönliche Dialog hier in einer Woche in Köln und Heidelberg war enorm wichtig. Er setzt viel Energie frei und bringt auf neue Ideen. Sehr spannend!

Interview mit Prof. Strünck. Martina Windrath, freie Journalistin, Köln

Hier zu unserem Rückblick der Projektwoche.
Hier zu einem Blick in die Praxis mit Research-Alumni-Portraits und ihren Forschungsschwerpunkten.
Hier zu einem Interview mit dem Heidelberg-Alumnus Felipe Mejia-Medina aus Kolumbien.
Hier zu einem Rückblick der Uni Heidelberg.
Hier zu Hintergrundinformationen über die gemeinsame Research-Alumni-Initiative.

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Die Projektwoche wurde vom DAAD mit Mitteln des Auswärtigen Amtes (AA) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

 
 
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