Superheld:innen zählen zweifellos zu den populärsten Phänomenen unseres Planeten. Sie sind aus unserer Welt kaum mehr wegzudenken und begegnen uns alltäglich in Comics, Filmen oder Videospielen, und auch online sind sie fast omnipräsent. All das macht sie zu Figuren, deren Werte, Auftreten und Aktivitäten immer auch politisch gelesen werden. Wonder Woman, die 1941 von dem Psychologen und Feministen William Moulton Marston geschaffene und dienstälteste Superheldin des DC-Universums, hat in ihrer über 80-jährigen Geschichte viele Wandlungen durchgemacht und dabei unterschiedliche Gender-Vorstellungen verkörpert. Dieser Vortrag erzählt die Geschichte dieser Transformationen von ihren ersten Auftritten als Kriegerin in einer matriarchalen Gesellschaft in den 1940er Jahren und ihrer Bedeutung als feministisches Vorbild für den Feminismus der 1970er Jahre bis hin zu ihrer Neuorientierung als queere Heldin seit den 2010er Jahren. Im Fokus des Vortrags steht auch das Spannungsfeld, das sich aus der Ernennung von Wonder Woman als Ehrenbotschafterin der Vereinten Nationen (UN) für die Stärkung von Frauen und Mädchen (2016) und den neusten Debatten über die politischen Ansichten der israelischen Schauspielerin Gal Gadot,
die Wonder Woman seit 2016 spielt und die Figur seit Anfang der 2020er Jahre in Kontroversen über den Krieg in Gaza verwickelt, die ihre Popularität politisch problematisch werden lassen und die es sich auch aus gendertheoretischer Perspektive zu betrachten lohnt.