60 Jahre Diamant-Abschluss: Jubilare immer noch hungrig nach Wissen
Am 3. September 2026 fand anlässlich des sechzigsten Examensjubiläums der Bauingenieure eine Führung durch das Schlossgebäude am unteren Schloss – dem heutigen Standort der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät – statt. Privatdozent und Geschäftsführer dieser Fakultät, Dr. Michael Gail, nahm sich Zeit, um die Alumni persönlich durch die Schlossanlage zu führen. Von den 11 Jubilaren, die für die persönliche Tour angemeldet waren, konnten aus gesundheitlichen Gründen sieben, Christoph Beyer, Helmut Ernst, Hubertus Janke, Gerd Kleiman, Sieghart Kühne, Friederich Otto-Knapp und Arnfried Scholz, an der 1,5-stündigen Tour teilnehmen.
Vor der Fürstengruft am Unteren Schloss trafen sich die Ehemaligen und warteten auf die Tour durch das Schlossgebäude und über den Uni-Campus „Unteres Schloss“. Begleitet wurden die Absolventen von ihren Ehefrauen, die sie hier im Siegerland kennenlernten. Für das nun anstehende Treffen sind sie unter anderem aus Berlin, dem Münsterland und Heidelberg wieder nach Siegen gekommen.
Der Rundgang begann mit historischen Details über die Schlossanlage, als auch über den Fürsten Johann Moritz von Nassau, der nicht nur die Fürstengruft in Auftrag gegeben, sondern auch das Krönchen der Nikolaikirche gestiftet und mitentworfen hat.
Dr. Michael Gail beeindruckt während der Führung mit seinem historischen Wissen und sorgt bei den Teilnehmern für neugierige Fragen. Dass die Bauingenieure mit dem Schwerpunkt Wasserwirtschaft auch 60 Jahre nach dem Examen weiterhin sehr wissbegierig sind, ist kaum zu übersehen – selbst der älteste macht sich mit stolzen 91 Jahren reichlich Notizen während der Führung.
1966 absolvierten die diamantenen Jubilare ihr Examen an der Ingenieurschule für Bauwesen – damals noch „am Häusling“. Sie waren somit der allerletzte Jahrgang, der an diesem Standort ihren Abschluss erlangte. Ein Jahr später wurden die Ingenieurwissenschaften in das erste Gebäude, das später zur Universität Siegen gehörte – nämlich auf den Haardter Berg – umgesiedelt, der Geburtsstelle der Universität Siegen.
Geheimnis der ewigen Jugend entlüftet
Wer glaubt, dass Menschen im hohen Alter oftmals von Tristesse gezeichnet sind, der wird enttäuscht sein. Das beweisen unsere diamantenen Alumni. Als Dr. Gail während des Rundgangs über die Pinselsanierung der Fürstengruft spricht, flüstert die Ehefrau eines Jubilars ganz keck: „Vielleicht sollten die Männer das auch mal machen.“ Schnell verbreitet sich Gelächter und Heiterkeit unter der Gruppe. Ein Jubilar kontert daraufhin spielerisch mit: „Jetzt ist aber Schluss. Rote Karte.“
Es wird die ganze Zeit über deutlich, dass alle – auch die Begleitpersonen – miteinander gut vertraut sind. Das liegt auch daran, dass ein Teil der Gruppe über die Jahre in Kontakt geblieben ist und sich regelmäßig für gemeinsame Unternehmungen verabredet. Dieses Jahr waren sie zum Beispiel gemeinsam radeln.
Die Jubilare und ihre Gefährtinnen zeigen durch ihre offene und charmante Art, dass man auch mit über 80 dynamisch sein kann und vor allem, wie wichtig Humor im Alter ist.
Nach dem Rundgang durch das Schlossgebäude konnten die Ehemaligen auch noch einen Blick in die neuen Vorlesungssäle im Hörsaalzentrum am Campus des Unteren Schlosses werfen. Die Größe und Beschaffenheit der Räume, aber auch die Technik, die zur Verfügung steht, sorgte bei den Alumni für Staunen. Denn zu ihrer Zeit war die Anzahl an Studierenden noch recht überschaubar und die Seminarräume dementsprechend auch familiärer.
Zur Krönung des Tages gab es ein gemeinsames Mittagessen im Food Court und von der Rektorin signierte Jubiläums-Urkunden, die den Absolventen als Andenken dienen und ihre Leistung nochmal ehren sollen.
Duygu Cicek, Alumni-Redaktion